Warum es so schwer ist, Entscheidungen zu treffen

Eigentlich sollte das mit den Entscheidungen doch ganz einfach sein, oder?

Du hast Möglichkeit A und Möglichkeit B

Du wägst ab.

Du horchst in dich hinein und spürst, welche Möglichkeit für dich stimmig ist.

Und entscheidest dich

Fertig.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber bei mir hat das noch nie so geklappt.

EntscheidungenUnd dann kommt der Schwellentroll…

Sagen wir mal, du hast dich glasklar für Option A entschieden.

  • du möchtest deinen Job kündigen

  • du willst jetzt endlich dieser nervigen Freundin den Laufpass geben

  • du hast beschlossen, aus dieser Gruppe auszutreten, in der dich ohnehin niemand mehr versteht.

Und als du dich schon im Genuss deiner geglückten Entscheidung zurücklehnst, taucht plötzlich dein Schwellentroll auf. Er hat die ganze Zeit die Klappe gehalten und dich in dem Glauben gewiegt, er würde deine Entscheidung akzeptieren.

Ganz schön gemein von ihm, gerade jetzt aufzutauchen.

Wo doch schon alles geklärt war.

Aber nein, dein Schwellentroll sagt ‘Ätsch’ und beginnt mit seinem Vortrag.

Was der Troll dir sagt

Woher willst du wissen, dass du das Richtige tust?“

Diese Freundin hatte ja auch ihre guten Seiten. Und ein bisschen liegt es auch an dir, dass sie sich so verhält.“

Was willst du bloß machen, wenn du diesen Job gekündigt hast? Vielleicht sind alle anderen Jobs noch schlechter?

Diese Gruppe hat sich damals um mich gekümmert, als es dir nicht gut ging. Es wäre undankbar, jetzt einfach zu gehen.“

Und alle machen mit…

Plötzlich scheint sich die Außenwelt gegen dich verschworen zu haben. Es ist, als wollten dir alle in deinem Umfeld zeigen, dass du mit deiner Entscheidung Unrecht hast.

  • dein Chef bietet dir eine Gehaltserhöhung an

  • deine Freundin entschuldigt sich bei dir für ihr Verhalten

  • du hast erstmals wieder richtig Spaß in deiner Gruppe

Und der Zweifel nagt an deinem Herzen und macht es ganz hart und klein.

Vielleicht ist es doch besser, zu bleiben?

Hast du dir alle Probleme nur eingebildet?

Nachgeben oder hart bleiben?

Dies ist eine wirklich gemeine Situation, in die dich dein Schwellentroll da bugsiert hat. Wenn du gehst, gibst du der Situation keine Möglichkeit, sich zu verbessern. Wenn du bleibst, wird es möglicherweise genauso weitergehen wie bisher.

Was also tun?

Darum zweifelst du:

Vielleicht hilft es dir, zu wissen, wie der Zweifel, den dein Schwellentroll so eifrig sät, zustande kommt. Dein Schwellentroll greift hierbei auf ein paar Mechanismen zurück, die an sich gar nicht schlecht sind. Wären sie bloß nicht in den Klauen des Schwellentrolls ;-)

Der vom Schwellentroll gesäte Zweifel speist sich aus deinem Verstand und dein Verstand lebt in der Vergangenheit. Er kennt nur, das, was du bisher erlebt hast. Oder das, was andere dir erzählt haben. Er meint es gar nicht böse mit dir, dein Verstand. Eigentlich will er dir nur helfen. Dich schützen. Vor einer Welt, die er nicht versteht. Der Zukunft.

Da er nunmal die Aufgabe hat, dich zu schützen, interpoliert er aus deiner Vergangenheit alle möglichen Gefahren, die dir passieren könnten, wenn du neue Entscheidungen triffst.

Das Entscheidende dabei: Dein Verstand kennt die Zukunft nicht. Er weiß nur, wer du warst, nicht, wer du vielleicht sein könntest. Er kennt nur einen ganz beschränkten Ausschnitt der Wirklichkeit und zwar den, mit dem du ihn bis heute gefüttert hast. Und wenn er deine Zukunft vorausberechnet, kann er nur mit den Informationen arbeiten, die er hat.

Und wie oft fütterst du ihn mit positiven Informationen?

Wie häufig dagegen mit den Nachrichten, welche grausamen Ideen sich einige Menschen mal wieder ausgedacht haben?

Wie wäre es, wenn du die Grundannahme hinterfragst, dass du durch logisches Denken herausfinden kannst, was die Zukunft bringt?

Was sagt deine innere Stimme dazu?

Wovor hast du Angst?

Wenn wir an unseren Entscheidungen zweifeln, sind wir häufig gefühlsmäßig so verwirrt, dass wir keinen klaren Zugang zu unserer inneren Stimme finden – sie ist durch all die Zweifel wie zugedeckt.

Wenn dies bei dir der Fall ist, kann es sich lohnen, dir folgende Frage zu stellen:

  • was bringt es mir, diesen Weg (den, den du eigentlich gehen wolltest) nicht zu gehen? Welche Risiken vermeide ich damit? Welchen Ängsten muss ich mich nicht stellen?

Notiere dir die Ängste, die auftauchen und setze dich mit ihnen auseinander. Wenn du ein klareres Verhältnis zu deinen Ängsten gewinnst, kann dir das helfen, deine Entscheidung zu treffen. Vielleicht findest du heraus, dass du noch nicht so weit bist, diese Angst anzugehen. Oder du siehst, dass der Zeitpunkt gekommen ist, deinem Schwellentroll an dieser Stelle einen Tritt zu geben, sodass er von seiner Schwelle fliegt ;-)

Was wäre wenn…

Hast du die Möglichkeit, für eine Weile bei deiner Entscheidung zu bleiben und trotzdem einen Rückzieher machen zu können, wenn du das Gefühl hast, die falsche Entscheidung getroffen zu haben? Dann nutze das aus! Nimm dir eine Auszeit, wie auch immer die aussehen mag.

Vielleicht kannst du besagte Freundin eine Weile nicht sehen, ohne ihr gleich den Laufpass geben zu müssen. Wichtig dabei: In deinem Inneren darf kein Status Quo herrschen. Stelle dir vor, deine Entscheidung wäre absolut endgültig und du könntest nie wieder zurück.

Wie fühlt sich die Entscheidung nach einer Weile an? Wenn du definitiv nicht zurück könntest?

Du kannst dies auch für beide Seiten der Entscheidung durchspielen – welche fühlt sich besser an?

Kannst du dir vorstellen, wie sich die gleiche Entscheidung in einem Jahr anfühlt – oder in zehn Jahren? Fühlt sie sich dann immer noch gut an? Was könnte das für dich bedeuten?

Wer weiß, wozu das gut ist…

Zum Schluss noch eine alte Weisheit, die für uns alle stets brandaktuell ist:

Wir wissen nie, wozu etwas gut ist, was in unserem Leben passiert. Angeblich gute Entscheidungen können in einem Fiasko enden, schlimme Dinge können sich dagegen zum Guten wenden – das ist einfach Teil unseres wunderbaren, schrecklichen Lebens als Menschen auf dem Planeten Erde.

Und egal, wie sehr wir uns den Kopf darüber zerbrechen – wir werden nie wissen, wie eine Sache wirklich endet.

In diesem Sinne:

Entspanne dich und nimm das unberechenbare Leben mit Humor :-)

Wie geht es dir mit wichtigen Entscheidungen in deinem Leben? Fallen sie dir leicht oder schwer? Welche persönlichen Tipps hast du, um die Zweifel zu besiegen? Schreib sie doch wenn du möchtest in die Kommentare.

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen,

Liebe Grüße,

Marie