Vorstellung ‘Das Amulett des Trebeta’ 1 – Die Eifel

Diese Woche stelle ich euch die Welt rund um meinen Roman »Das Amulett des Trebeta – oder wie Gott dem Schicksal ein Schnippchen schlug« vor.

Vorneweg sei gesagt, dass das Buch in den Bereich Magischer Realismus/Urban Fantasy/Historische Fantasy fällt und es daher keine komplett neue Fantasy-Welt gibt. Bunt geht es trotzdem zu. ;-)
Das Amulett des Trebeta arbeitet nicht so sehr mit den klassischen Fantasy-Elementen, sondern stattdessen mit der (teilweise recht freien) Neuinterpretation lokaler Sagen und mythischer Gestalten aus der Region Trier/Eifel.

Die Eifel – Eine geheimnisumwitterte dünnbesiedelte Landschaft im frühen 19. Jahrhundert

Die Geschichte beginnt in einem kleinen Eifeldorf im Februar 1817 und somit mitten im Hungerwinter, der auf das ‘Jahr ohne Sommer gefolgt ist’. Die Menschen sind verzweifelt, im Vorjahr war die Ernte fast vollständig ausgeblieben oder im viel zu früh hereinbrechenden Winter erfroren. Gerade die bäuerliche Bevölkerung in der Eifel kämpft ums nackte Überleben. Und so besteht das vorgründige Intesse von Protagonist Willi darin, seine Familie irgendwie durch diesen Winter zu bringen. Viel Hoffnung besteht jedoch nicht, denn seine Familie gehört zu den Ärmsten der Armen und die Lebensmittelpreise sind ins Unermessliche gestiegen.
Willi behilft sich mit Eicheln und Wurzeln aus dem Wald, denn dort ist er ohnehin am liebsten, außerdem stiehlt er das eine oder andere, wenn seine Mutter gerade mal nicht hinsieht. ;-)
Das frühe 19. Jahrhundert, so wie es in der Geschichte dargestellt wird, ist eine düstere Umbruchszeit. Wölfe und Räuberbanden ziehen umher und versetzen die Bevölkerung in Angst und Schrecken. Die französische Herrschaft ist gerade zuende gegangen, die Preußen jedoch sind noch nicht so recht angekommen. Es ist eine rechtlose Zeit, in der jeder sehr auf den eigenen Vorteil bedacht ist und die Angst wie ein Schatten über allem liegt.

Soweit der historische Kontext, wie man ihn auch in unserer ‘normalen’ Welt finden würde. Aber da es ein Phantastik-Buch ist, gibt es da natürlich MEHR. ;-)

Zu Beginn der Geschichte hat Willi keine Ahnung davon, wie lebendig die Sagengestalten und Mythen in seiner Welt sind, doch nach und nach erfährt er Dinge, die seine Vorstellungskraft bei weitem sprengen. Wegkreuze enthalten geheimnisvolle Botschaften und Kreaturen, die er nur aus Märchen kennt, erwachen während seiner Reise plötzlich zum Leben. Ganz zu schweigen davon, dass er herausfindet, dass es tatsächlich Geister gibt und ausgerechnet er sie sehen kann.

Zum Abschluss noch eine kleine Leseprobe:

Diese weit einsehbare, ginsterbewachsene Fläche war das exakte Gegenteil von Gemütlichkeit. Er fühlte sich wie eine Maus in einer riesigen, leeren Schüssel, aus der es kein Entrinnen gab. In der hereinbrechenden Dämmerung wurden halb verschneite Ginsterbüsche zu schemenhaften Figuren und tote Äste zu Knochenhänden. Der eisige Wind fühlte sich an wie der Atem des Todes, der reglos über der öden Fläche hing, um sich sein verirrtes Opfer zu holen.
Gut, dass es diese Lichter gab. Je dämmriger es wurde desto mehr davon flackerten in der Ferne auf. Es schienen Fackeln zu sein oder sehr unruhige Laternen, die in verwirrenden Mustern über die Hochebene eilten. Manchmal verharrten sie eine ganze Weile an einem Ort, dann wieder huschten sie rasch weiter.
Lichter waren im Allgemeinen gut. Denn an einer Laterne hing normalerweise ein Mensch und wo es Menschen gab, gab es auch einen Unterschlupf. Merkwürdig war allerdings, dass sich die Lichter in vollkommener Stille bewegten.
Zum Glück schickte er Helene vor, um nachzusehen.
Als sie wenige Minuten später zu ihm zurückkehrte, waren ihre Augen weit geöffnet und starr.
»Es sind keine Menschen«, sagte sie mit belegter Stimme.
Willy wollte sie schon auslachen, als sich ein Gedanke in sein Bewusstsein schlich.
»Irrlichter«, sagte er. »Wir sind in einem Moor.«