Von der Magie des TUN

tunEs gibt genau zwei Arten von werdenden Schriftstellern. Die einen denken sehr viel über das Schreiben nach. Die anderen TUN es einfach. Was glaubst du, wer ist wohl erfolgreicher? :-)

Dieser Artikel soll dich richtig wach machen und zum Nachdenken anregen. Und es geht heute weder um Mindset noch um Schreibtheorie oder Planung. Es geht um das Simpelste und zugleich Schwierigste am ganzen Schreibprozess: Das Tun.

Ein Fehler, den die meisten von uns machen

Ich bin ja von Natur aus sehr neugierig und deswegen beobachte ich sowohl meinen Schreibprozess als auch den vieler werdender Schriftsteller aus meinem Netzwerk. Und eines ist mir dabei aufgefallen: Wir sind unheimlich gut darin, zu theoretisieren und über das Schreiben nachzudenken. Wenn es allerdings darum geht, die Dinge in aller Konsequenz zu tun, dann werden wir sehr, sehr vorsichtig.

Und es gibt anscheinend immer gute Gründe, das Schreiben eines Herzensbuches noch etwas zurückzustellen. Hier die Klassiker:

Ich habe keine Zeit. Wenn mein Leben anders verlaufen würde, dann würde ich…

Ich muss erst noch dieses Buch und jenen Kurs machen, dann kann ich mit dem Schreiben anfangen…

Wenn ich in meiner Kindheit nicht XY erlebt hätte, dann könnte ich…

Wenn ich kein Scanner wäre und mich auf ein Projekt konzentrieren könnte, dann…

Die Liste lässt sich endlos fortsetzen. Doch in diesem Beitrag geht es nicht um das, was du dir erzählst, warum du noch nicht konsequent an deinem Projekt dranbleibst. Denn diese ganzen scheinbaren Gründe sind – sorry – einfach nur Ausreden.

Es ist nie der wahre Grund

Egal wie schwierig deine jetzige Situation ist oder wie wenig du noch über das Handwerk Schreiben weißt, wenn du dich umhörst wirst du Leute finden, die in viel schwierigeren Situationen waren, es aber einfach getan haben. Es ist also möglich.

Und bevor du dich jetzt womöglich in Schuldgefühlen vergräbst: Das brauchst du nicht. Du bist nicht zu blöd, zu faul oder sonstwas. Du tust dein Bestes, genau jetzt. Wenn du aber Schwierigkeiten damit hast, ins Tun zu kommen, dann liegt das mit hoher Wahrscheinlichkeit daran, dass dein Unterbewusstsein dich fernsteuert und aus irgendeinem Grund davon überzeugt ist, dass es besser für dich ist, nicht anzufangen.

Was tun?

Um ins Tun zu kommen, solltest du im ersten Schritt deine Ausreden kritisch unter die Lupe nehmen. Hast du wirklich keine Zeit oder könntest du dir sie nehmen? Ist dir das Schreiben überhaupt wichtig genug, um dir Zeit dafür zu nehmen? Brauchst du wirklich noch so viel Theorie-Input, bevor du anfangen kannst oder hast du einfach nur Angst, etwas falsch zu machen? Bist du vielleicht sogar ein kleines bisschen süchtig nach schlechten Gefühlen, weil sie dir die perfekte Argumentation liefern, nicht anfangen zu müssen? (Das kenne ich aus eigener Erfahrung…)

Ohne deine Ausreden bist du plötzlich nackt. Das ist kein schönes Gefühl, denn es konfrontiert dich mit der unangenehmen Wahrheit, dass nur du selbst dich aufhältst. Doch warum halten wir uns selbst von etwas ab, was uns doch so wichtig ist?

Alarm fürs Unterbewusstsein

Mit dem Schreiben deines Herzensbuches (und auch mit jedem anderen Herzensprojekt) bewegst du dich außerhalb deiner Komfortzone und das löst bei deinem Unterbewusstsein (das dich auf jeden Fall sicher wissen will) Alarm aus. Unterstützt durch eine ganze Menge unbewusster Ängste wird es versuchen, dich dort zu halten, wo du jetzt gerade bist, denn dort ist es sicher. Und natürlich unterstützt es alle Argumente, die dich darin bestärken, bloß nicht ins Tun zu kommen.

Es ist nicht ganz einfach, diesen Mechanismus auszutricksen, aber du kannst es definitiv nur dann schaffen, wenn du sehr, sehr wach bist. Und dazu gehört (neben der Identifizierung deiner Ausreden) auch, herauszufinden, was deine wahren Ängste sind. Diese sind nämlich viel, viel mächtiger als die Tatsache, ob du Zeit hast oder nicht. ;-)

Deine Ängste aufdecken

Nimm dir diese Woche doch mal Zeit, deine Ängste vor dem Schreiben wirklich zu erforschen. Stell dir dafür einfach vor, du würdest es TUN. Du würdest dein Herzensbuch schreiben, veröffentlichen, sehr erfolgreich werden oder was immer dein großer Traum ist. Und dann lauschst du aufmerksam deinen eigenen Bedenken. Hier habe ich einige typische Bedenken für dich aufgelistet, vielleicht findest du dich da darin wieder?

– Was, wenn ich herausfinde, dass ich wirklich nicht schreiben kann?

– Was, wenn niemand sich für meine Arbeit interessiert?

– Was, wenn ich tatsächlich erfolgreich werde und nicht damit umgehen kann?

– Was, wenn ich erfolgreich werde und mich dann niemand mehr mag?

– Was wenn ich herausfinde, dass ich eigentlich gar nicht gerne schreibe und damit mein großer Lebenstraum platzt?

Schreibe deine eigene Liste und dann suche dir gute Argumente, um die Ängste zu entkräften. Das ist nicht ganz einfach, denn du musst genau die Argumente finden, die für dich logisch sind und deine Ängste tatsächlich aushebeln. Wenn dir das alleine schwerfällt, dann lass dir helfen – von einem guten Freund oder von einem Coach.

Der wichtigste Schritt: Tun

Und jetzt kommt der wichtigste Schritt von allen. Damit du dich nicht in der Theorie der Ängste-lösung oder Blockaden-findung verstrickst, brauchst du ein klar definiertes Ziel für die nächsten Wochen und den unerbittlichen Willen, einfach mal in die Umsetzung zu kommen. Definiere ein gut machbares Ziel (bitte die Latte nicht so hoch hängen, dass du es ohnehin nicht schaffen kannst), überlege dir, wie du es in den Alltag integrieren kannst und dann geh los – trotz aller Ängste und Bedenken. Es kann gut sein, dass du dich am Anfang extrem unwohl fühlst und dein ganzes System in Alarmbereitschaft versetzt wird, aber da musst du jetzt durch. ;-)

Versuche, ganz klar im Kopf zu bleiben und dich daran zu erinnern, dass deine Ängste nichts über deine wahre Kraft aussagen. DU allein entscheidest über dein Schicksal. Du allein entscheidest, ob dein Herzensbuch Wirklichkeit wird.

Ohne das Tun kommst du nicht weiter

Weißt du, warum das TUN so wichtig ist? Weil es die einzige effektive Methode ist, um deine Ängste zu überwinden und die nötige Übung zu gewinnen, um wirklich gut zu werden. Du kannst dich nämlich hundert Jahre lang mit der Theorie eines guten Romanplots beschäftigen und zwanzig wissenschaftliche Abhandlungen dazu verfassen. Aber du verstehst das Plotten erst dann, wenn du es wirklich mal getan hast und immer wieder tust, bis du deine perfekte Methode gefunden hast.

Und ja, du wirst stolpern und fallen. Na und? Stell dir ein kleines Kind vor, das laufen lernen möchte, indem es sich alle Bücher zum Bewegungsapparat des Menschen durchliest und darüber nachdenkt, wie es wohl wäre, zu laufen. Glaubst du im Ernst, das funktioniert? Warum sollte es beim Schreiben anders sein?

Jeder Schriftsteller hat bestimmte Talente und Fähigkeiten, die er mitbringt. Und trotzdem ist niemand perfekt und jeder darf sich Tag für Tag darin üben, besser zu werden. Versuche also erst gar nicht, das perfekte erste Buch zu schreiben, denn wenn du dir dieses Ziel setzt, fängst du entweder nicht an oder du wirst nie fertig.

Also? Fängst du an? :-)

Was hilft dir, ins Tun zu kommen? Hast du noch Tipps oder Ergänzungen? Dann schreibe doch gerne einen Kommentar!

Alles Liebe,

deine Marie

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