Gemeinsam sind wir stark!

Dies ist irgendwie ein ganz besonderer Artikel. Er ist inspiriert von der wunderbaren Kreativitäts-Challenge, welche ich in den letzten drei Wochen anleiten durfte. Vor allem aber von der begleitenden Facebook-Gruppe, in der ich wahre Wunder erlebt habe. Ich laufe hier gerade herum wie ein aufgekratztes Huhn, dass gar nicht wusste, …

Mein Weg als Schattenkünstler

Das Leben ist wie ein verschlungenes Netz an Pfaden, an denen jemand vergessen hat, Brotkrumen auszustreuen. Zur Karriere als Schriftsteller da lang? Zweimal rechts abbiegen, einmal links und dann immer geradeaus bis zu dem großen Heiligenschein… Nein wirklich, ich finde es nicht nett, dass die Brotkrumen fehlen. Ein echter Gewährsmangel …

Warum Dankbarkeit mehr als purer Luxus ist

Dies ist ein Beitrag zur Dankbarkeits-Blogparade von Mara Stix. Dort findest du viele weitere Artikel zum Thema Dankbarkeit. Schau doch einfach mal vorbei! :-)

Vor einigen Wochen habe ich begonnen, ein Dankbarkeitstagebuch zu schreiben. Heimlich, als mein Schwellentroll gerade nicht hingesehen hat.

Leider hat er es doch gemerkt. Und musste natürlich seinen Senf dazu abgeben.

Bäääh“ sagte er und streckte mir die Zunge raus. „Wofür willst DU denn dankbar sein? Schau dir doch mal andere Leute an.

Der Herr Müller, der hat genug Geld, um dreimal im Jahr eine richtig tolle Reise zu unternehmen. Letztens war er sogar in Neuseeland. Ist das nicht das, wo du schon so lange hin willst?

Oder die Frau Meier, die hat geerbt. Sie kann sich jetzt voll und ganz ihrer schöngeistigen Kreativität widmen, ohne sich Gedanken machen zu müssen, ob sie den Kram auch verkaufen kann.Und sie hat diesen schönen alten Bauerhof mit der riesigen Pferdekoppel…“

„Und was hat das jetzt mit mir zu tun?“ ich war ziemlich genervt.

Nun“ der Schwellentroll grinste. „Dankbarkeit ist Luxus, den du dir leisten kannst, wenn du es geschafft hast. Jetzt ist es nur Zeitverschwendung, denn du wirst ohnehin nichts finden, wofür du dankbar sein könntest. Also lass den Unsinn!“

Die Wette

„Dann lass uns wetten“

WAS?“

Jetzt war es an mir, ihn frech anzugrinsen:

„Lieber Schwellentroll, hiermit gebe ich feierlich meine Wette mit dir bekannt:

Ich wette, dass es jeden Tag mindestens 5 Dinge gibt, für die ich dankbar bin. Wenn ich verliere, höre ich dir weiterhin zu. Wenn ich aber gewinne, musst du die Klappe halten.“

Er war nicht sehr begeistert. Aber er macht mit. :-)Dankbarkeit

Warum auch du wetten solltest

Was wäre, wenn auch du eine Wette mit deinem Schwellentroll abschließen würdest? Und wenn deine Freunde und die Freunde deiner Freunde das auch tun würden? Das würde die Schwellentrolle dieser Welt ganz schön durcheinander bringen.

Vielleicht reicht dir dieses Argument noch nicht, um die Anstrengung auf dich zu nehmen, dankbar zu sein? Dann findest du hier drei weitere Gründe, warum es sich wirklich lohnt, sich auf Dankbarkeit zu konzentrieren:

1) Wenn du dankbar bist, kannst du dich nicht auf das Negative konzentrieren.

Wenn du es mir nicht glaubst, probiere es einfach selbst aus. Versuche einmal, in einer Situation, in der du richtig dankbar bist, gleichzeitig unglücklich zu sein. Das funktioniert nicht so recht, richtig? Du musst dich also entscheiden: Möchtest du lieber dankbar sein oder unglücklich? Es liegt ganz bei dir.

2) Dankbarkeit macht glücklich

Dankbarkeit blendet nicht nur das Negative aus, sie macht sogar selbst glücklich. Das tolle dabei: Du brauchst nicht viel, um glücklich zu sein. Ein Sonnenstrahl, den du wirklich wahrnimmst und genießt, kann dir mehr Glück bringen als die Gehaltserhöhung, auf die du schon so lange wartest. Mit der Entscheidung, dankbar zu sein, nimmst du anderen einen Großteil ihrer Macht über dein Leben. Und du kannst anfangen, glücklich zu sein, obwohl dein Leben vielleicht noch nicht so ist, wie du er dir wünschen würdest.

3) Dankbarkeit gibt dir die Möglichkeit, etwas zu verändern

Eine der hartnäckigsten Fehlschlüsse in Bezug auf Dankbarkeit ist der Folgende: ‘Wenn ich dankbar bin, habe ich ja keinen Grund mehr, etwas in meinem Leben zu verändern. Nur solange ich unglücklich bin, gehe ich meine Probleme an.’ Nun frage dich einmal selbst: Wann kommst du besser zum Ziel: Wenn du angespannt bist und dir Sorgen machst oder wenn du konzentriert und fokussiert auf ein Ziel zuarbeitest? Dankbar zu sein bedeutet nicht, zu sagen, dass alles perfekt ist und genauso bleiben kann. Es geht eher darum, zu sehen, was SCHON DA IST. Wenn du dich auf Dankbarkeit konzentrierst, kannst du die Dinge loslassen, die dich ärgern oder dir Sorgen machen – und all die freigewordene Energie in das stecken, was dir wirklich wichtig ist: In deine Träume.

Das Tagebuch der Dankbarkeit

Ein Dankbarkeitstagebuch zu führen, hat mir innerhalb recht kurzer Zeit geholfen, immer mehr schöne Dinge in meinem Leben wahrzunehmen.

Ich mache das folgendermaßen:

Jeden Abend schreibe ich in ein kleines Heftchen mehrere Dinge, für die ich an diesem Tag dankbar war, mindestens aber fünf. Es gibt Tage, an denen ich tatsächlich etwas suchen muss, aber es ist mir noch nie passiert, dass mir nichts eingefallen ist. ;-)

Welche Dinge ich aufschreibe? Berufliches, Privates, das Wetter, der Vogel, der vor meinem Fenster singt… einfach alles, was mir auffällt. Es gibt nur ein einziges Kriterium für die Aufnahme in mein Dankbarkeitstagebuch:

Dass mir diese Sache ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubert.

Wenn du auch ein Tagebuch der Dankbarkeit schreiben willst, achte dabei auf Folgendes:

  • schreibe nur Dinge auf, für die du wirklich dankbar bist. Es geht nicht darum, was andere denken, wofür du dankbar sein solltest.

  • Bewerte die Dinge die du aufschreibst nicht nach ihrer Wichtigkeit. Wer sagt, dass das erste Schneeglöckchen im Beet dich nicht genauso dankbar machen kann wie dein Traumjob?

  • Versuche nichts zu erzwingen. Wenn es dir schwer fällt, Dinge zu finden, für die du Dankbarkeit empfindest, beginne mit einem Punkt pro Tag. Du kannst die Anzahl später ja immer noch steigern.

Die Kampfansage

Hier kommt nun also meine erste Kampfansage an die Schwellentroll-Wette. Heute gilt meine tiefempfundene Dankbarkeit den folgenden Punkten:

1) Ich bin dankbar dafür, dass du meinen Text liest. Das bedeutet mir sehr viel, denn es beweist, dass wir gemeinsam etwas gegen die Schwellentrolle dieser Welt ausrichten können. :-)

2) Ich bin dankbar dafür, dass ich so bin wie ich bin. Mit all meinen Ecken und Kanten. Weil ich mir ziemlich sicher bin, dass es mir mit mir selbst nie langweilig wird. :-)

3) Ich bin dankbar dafür, dass ich so viele wunderbare Menschen kenne, bei denen ich mich geborgen und verstanden fühlen darf.

4) Ich bin dankbar für meine Kreativität. Ich empfinde sie als ein ganz besonderes Geschenk, mit dem man viel Spaß haben kann. :-)

5) Ich bin dankbar dafür, dass es meinen Schwellentroll gibt, da ich jedes Mal, wenn ich mich mit ihm auseinandersetze, ein wenig mehr über dieses atemberaubend schöne Leben hier auf der Erde lerne. (Oooh, dieser Punkt hat meinem Schwellentroll echt wehgetan ;-)).

Eigentlich könnte ich noch viele andere Punkte hinzufügen, doch die hebe ich mir für mein Dankbarkeitstagebuch auf.

Stattdessen würde ich mich freuen, wenn DU mir in den Kommentaren mitteilst, wofür DU dankbar bist. :-)

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie

Die Tyrannei des Glücks

Warum dich der Versuch, glücklich zu sein, ganz schnell unglücklich macht.

Letztens saßen mein Schwellentroll und ich auf dem Sofa und sahen uns eine Dokumentation an.

Mein Schwellentroll war übrigens fetter denn je und blockierte mehr als 90 Prozent des Sofas.

Deshalb hatte ich eine Dokumentation angemacht, um ihn zu vertreiben:

Eine Dokumentation über Glück.

Ich dachte mir wohl: Glück kann der Dicke nicht leiden, also habe ich gleich das ganze Sofa für mich.

Da habe ich mich wohl geirrt.

Dem Schwellentroll gefiel meine Dokumentation.

Sogar richtig gut.

Er lachte gehässig vor sich hin.

Und ich saß einfach nur da, starrte ihn an und war baff.Glück

Was kann mein Schwellentroll mit dem Thema Glück anfangen?

Es dauerte eine Weile, bis ich begriff.

In der Dokumentation ging es um Menschen, die das wahre Glück gefunden hatten und zwar auf ganz simple Weise. Keiner von ihnen hatte einen Eiffelturm gebaut oder den Mount Everest bestiegen. Und trotzdem waren sie glücklich? Unglaublich!

Und dann drehte sich mein Schwellentroll zu mir um. Das Funkeln seiner kleinen Schweinsäuglein verriet nichts Gutes.

„Und warum bist DU nicht so vollkommen glücklich?“ fragte er.

Der Gedanke daran macht es kaputt:

Au!

Mein Schwellentroll hatte mal wieder ins Schwarze getroffen.

Ich sah die Menschen in dem Film. Ich sah mich. Und ich begann zu vergleichen.

Vorhin hatte ich mir ja noch keine Gedanken gemacht, ob ich eigentlich glücklich bin. Aber wenn man das so im Fernsehen sieht, kommt man sich plötzlich so bedeutungslos vor.

Diese Familie lebte auf einem malerischen Hof in der Natur.

Sie waren Selbstversorger und Künstler.

Und sie schienen so frei wie nur irgend möglich zu sein.

Mist!

Das will ich doch auch.

Nun hatte mich mein Schwellentroll ganz und gar in den Fängen. Denn wie konnte ICH dann glücklich sein? Mitten in der Vorstadt, in meiner kleinen Wohnung mit ekelhaftem Gemüse aus dem Supermarkt, war ich so weit wie nur möglich von diesem Ideal entfernt.

Diese Fernsehfamilie machte mich hoffnungslos.

Also stand ich vom Sofa auf, das sowieso hoffnungslos schwellentroll-überladen war und habe versucht, herauszufinden, was unglücklich macht.

Dies ist eine verspätete Antwort auf die Blogparade ‘Wie sich Glück darstellt’ von Frank Ohlsen von ‘Finde dich selbst’. Dort findest du ganz viele tolle Artikel zum Thema Glück. Schau doch mal hier vorbei!

Was Glück NICHT ist

1) Sich vergleichen

Ich war glücklich, bevor ich auf Facebook gesehen habe, was meine Freunde für tolle Projekte machen. Und wie schnell! Da kann ich ja gleich einpacken!

2) Glücklich sein MÜSSEN

Oh je, jetzt habe ich mir einen ganzen Tag lang Zeit genommen, um glücklich zu sein. Jetzt muss ich mich aber anstrengen, damit das klappt!

3) Glück mit Materiellem gleichsetzen

Ich MUSS dieses schicke Kleid haben, dann wird alles gut.

4) Glück in der Zukunft suchen

Wenn ich erst mal auf dem Land lebe, kann ich auch glücklich sein.

5) Glücklichsein an andere knüpfen

Also wenn mein Mann nicht so unordentlich wäre, dann könnte ich glücklich sein.

6) Seinen Träumen so verbissen folgen, dass man vergisst, warum man sie träumt

Ich will eine Weltreise machen, aber dafür brauche ich natürlich haufenweise Geld. Deshalb werde ich die nächsten 30 Jahre 80 Stunden die Woche arbeiten und wenn ich dann in Rente gehe, ja DANN…

7) Perfektionismus

Ich muss erst noch zwanzig Bücher lesen, drei Musikkurse besuchen und mein erstes Musikstück zwanzigmal neu schreiben, dann – das verspreche ich dir – dann spiele ich es dir vor.

8)Vernünftig sein

Ich würde ja gerne Maler werden, aber damit lässt sich doch kein Geld verdienen.

9) Angst, einfach du selbst zu sein.

Was, wenn die anderen in mein tiefstes Inneres blicken und dort nichts Schönes ist?

10) Glauben, kein Glück verdient zu haben

Und wenn die Menschen wirklich in mein Innerstes blicken könnten, dann wüssten sie auch, warum ich kein Glück habe.

Natürlich schreibe ich diesen Beitrag nicht, damit du möglichst gut unglücklich bist. Sei glücklich! Aus ganzem Herzen. Aber bitte, bitte,

MACH DIR KEINEN STRESS DAMIT!

Glück ist kein Wettbewerb, bei dem man schnell-schnell mithalten muss.

Glück ist der Weg, nicht das Ziel.

Also entspanne dich, tue dir was Gutes und warte einfach mal darauf, ob du dann glücklich bist.

Und in der Zwischenzeit erzähle ich, wann ich glücklich bin.

Glücklich bin ich, wenn…

  • ich an das denke, was da ist und nicht an das, was fehlt

  • wenn ich die Kontrolle loslasse und einfach im SEIN bin

  • wenn ich mir im Rahmen meiner Möglichkeiten etwas Gutes tue

  • wenn ich glücklich sein will

  • wenn ich wage, einfach ich selbst zu sein

  • wenn ich meine Aufmerksamkeit auf den Moment richte und eine wunderbare Kleinigkeit entdecke (ein Regenbogen, einen Sonnenstrahl und oooh Schokolade ;-))

  • wenn ich meine Kreativität lebe.

Die Glücks-Liste lässt sich natürlich noch weiter fortsetzen. Das werde ich aber nicht tun.

Was ich viel schöner fände, wäre Folgendes:

Wenn du die Liste fortsetzt. Mit deinen eigenen Erfahrungen.

Wann bist DU glücklich?

Schreib mir doch einfach einen Kommentar!

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie

Verletzlich sein ist was für Helden

Vielleicht interessiere ich mich deshalb fürs Mittelalter, weil ich ein ziemlich guter Ritter geworden wäre.

Okay, vielleicht nicht was die Manieren angeht.

Aber dafür habe ich meine Rüstung immer dabei. Und zwar angezogen.

Falls mich mal irgendjemand angreift.

Ich meine, es könnte ja sein, dass mich jemand im Supermarkt zu einem Duell herausfordert, oder?

Es ist wirklich praktisch so einen Panzer zu haben.

Okay, Spaß und Mittelalter beiseite.

Natürlich trage ich keine 70 kg Eisen mit mir herum.

Aber mein Panzer erfüllt eine ähnliche Funktion: Nicht verletzt zu werden.

Ich stecke in einem dicken Panzer aus alten Mustern und Abwehrhaltungen, der mich gegen Einflüsse von außen schützen soll. Denn irgendwann habe ich einmal gelernt, dass es gefährlich ist, sich zu zeigen. Dass es sicherer ist hinter dieser unsichtbaren Wand.

Ich möchte nicht, dass andere mich verletzen. Ich möchte nicht leiden. Und vor allem möchte ich eines: Die Kontrolle über mein Leben behalten.

Mein Schwellentroll gibt mir dabei immer recht. Er warnt mich davor, was passieren könnte, wenn ich mich verletzlich zeige. Wenn ich ihn nicht besser kennen würde, hätte ich das Gefühl, er wolle mich beschützen und bemuttern.

Doch halt!

Irgendwas stimmt da doch nicht!

Ich meine, ist es nicht merkwürdig, dass ausgerechnet mein Schwellentroll mich davor warnt, mich verletzlich zu zeigen? Als wenn der um mich besorgt wäre!verletzlich

Wir sind aber verletzlich

Hand aufs Herz, hat dein Panzer je schon mal richtig funktioniert? Gibt es da nicht doch immer wieder Schwachstellen, durch die unangenehme Worte oder Handlungen an dein Herz dringen?

Und wenn das so ist: Was in aller Welt nützt dir ein Panzer, der nicht ausreichend schützt?

Was ich damit sagen will, ist Folgendes: Wir sind einfach verletzlich. Daran gibt es nichts zu rütteln, ganz gleich, ob es uns gefällt oder nicht.

Wir können all unsere Energie in Abwehrmechanismen stecken, doch es gibt immer eine Stelle, die wir vergessen. Das ist wie mit dem Drachen, der getötet wird, weil ihm eine (!) Schuppe fehlt.

Natürlich könnten wir auch versuchen, allen Gefahren aus dem Weg zu gehen. Uns im Schlafzimmer einsperren. Unters Bett kriechen.

Ich habe es ausprobiert. Es hat nicht funktioniert, denn auch unter dem Bett war ein Monster. Und das sah aus wie ich selbst.

Um also mit einer sehr unangenehmen Wahrheit herauszurücken: Nach meiner Erfahrung gibt es keinen Ort in der realen Welt, an dem wir definitiv nicht verletzt werden können.

Wir können uns nicht verstecken.

Ziemlich beängstigend, nicht?

Und das Erstaunlichste: Obwohl wir das doch alle irgendwie wissen, behalten wir weiter unsere unbequemen Panzer an. Um wenigstens die Illusion aufrecht zu erhalten, geschützt zu sein.

Es ist natürlich dein gutes Recht, weiterhin deinen Panzer zu tragen. Trotzdem möchte ich dir einige gute Gründe nennen, warum es sich lohnt, dich von diesem Ding zu befreien.

Entscheide danach selbst, ob du probehalber eine Schicht ausziehen möchtest.

4 Gründe, warum es sich lohnt, sich verletzlich zu zeigen:

1) Es wird leichter

Okay, das ist vielleicht selbstverständlich. Wenn man etwas Schweres auszieht, wird vieles leichter. Aber hast du dir schon einmal in allen Konsequenzen überlegt, was das für dein Leben bedeutet? Wir alle streben nach einem glücklichen, zufriedenen Leben. Und falls Glück für dich etwas Ähnliches bedeutet wie für mich, dann steht es in ziemlichem Widerspruch zu verkrampften Muskeln und Magenschmerzen.

Grund eins für Verletzlichkeit ist also ganz einfach:

Dir wird es schon rein körperlich besser gehen.

Überlege dir mal: Wie oft und wie intensiv müsstest du von anderen verletzt werden, bis es genauso wehtut, wie das, was du dir durch deine Abwehr selbst zumutest?

2) Du triffst die richtigen Leute

Das Problem an einem Gefühlspanzer ist, dass er in beide Richtungen undurchlässig ist. Das stellen letztendlich alle Menschen fest, die Mauern bauen: Das Ding schützt sie zwar, beraubt sie dafür aber einer Sache, ohne die ihr Leben leer und kalt wird: Dem wirklichen Kontakt zu anderen Menschen.

Schon möglich, dass du trotz deiner Abwehr kein Einsiedler bist.

Aaaber: Bist du wirklich du selbst, wenn du mit anderen Menschen redest? Oder glaubst du jemand anderes sein zu müssen? Jemand, der stark und unverletzlich ist?

Das Problem dabei ist einfach folgendes: Deine potentiellen Freunde freunden sich mit deiner Pseudo-Persönlichkeit an und nicht mit dir selbst. Und wenn sich sowas richtig gefestigt hat, fällt es dir doppelt so schwer, diese Maske, die du trägst, wieder abzulegen. Denn es könnte ja sein, dass das, was darunter liegt, niemandem gefällt.

3) Du nimmst anderen die Angst, verletzlich zu sein

Glaubst du wirklich, dein Gegenüber leide nicht unter den gleichen Ängsten wie du? Was wäre, wenn du den ersten Schritt gehst und es wagst, verletzlich zu sein? Nimm du die Rüstung ab und zeige damit, dass das Turnier vorbei ist.

Vielleicht ist dein Mitmensch sogar froh, wenn er auch endlich dieses schwere Ding abnehmen kann.

4) Du spürst deinen wunderbaren Wesenskern

Die Mauer, die du um dein Herz errichtest, hält nicht nur andere Menschen von dir fern. Sie hält auch dich im Außen fest. Und irgendwann hast du vergessen, was jenseits der Mauer ist. Dann möchtest du das Tor zu deinem Inneren vielleicht gar nicht mehr öffnen, weil du Angst hast, dass dort nichts ist.

Wenn du deine Schutzmechanismen fallen lässt, erkennst du wie wunderbar du bist. Und du wirst sehen, warum das, was hinter diesem Panzer liegt, in seinem Kern gar nicht verletzt werden kann.

Bist du bereit, es auszuprobieren?

Sich zu zeigen ist ein Risiko, das möchte ich gar nicht kleinreden. Und natürlich gibt es Situationen, in denen es gut und richtig ist, sich zu schützen. Nicht alle Menschen zeigen immer eine angemessene Reaktion. Dem ein oder anderen Mitmenschen bist du vielleicht ein Dorn im Auge, weil das, was du tust, seine eigenen Ängste wachruft. Und es wäre unrealistisch, anzunehmen, dass er das niemals an dir auslässt, nur, weil du ihm keinen Grund dazu gibst.

Doch wenn wir nicht bereit sind, uns wenigstens ein ganz kleines bisschen zu zeigen, sind wir vielleicht sicherer, verpassen aber das, wozu wir hier sind: Das Leben.

Welche Ängste halten dich davon ab, dich verletzlich zu zeigen? Hast du schon ein paar Schichten abgelegt und wenn ja: Wie hast du das geschafft? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie

Warum es so schwer ist, Entscheidungen zu treffen

Eigentlich sollte das mit den Entscheidungen doch ganz einfach sein, oder?

Du hast Möglichkeit A und Möglichkeit B

Du wägst ab.

Du horchst in dich hinein und spürst, welche Möglichkeit für dich stimmig ist.

Und entscheidest dich

Fertig.

Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber bei mir hat das noch nie so geklappt.

EntscheidungenUnd dann kommt der Schwellentroll…

Sagen wir mal, du hast dich glasklar für Option A entschieden.

  • du möchtest deinen Job kündigen

  • du willst jetzt endlich dieser nervigen Freundin den Laufpass geben

  • du hast beschlossen, aus dieser Gruppe auszutreten, in der dich ohnehin niemand mehr versteht.

Und als du dich schon im Genuss deiner geglückten Entscheidung zurücklehnst, taucht plötzlich dein Schwellentroll auf. Er hat die ganze Zeit die Klappe gehalten und dich in dem Glauben gewiegt, er würde deine Entscheidung akzeptieren.

Ganz schön gemein von ihm, gerade jetzt aufzutauchen.

Wo doch schon alles geklärt war.

Aber nein, dein Schwellentroll sagt ‘Ätsch’ und beginnt mit seinem Vortrag.

Was der Troll dir sagt

Woher willst du wissen, dass du das Richtige tust?“

Diese Freundin hatte ja auch ihre guten Seiten. Und ein bisschen liegt es auch an dir, dass sie sich so verhält.“

Was willst du bloß machen, wenn du diesen Job gekündigt hast? Vielleicht sind alle anderen Jobs noch schlechter?

Diese Gruppe hat sich damals um mich gekümmert, als es dir nicht gut ging. Es wäre undankbar, jetzt einfach zu gehen.“

Und alle machen mit…

Plötzlich scheint sich die Außenwelt gegen dich verschworen zu haben. Es ist, als wollten dir alle in deinem Umfeld zeigen, dass du mit deiner Entscheidung Unrecht hast.

  • dein Chef bietet dir eine Gehaltserhöhung an

  • deine Freundin entschuldigt sich bei dir für ihr Verhalten

  • du hast erstmals wieder richtig Spaß in deiner Gruppe

Und der Zweifel nagt an deinem Herzen und macht es ganz hart und klein.

Vielleicht ist es doch besser, zu bleiben?

Hast du dir alle Probleme nur eingebildet?

Nachgeben oder hart bleiben?

Dies ist eine wirklich gemeine Situation, in die dich dein Schwellentroll da bugsiert hat. Wenn du gehst, gibst du der Situation keine Möglichkeit, sich zu verbessern. Wenn du bleibst, wird es möglicherweise genauso weitergehen wie bisher.

Was also tun?

Darum zweifelst du:

Vielleicht hilft es dir, zu wissen, wie der Zweifel, den dein Schwellentroll so eifrig sät, zustande kommt. Dein Schwellentroll greift hierbei auf ein paar Mechanismen zurück, die an sich gar nicht schlecht sind. Wären sie bloß nicht in den Klauen des Schwellentrolls ;-)

Der vom Schwellentroll gesäte Zweifel speist sich aus deinem Verstand und dein Verstand lebt in der Vergangenheit. Er kennt nur, das, was du bisher erlebt hast. Oder das, was andere dir erzählt haben. Er meint es gar nicht böse mit dir, dein Verstand. Eigentlich will er dir nur helfen. Dich schützen. Vor einer Welt, die er nicht versteht. Der Zukunft.

Da er nunmal die Aufgabe hat, dich zu schützen, interpoliert er aus deiner Vergangenheit alle möglichen Gefahren, die dir passieren könnten, wenn du neue Entscheidungen triffst.

Das Entscheidende dabei: Dein Verstand kennt die Zukunft nicht. Er weiß nur, wer du warst, nicht, wer du vielleicht sein könntest. Er kennt nur einen ganz beschränkten Ausschnitt der Wirklichkeit und zwar den, mit dem du ihn bis heute gefüttert hast. Und wenn er deine Zukunft vorausberechnet, kann er nur mit den Informationen arbeiten, die er hat.

Und wie oft fütterst du ihn mit positiven Informationen?

Wie häufig dagegen mit den Nachrichten, welche grausamen Ideen sich einige Menschen mal wieder ausgedacht haben?

Wie wäre es, wenn du die Grundannahme hinterfragst, dass du durch logisches Denken herausfinden kannst, was die Zukunft bringt?

Was sagt deine innere Stimme dazu?

Wovor hast du Angst?

Wenn wir an unseren Entscheidungen zweifeln, sind wir häufig gefühlsmäßig so verwirrt, dass wir keinen klaren Zugang zu unserer inneren Stimme finden – sie ist durch all die Zweifel wie zugedeckt.

Wenn dies bei dir der Fall ist, kann es sich lohnen, dir folgende Frage zu stellen:

  • was bringt es mir, diesen Weg (den, den du eigentlich gehen wolltest) nicht zu gehen? Welche Risiken vermeide ich damit? Welchen Ängsten muss ich mich nicht stellen?

Notiere dir die Ängste, die auftauchen und setze dich mit ihnen auseinander. Wenn du ein klareres Verhältnis zu deinen Ängsten gewinnst, kann dir das helfen, deine Entscheidung zu treffen. Vielleicht findest du heraus, dass du noch nicht so weit bist, diese Angst anzugehen. Oder du siehst, dass der Zeitpunkt gekommen ist, deinem Schwellentroll an dieser Stelle einen Tritt zu geben, sodass er von seiner Schwelle fliegt ;-)

Was wäre wenn…

Hast du die Möglichkeit, für eine Weile bei deiner Entscheidung zu bleiben und trotzdem einen Rückzieher machen zu können, wenn du das Gefühl hast, die falsche Entscheidung getroffen zu haben? Dann nutze das aus! Nimm dir eine Auszeit, wie auch immer die aussehen mag.

Vielleicht kannst du besagte Freundin eine Weile nicht sehen, ohne ihr gleich den Laufpass geben zu müssen. Wichtig dabei: In deinem Inneren darf kein Status Quo herrschen. Stelle dir vor, deine Entscheidung wäre absolut endgültig und du könntest nie wieder zurück.

Wie fühlt sich die Entscheidung nach einer Weile an? Wenn du definitiv nicht zurück könntest?

Du kannst dies auch für beide Seiten der Entscheidung durchspielen – welche fühlt sich besser an?

Kannst du dir vorstellen, wie sich die gleiche Entscheidung in einem Jahr anfühlt – oder in zehn Jahren? Fühlt sie sich dann immer noch gut an? Was könnte das für dich bedeuten?

Wer weiß, wozu das gut ist…

Zum Schluss noch eine alte Weisheit, die für uns alle stets brandaktuell ist:

Wir wissen nie, wozu etwas gut ist, was in unserem Leben passiert. Angeblich gute Entscheidungen können in einem Fiasko enden, schlimme Dinge können sich dagegen zum Guten wenden – das ist einfach Teil unseres wunderbaren, schrecklichen Lebens als Menschen auf dem Planeten Erde.

Und egal, wie sehr wir uns den Kopf darüber zerbrechen – wir werden nie wissen, wie eine Sache wirklich endet.

In diesem Sinne:

Entspanne dich und nimm das unberechenbare Leben mit Humor :-)

Wie geht es dir mit wichtigen Entscheidungen in deinem Leben? Fallen sie dir leicht oder schwer? Welche persönlichen Tipps hast du, um die Zweifel zu besiegen? Schreib sie doch wenn du möchtest in die Kommentare.

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen,

Liebe Grüße,

Marie