Sich mit anderen vergleichen macht unglücklich oder ‘das Schwellentroll-Komplott’

Tut mir leid, lieber Schwellentroll-jäger.

Ich habe schlechte Nachrichten.

Es gibt da etwas, was du wissen musst.

Ich habe meinen Schwellentroll belauscht und dabei etwas herausgefunden.

Es gibt eine Verschwörung. Ein Komplott der Schwellentrolle.

Sie haben sich verbündet, um uns noch besser drangsalieren zu können.sich mit anderen vergleichen

Die Verschwörung

Was die Schwellentrolle herausgefunden haben, ist eigentlich ganz einfach:

Dass sie gemeinsam stärker sind. Gegen einen Schwellentroll kommen wir Menschen vielleicht noch ganz gut an, aber gegen viele Schwellentrolle? Da wird es schon schwieriger…

Und folgenden Pakt haben die Trolle daher geschlossen:

Wenn einer von ihnen ins Hintertreffen gerät, weil sein Mensch sich befreien will, kommen ihm andere Schwellentrolle zu Hilfe: Sie lassen ihre Menschen etwas sagen oder schreiben und tun, was den kurzzeitig schwellentroll-befreiten Menschen rasch wieder in die Fesseln seiner schwellentroll-Realität zurückbringt.

Ganz schön fies, oder?

Damit du dich gegen diese mafiösen Verstrickungen wehren kannst, stelle ich dir nun das wichtigste Hilfsmittel der Schwellentroll-Verschwörung vor: Sich mit anderen vergleichen.

Sich mit anderen vergleichen

Anna bastelt leidenschaftlich gerne Tischskulpturen aus Papier. Sie träumt schon lange davon, dieses Hobby auszuweiten, ihre Skulpturen der Öffentlichkeit vorzustellen und vielleicht sogar zu verkaufen.

Und endlich schafft sie es, ihr Schwellentroll gibt auf. Sie geht ins Internet.

Voll Optimismus erstellt Anna eine Homepage, wo sie ihre Kreationen vorstellt.

Ihr Schwellentroll gerät in Panik – und holt sich Verstärkung.

Und plötzlich stößt Anna auf all die anderen Homepages, die Papierkreationen vorstellen. Sie beginnt, sich mit anderen zu vergleichen…

Schreck 1: Oh, es gibt schon andere, die so etwas machen!!?

Schreck 2: Die anderen sehen viiiel professioneller aus und haben schon 1000 Likes auf Facebook.

Schreck 3: Meine Kunstwerke sehen ja ganz anders aus! Wenn das das ist, was die Leute wollen, dann kann ich ja einpacken!

Zu allem Überfluss findet Anna noch einen Artikel, den ein Schwellentroll in Auftrag gegeben hat:

Wie ich in nur drei Monaten von meinen Papierskulpturen leben konnte.“

Anne liest sich die Tipps in dem Artikel durch und wird von nackter Angst gepackt. Sie hat alles falsch gemacht! Außerdem steht da, man müsse im ersten Monat mindestens 500 Besucher haben, ansonsten könne man gleich einpacken.

Und genau das tut Anna nun. Sie packt ein. Nachdem sie sich gründlich ausgeheult hat, verbrennt sie ihre Kreationen, begräbt einen Traum und beschließt zu glauben, dass sie kein Talent hat.

Was Anna übersehen hat:

1) Dass andere Menschen auch Papierkreationen machen, heißt nicht, dass niemand Annas Skulpturen sehen will. Es gibt ja auch mehr als ein Buch auf der Welt. Und mehr als ein Unternehmen, dass Streusalz und Vogelfutter verkauft. (schöner Vergleich, nicht? ;-))

2) Dass die Anderen mehr Likes auf Facebook haben, heißt nicht, dass jemand ihre Kreationen gut findet. In Wahrheit ist es ziemlich einfach an Likes zu kommen, selbst wenn man Schwachsinn produziert…

3) Dass Annas Kreationen anders aussehen, heißt nicht, dass sie niemand mag. Es ist sogar ziemlich wahrscheinlich, dass eine ganze Reihe von Leuten da draußen genau auf diese ‘Andersartigkeit’ gewartet haben.

4) Sich mit anderen vergleichen, ist absolut sinnfrei. Vor allem, wenn es um Bereiche geht, in denen Individualität zählt. Bist du jetzt gut gekleidet, wenn du einen roten oder wenn du einen blauen Schal trägst?? Bist du jetzt erfolgreicher, wenn du zehn selbstgemachte Kreationen pro Jahr verkaufst oder 10 000 von der Stange? Und: Warum solltest du deine Träume nicht leben, nur weil nicht mindestens 50% der Weltbevölkerung dich anhimmelt?

Was tun, wenn der Vergleichstroll kommt?

Nun zurück zu unserem Schwellentroll-Komplott:

Wie können wir verhindern, dass sich die Schwellentrolle gegenseitig die Bälle zuspielen und ihre Menschen sich mit anderen vergleichen ?

5 Punkte, die helfen, wenn der Vergleichstroll kommt:

1) Eine Alarmanlage installieren

Eine ‘sich mit anderen vergleichen -Alarmanlage’ funktioniert nicht mit Strom, sondern mit Aufmerksamkeit. Die kann man leider noch nirgendwo kaufen. Dafür jedoch kann man sie trainieren. Und das völlig kostenlos. ;-)

Achte einmal für eine Weile sehr genau darauf, mit wem du dich vergleichst. Jedes Mal, wenn du unruhig wirst und aus deiner Mitte fällst, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Vergleich im Spiel ist. Es kann hilfreich sein, sich diese Vergleiche einmal aufzuschreiben. Meistens lässt die Macht eines Vergleichs schon allein durch die Bewusstmachung nach. Schwellentrolle agieren lieber um Dunkeln ;-)

2) Den Vergleich bewusst zurückgeben

Wenn du gemerkt hast, mit wem du dich vergleichst, kannst du Stopp sagen und diese unliebsame Verbindung bewusst zurücknehmen. Es hilft schon, sich bewusst zu sagen: Okay, ich habe mich gerade mit XY verglichen. Damit ist jetzt Schluss. Jetzt lasse ich diesen Vergleich los und kehre in mein eigenes Leben zurück. Es kann auch helfen, wenn du dir vorstellst, du wärst von einem unsichtbaren Schild umgeben, durch den die Vergleiche nicht zu dir dringen können.

3) Was hast du – hier und jetzt?

Was kannst du jetzt in diesem Moment genießen? Die Sonne? Dein gemütliches Sofa? Eine Tasse Tee? Das Glücksgefühl, wenn du etwas tust, was du wirklich liebst? Wenn du den Moment genießt, kannst du gar nicht vergleichen. Vergleiche finden immer in der Zukunft oder in der Vergangenheit statt. JETZT GENAU HIER ist frei davon ;-)

4) Sortiere deine Ratgeber aus

Befreie dich von allen Ratgebern, Websites, Kontakten und Fernsehserien, die dir ein schlechtes Gewissen machen. Was wäre, wenn du nicht mehr ‘besser’ werden müsstest? Wenn du einfach so bleiben dürftest, wie du bist?

Einen weiterführenden Artikel zu diesem Thema von Afschin findest du hier.

5) Wenn du dich doch unbedingt vergleichen musst…

Manchmal kommen wir aus der Vergleichsnummer einfach nicht heraus. Unsere Schwellentrolle sorgen immer wieder dafür, dass wir all diese Menschen um uns herum wahrnehmen, die angeblich genau das haben, was wir unbedingt wollen. Diese Frau, die Vollzeit arbeitet, drei Kinder hat und nebenbei erfolgreich Kinderbücher schreibt. Ich meine, WOHER NIMMT DIE IHRE ENERGIE???

Wenn du den Vergleichstroll gar nicht loswirst, kann du versuchen, ihn auf dein eigenes Leben umzulenken. Was hast DU, auf das du stolz bist? Wenn du die letzten zehn Jahre betrachtest, wie bist DU deinem persönlichen Glück nähergekommen? Was hast Du heute, was du vor zehn Jahren noch nicht hattest? Und dabei geht es sicher nicht nur um materielle Dinge.

Was ist dein persönlicher Tipp gegen Vergleiche mit anderen? Hast du schon eine ‘Alarmanlage’? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie