Innere Stimme vs. Schwellentroll

Hörst du deine innere Stimme?Oder: Wie zeigt mir meine innere Stimme, was mir wirklich guttut?

Wenn dein Schwellentroll laut und fett und aufsässig ist, fällt es dir möglicherweise schwer, zwischen ihm und deiner inneren Stimme zu unterscheiden. Beide sind schließlich in deinem Inneren zu Hause und sprechen mit dir.

Doch während dein Schwellentroll dich kleinhalten will, kann dir die innere Stimme zu Freiheit und Wohlbefinden verhelfen – wenn du sie erkennst.

Die innere Stimme – was ist das?

Sie hat viele verschiedene Namen, die innere Stimme. Manche Menschen sprechen vom Unterbewussten, andere wiederum von einer inneren Führung oder Seele. Wieder andere erleben die innere Stimme als göttlichen Funken in ihrem Inneren.

Für jeden Menschen ist ein anderer Begriff hilfreich und ich möchte dich daher dazu einladen, deinen eigenen Begriff für die innere Stimme zu finden. Wichtig ist nur, dass die Stimme für dich den wichtigsten inneren Gegenspieler deines Schwellentrolls repräsentiert.

Deine innere Stimme ist die Instanz in dir, die dir absolut zuverlässig sagen kann, was dir guttut und was nicht. Sie möchte das Beste für dich, und zwar auf allen Ebenen deines Lebens. Sie achtete darauf, dass es dir innerlich wie äußerlich gutgeht.

Wie kann ich die innere Stimme wahrnehmen?

Deine innere Stimme kannst du entweder tatsächlich als Stimme hören oder als ein Gefühl erleben, das dich führt (Bauchgefühl). Die innere Stimme kann dir auch Bilder schicken, sich in deinen Träumen verwirklichen oder dafür sorgen, dass du in deinem Alltag auf bestimmte Menschen oder Situationen triffst.

Und hier beginnt das Problem.

Denn genau das tut der Schwellentroll auch.

Wie also kann ich die beiden unterscheiden?

Hör auf dein Gefühl.

Das wichtigste Kriterium für den Schwellentroll sind die negativen Emotionen, die er in deinem Inneren auslöst. Wenn du Schwere, Angst oder Spannung verspürst, bist du sicherlich dem Schwellentroll auf den Leim gegangen.

Die innere Stimme spricht wie eine wahre Freundin zu dir. Sie hat eine weiche, liebevolle Aura, die sie ganz klar vom Schwellentroll unterscheidet. Sie gibt dir das Gefühl, in dieser Welt willkommen zu sein, und zwar genauso wie du bist. Im Gegensatz zum Schwellentroll wird sie dich nicht ausschimpfen, sondern dir höchstens einen liebevollen Schubs in die richtige Richtung geben.

Was, wenn ich die innere Stimme einfach nicht wahrnehme?

Je mächtiger dein Schwellentroll ist, desto leiser ist deine innere Stimme. Wieso sollte sie sich auch anstrengen? Sie wird ja ohnehin nie nach ihrer Meinung gefragt.

Zum Glück ist die innere Stimme wie ein Muskel. Man kann sie wunderbar trainieren. Einzige Voraussetzung hierfür: Du musst dich bemühen, ihr zuzuhören. Je mehr du zuhörst, desto mächtiger wird sie und eines Tages wird sie es mit deinem Schwellentroll aufnehmen können.

Es ist hilfreich, nicht gleich als Erstes die Frage nach dem Sinn des Lebens zu stellen, sondern mit kleinen Dingen zu beginnen, etwa:

  • möchte ich heute wirklich Nudeln essen oder doch lieber Reis?

  • Möchte ich heute Abend wirklich mit meinen Freunden ausgehen oder doch lieber ein Buch lesen?

  • Was könnte ich jetzt gerade in diesem Moment dafür tun, dass es mir besser geht?

Vielleicht hört sich das für dich alles unbedeutend an, aber es ist tatsächlich so, dass schon bei den einfachen Dingen die Frage nach einem authentischen Leben beginnt. Und hierbei kannst du wunderbar für die ‘großen Fragen’ üben.

Ich habe nach meiner inneren Stimme gehandelt, doch nun bin ich verunsichert, weil ich trotzdem negative Gefühle erlebe. Habe ich etwas falsch gemacht?

Wenn du dich trotzdem nicht gut fühlst, obwohl du dachtest, deiner inneren Stimme gefolgt zu sein, kann das verschiedene Ursachen haben.

Nehmen wir zur Verdeutlichung folgendes Beispiel:

Du hast in deinem Unternehmen gute Arbeit geleistet und eines Tages wird dir eine gehobenere Position angeboten. Du befragst deine innere Stimme und sie sagt ja. Folglich nimmst du den Job an, doch noch vor Beginn oder während der ersten Arbeitswochen treten die typischen Schwellentroll-Symptome auf: Du fühlst dich unwohl, willst gar nicht so recht zur Arbeit gehen, bekommst vielleicht sogar Kreuz- oder Magenschmerzen.

Was ist geschehen?

Möglichkeit 1: Es war doch nicht die innere Stimme auf die du gehört hast.

Diese Möglichkeit ist unangenehm, denn sie bedeutet, dass dein Schwellentroll dich wieder einmal ausgetrickst hat. Das passiert sehr gerne bei Menschen, die Schwierigkeiten haben, sich abzugrenzen und folglich ihre eigenen Wünsche mit dem Verwechseln, was andere Menschen gerne hätten.

Wenn du Schmerzen hast, könnte es sich also lohnen, zu hinterfragen, ob du diese Arbeit wirklich aus ganzem Herzen gerne machst, oder ob der Schwellentroll sich eingeschlichen hat (‘eine solche Chance kann ich nicht einfach ablehnen’, ‘was sollten die Leute denken’, ‘etwas Besseres bekomme ich ohnehin nicht mehr, nicht in meinem Alter’ oder ‘meine Frau wäre total enttäuscht, wenn ich den Posten nicht annehme’.)

Hier hilft letztendlich nur die radikale Ehrlichkeit mit sich selbst.

Möglichkeit 2: Dein Schwellentroll rebelliert, weil er sich bedroht fühlt.

Wenn du Möglichkeit 1 ausgeschlossen hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass du den richtigen Weg gewählt hast. Trotzdem können Schmerzen und Unwohlsein auftreten. Woran liegts? Ganz einfach, deinem Schwellentroll schwimmen die Felle davon und er versucht, zu retten, was zu retten ist.

Für unser Beispiel könnte es bedeuten, dass du deine neue Position wirklich liebst, aber mit neuen Tätigkeiten (Vorträge, Auslandsaufenthalte etc.) konfrontiert wirst, bei denen du dich noch sehr unsicher fühlst. Dein Schwellentroll wittert, dass es für ihn gefährlich wäre, dich diese Schwelle überschreiten zu lassen und deshalb versperrt er dir den Weg und malt dir Horrorszenarien aus, was alles passieren könnte.

In diesem Fall hilft nur eines: Einen Schritt nach dem anderen gehen und den Schmerz eine Weile einfach aushalten. Versuche dabei aber, dich nicht in der Schmerz hineinzusteigern oder dich dagegen zu wehren, denn dies kostet nur zusätzliche Energie. Nimm die unguten Gefühle einfach wahr, ohne etwas daran ‘machen’ zu wollen.

Wichtig hierbei: Wenn du die Tätigkeit wirklich liebst und wie geschaffen dafür bist, sollten diese negativen Gefühle nach einer Weile verschwinden.

Mein Vorschlag: Setzt dich am Ende jeder Woche hin und schreibe auf, wie es dir ergangen ist. Wäge hierdurch immer wieder ab, ob es dir besser oder schlechter geht als zuvor. Wenn du nach mehreren Monaten immer noch keine Verbesserung siehst, solltest du die erste Möglichkeit nochmal in Erwägung ziehen.

Falls du dir noch immer unsicher bist, ob du wirklich deiner inneren Stimme folgst, solltest du dir professionelle Unterstützung, beispielsweise in Form eines Coachings, gönnen.

Kannst du Schwellentroll und innere Stimme auseinanderhalten? Was hat dir dabei besonders geholfen? Welche Tipps und Tricks wendest du an? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie