Kraftvolle Entscheidungen – Warum du dich entscheiden musst

Mit 27 Jahren erscheint dir das Leben noch ziemlich lange.

Alleine heute habe ich 24 Stunden Zeit zur Verfügung! Und morgen wieder. Und übermorgen. Ist das nicht toll?

Und so beginne ich frohgemut meinen Tag, in dem Wissen, dass ich fast unendlich viel Zeit habe.

Nach dem Frühstück schaue ich auf die Uhr.

Mist. Ganz so rosig sieht es wohl doch nicht aus. Alleine durch Schlafen und Frühstücken habe ich schon zehn Stunden verloren!

Macht nichts, auch mit 14 Stunden kann man noch einiges anstellen. Aber womit fange ich an? Da gibt es das Buch, dass ich fertig schreiben will, das Bild, das mich anfleht, gemalt zu werden, ein Lied, das mir im Kopf herumgeistert und der Blogbeitrag für nächste Woche.

Und dann natürlich noch die hunderttausend Aktivitäten, auf die ich keine Lust habe.

Ich atme schneller.

Was ist wichtig? Aaaah, alles ist wichtig!

Ich fange an. Schreibe drei Sätze. Dann fällt mir mein Postfach ein. Und den Anruf, den ich heute unbedingt machen muss. Die Visitenkarten für Projekt eins. Die Fanpage für Projekt zwei.

Panik!!!

Sag mal, Schwellentroll?

Wo hast du dich versteckt?

Ich merke doch, dass du da bist!

Dies ist ein Beitrag zur Blogparade ‘kraftvolle Entscheidungen’ von Diana Grabowski. Dort gibt es viele schöne Beiträge zu diesem Thema. Schau doch mal vorbei!

Kreative Multitalente und Entscheidungen

Ich habe eine ganze Weile überlegt, ob ich wohl die Richtige bin, um über kraftvolle Entscheidungen zu schreiben.

Ich bin Scanner. Multitalent. Buntes Zebra.

Ich führe zwei kleine Unternehmen, habe mehr Nebenjobs als Finger an einer Hand und mit meinen Hobbys könnte man eine mittelgroße Ortschaft dauerhaft beschäftigen.

Und ich schreibe über kraftvolle Entscheidungen? Das soll ja wohl ein Witz sein!

Doch das tue ich!

Weil ich dir aus erster Hand sagen kann, dass es ohne nicht geht.

Denn ohne Entscheidung tust du von den vielen Dingen, die dich interessieren – nichts!

Der entscheidende Unterschied

Nach meiner Erfahrung muss du dich wirklich nicht für EINE Sache entscheiden, die du dann dein Leben lang machst. Darüber würde ich auch nie einen Artikel schreiben, denn der Gedanke daran macht mir mehr Angst, als ein bengalischer Tiger, der gerade den Schutzzaun zerlegt hat. ;-)

Ja du darfst Künstlerin sein, und zugleich Mutter, Ehefrau, Rechtsanwältin.

Du darfst Schriftsteller sein und zugleich Maler, Bildhauer und Musiker.

Du kannst alles sein, was du willst.

Aber…

Du musst dich eben doch entscheiden – Für dich und das, was du liebst.

Ein Widerspruch?

Nein, denn es geht nicht darum, dass du deine Familie aufgeben musst, wenn du dich dazu entscheidest Künstlerin zu werden. Es geht nicht um ein Entweder – Oder. Vielmehr geht es darum, ob du den Mut hast, dem Weg deines Herzens zu vertrauen auch wenn in deinem Leben kein Platz für solche Spinnereien zu sein scheint.

Es nützt nichts, wenn du

VIELLEICHT ein Buch schreiben könntest

VIELLEICHT Gesangsunterricht nehmen könntest

VIELLEICHT eine Ausstellung planen könntest

Du musst dich dafür entscheiden, mit ganzem Herzen

Sonst fängst du nie an.

Kraftvolle Entscheidungen zu treffen bedeutet für mich, einen Vertrag mit mir selbst zu schließen. Einen Vertrag, indem ich mich vollkommen und bedingungslos zu den Träumen meines Herzens bekenne und mich verpflichte, sie in diesem Leben umzusetzen.

In welchem Rahmen und wie lange? Das wird sich zeigen.

Doch indem ich diese Entscheidung treffe, mache ich aus dem ‘Vielleicht’ ein ‘Ja’, aus dem Traum eine reale Möglichkeit.

Kraftvolle Entscheidungen dieser Art zu treffen bedeutet übrigens nicht, dass ich sie mein Leben lang beibehalten muss. Das mache ich mir dann bewusst, wenn ich das Gefühl habe, mich durch die Entscheidung zu sehr festzulegen.

Sie gelten, solange mir dieses Projekt wirklich wichtig ist. Wer sagt, dass ich nach einem ersten Buch auch noch ein zweites schreiben muss? Vielleicht werde ich eines Tages Mönch, Börsenmakler oder Schlittschuhläufer. Doch jetzt und heute bin ich Künstlerin. Ich habe mich dazu entschieden und werde dabei bleiben, solange es mich glücklich macht.kraftvolle Entscheidungen

Das Problem mit dem Plan B

In unserer Gesellschaft braucht jeder einen Plan B. Vor allem, wenn er so etwas Unsicheres wie Künstler sein will.

Die meisten werden vielleicht sogar sagen: Plan B? Pah. Ich habe auch noch einen Plan C. Falls mit Plan B was schiefläuft…

Was daran sollte auch verkehrt sein? Wäre es nicht gut, eine Alternativlösung bei der Hand zu haben, falls du feststellst, dass du als Künstler nicht erfolgreich bist?

Doch Pläne, egal ob A, B oder C, verschlingen Energie. Energie, die dir dann bei deinem eigentlichen Projekt fehlt. Versuche einmal, ein Haus zu heizen, bei dem alle Türen und Fenster weit offenstehen…

Und was glaubst du, kommunizierst du nach außen, wenn du ängstlich auf deine Alternativpläne starrst? Wir beschweren uns sehr gerne darüber, dass andere Menschen uns als Künstler nicht ernst nehmen. Aber wie sollten sie denn auch, wenn du dir nicht einmal selbst über den Weg traust? Allzu schnell geraten Alternativpläne stärker in den Fokus als das eigentliche Projekt. Deine Energie wird aufgefressen von dem, was du eigentlich nur als Notlösung machen wolltest.

Und dein eigentliches Projekt?

Ach, das mache irgendwann, wenn ich mal Zeit habe…“

Du musst dich also entscheiden:

Für dich selbst, dein Projekt und den Erfolg.

Mein Tipp für alle kreativen Multitalente

Schau dir einmal an, was du über dein aktuelles kreatives Projekt denkst.

Bist du davon überzeugt, dass du es schaffen kannst?

Glaubst du, dass dieses Projekt wichtig genug ist, um dir die Zeit dafür zu nehmen?

Hast du schon voll und ganz JA dazu gesagt?

(und das, obwohl scheinbar die ganze Welt gegen dich ist?)

Du musst dich entscheiden.

Signalisiere dem Universum, dass du es ernst meinst.

Signalisiere deinen Mitmenschen, dass du es ernst meinst.

Signalisiere dir selbst, dass du zu deinen Träumen stehst.

Zwischen dir und deiner Kreativität steht nicht die mangelnde Zeit, nicht das fehlende Talent und auch nicht diese ach so fiese Welt, die Künstler einfach nicht mag.

Es ist dein ‘Vielleicht’, das wirklich dazwischen steht.

Alles beginnt mit einer Entscheidung.

Der Entscheidung, du selbst zu sein.

Der Entscheidung, deinem Ruf zu folgen.

Der Entscheidung, dich dem Wunder deiner Kreativität hinzugeben und der Welt zu schenken, was in dir ist.

(Und ja, du kannst trotzdem eine Familie haben, arbeiten gehen und dein Leben genießen)

Was bedeuten kraftvolle Entscheidungen für dich? Fällt es dir schwer, dich ganz und gar zu dem zu bekennen, was dir wichtig ist? Was steht deinen persönlichen Entscheidungen im Weg? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie