Jahresrückblick 2018

Wenn ich das letzte Jahr so überdenke, verspüre ich vor allem Ehrfurcht.
Ehrfurcht vor meinem eigenen Weg.
Ehrfurcht vor dem Leben an sich, seiner Weisheit und Schönheit in ALL seinen Facetten.
Ehrfurcht vor all diesen unglaublichen Menschen, die ich kennenlernen, mit denen ich zusammensein und von denen ich lernen durfte.

Die meisten Menschen zählen an dieser Stelle ihre Erfolge des Jahres auf und nehmen sich was Schönes für das nächste Jahr vor. Das habe ich letztes Jahr auch noch so gemacht. Und es ist nicht so, dass es nichts zu feiern gäbe, 2018 war auch in äußerer Hinsicht das erfolgreichste Jahr, das ich je hatte. Das Manuskript für den ersten Band meiner neuen Trilogie ist fast fertig und ich habe an Flow und Geschwindigkeit alles übertroffen, was ich mir je hätte vorstellen können. Ich habe meine ersten Seminare vor Ort gegeben und auch sonst hat sich sehr viel in meinem Leben positiv verändert.

Aber jetzt, da ich zum ersten Mal dasitze und auf ein Jahr zurückblicke, das meine wildesten Vorstellungen übertroffen hat (im Gegensatz zu vorherigen Jahren, als ich an Silvester meistens fürchterlich enttäuscht war und mich gefragt habe, warum alle anderen es drauf haben, nur ich nicht…), wird mir nochmal auf einer tieferen Ebene klar, dass es nicht darum geht, irgendwelche Stöckchen zu bringen. Es ist nicht das, was wirklich zählt.

Wenn ich mich an 2018 erinnere, dann ist es nicht die Zahl der Seiten, die ich geschrieben habe, die mich glücklich macht, sondern dass ich frei von Selbstzweifeln das Schreiben voll genießen konnte. Es sind die Menschen, die mein Herz berührt haben, an die ich mich erinnere und der Moment, in dem ein mehrere hundert Kilo schweres Fluchttier mir nach zwanzig gemeinsamen Jahren zum ersten Mal voll vertraut hat. Und es ist der innere Frieden, der in dieser Erkenntnis liegt, den ich mit ins neue Jahr nehme.

Das Jahr hat mich mächtig durchgeschüttelt und es war nicht immer einfach. Ich musste sehr oft loslassen und nicht immer nur Dinge, die ich loslassen wollte. Vieles davon ist nur deswegen passiert, weil ich noch immer dachte, einem bestimmten Bild entsprechen oder ‘es zu was bringen’ zu müssen.

Dieses Jahr hat mich in einer Art und Weise befreit, die schwer zu beschreiben ist. Ich brauche keine Ziele mehr, es gibt keine Vorsätze oder Pläne fürs neue Jahr. Und das bedeutet nicht Stagnation, sondern das Gegenteil. Ich habe gelernt, mir zu vertrauen. Es gibt nichts zu beweisen. Nichts zu erreichen. Nichts zu tun. Und genau deswegen bin ich frei, alles zu tun, was mir wirklich wichtig ist.

Ich vertraue mir selbst. Und ich bin glücklich.