Fit für deinen ersten Roman – Tag 7

Die Sache mit dem Plot

Ich habe lange darüber nachgedacht, was ich dir in diesem Impuls mitgeben möchte. Natürlich könnte ich dir einfach 1-2 Techniken an die Hand geben, wie du mal rasch einen halbwegs sinnvollen Plot bastelst und damit das Kapitel abhaken. Aber das widerspricht meiner eigenen Einstellung, dass Schreiben ein sehr individueller Weg jedes einzelnen Menschen ist, was ein Standardisierung des Prozesses recht schwierig macht.

Statt mich in den verschiedenen Techniken zum Plotten zu verlieren (wir haben ja schließlich nur noch einen Tag…) möchte ich dich dazu inspirieren, deinen eigenen Zugang zum Handlungsverlauf deiner Geschichte zu finden. Es kann nämlich gut sein, dass die Technik deines Schreiblehrers für diesen wunderbar funktioniert, für dich aber eben nicht. Und dann verlierst du rasch den Spaß und den Glauben an dich selbst.

Deswegen schreibe ich in diesem Teil über die Grundidee eines Plots.

Und danach findest du selbst heraus, was das für deine Geschichte bedeutet. :-)

Wie entsteht ein Plot überhaupt?

Im Grunde sind wir das Thema ‘Plotten’ schon mit der letzten Aufgabe angegangen. Du erinnerst dich an die zentrale Frage und den brennenden Wunsch deines Protagonisten? Damit hast du schon das Skelett des Plots in Händen und jetzt geht es darum, Fleisch auf die Knochen zu bringen. ;-)

Ein paar Dinge, die einen Plot vom ganz normalen Leben unterscheiden:

1) Eine Geschichte erzählt sich nicht so, als würdest du einfach das ganz normale Leben aufschreiben. Denn: Das Leben ist lang (das würde ein ganz schön dickes Buch…) und es ist manchmal langweilig. Im Leben passiert manchmal tagelang oder sogar jahrelang gar nichts. Deine Geschichte würde sich dann ungefähr so anhören: Sie stand auf, frühstückte, ging zur Arbeit, kam wieder zurück, aß, schlief, stand wieder auf und frühstückte, ging zur Arbeit… ziemlich langweilig, oder? Deswegen erzählst du nur das, was relevant ist und auch nur einen bestimmten Abschnitt.

2) Während die Ereignisse im normalen Leben häufig nicht direkt aufeinander aufbauen (oder zumindest dazwischen so viel anderes geschieht, dass wir längst die Zusammenhänge vergessen haben), sind die Szenen in einem Buch miteinander verbunden. Sie bauen aufeinander auf, bedingen sich gegenseitig. Sie bilden eine Kette von Ereignissen; und zwar genau die Art von Ereignissen, die geschehen müssen, damit sich die Antwort auf die zentrale Frage zeigt.

3) Während wir uns im normalen Leben sehr darüber freuen, wenn alles reibungslos abläuft, solltest du dir das für deinen Protagonisten nicht wünschen. Das klingt vielleicht ein bisschen gemein, aber die Geschichte braucht ganz einfach einen Konflikt (innerlich oder äußerlich), der es dem Protagonisten richtig schwer macht, sein Ziel zu erreichen. Nur dann fiebern und hoffen wir mit.

Die heutige Übung:

Zum Abschluss darfst du natürlich wieder etwas schreiben. ;-)

Ich habe dir dazu ein paar Fragen mitgebracht, die sich teilweise aufs Plotten beziehen und teilweise auf den Abschluss der Challenge:

– Was fühlt sich für dich besser an: Das Buch vorab akribisch durchzuplanen oder sehr offen und intuitiv an die Sache heranzugehen? Gibt es für dich einen Mittelweg, der sich gut anfühlt?

– Beginnt dein Buch an einer spannenden Stelle, oder plätschern die ersten Kapitel nur so vor sich hin? (Wenn du noch nicht so weit bist, kannst du dir diese Frage einfach notieren)

– Was war nochmal die zentrale Frage deines Buches und was will dein Protagonist erreichen?

– Was hindert deinen Protagonisten daran, sein Ziel zu erreichen?

– Warum wäre es tragisch, wenn er sein Ziel nicht erreichen würde? Was würde das für ihn bedeuten und evtl. auch für andere?

– Gibt es schon bestimmte Szenen und Höhepunkte, die du ausmachen kannst? Schauplätze? Gegenspieler?

Und zusätzlich dazu:

– Was nimmst du aus der Challenge mit? Fasse nochmal die wichtigsten Punkte zusammen.

– Was willst du in Zukunft anders machen, damit dein Herzensbuch auch wirklich fertig wird?

Einen intensiveren Einstieg in das Thema ‘Plot’ findest du auch in meinem Onlinekurs ‘Shining Storys’