Fit für deinen ersten Roman – Tag 2

Warum schreibst du, Mensch?

Hast du dir diese Frage schon einmal ernsthaft beantwortet?

Hast du dich schon einmal gefragt, warum es dich bei all den tollen Dingen, die du in dieser Welt unternehmen kannst, ausgerechnet zu einer Tätigkeit zieht, die meistens daraus besteht dumpf auf einen Bildschirm zu starren und wild auf eine Tastatur einzuhämmern? ;-)

Das ist nun etwas überspitzt formuliert, aber ich denke, du weißt, was ich meine.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass du bereits weißt, dass es einfachere Wege gibt, zu Geld und Ruhm zu gelangen. Wahrscheinlich weißt du auch, dass Schreiben eine innere und äußere Herausforderung darstellt. Und trotzdem bist du noch immer hier, bereit, deinen ersten Roman in Angriff zu nehmen.

Es gibt etwas, was dich antreibt.

Jetzt kannst du natürlich antworten, dass du es einfach unterhaltsam findest, dir Geschichten auszudenken. Und vielleicht stimmt das für dich auch.

Doch das Geschichtenerzählen ‘ganz unterhaltsam’ zu finden, wird nicht genügen, um ein Werk zu erschaffen, auf das du stolz sein kannst.

Du brauchst eine Menge inneres Feuer, das dich auch dann weitermachen lässt, wenn du vor ungeahnten Problemen stehst. Allein die Tatsache, dass unser Alltag voller Ablenkungen ist, führt dazu, dass Romane nicht fertig werden, wenn ihre Autoren eines nicht besitzen: Einen guten Grund, weiterzumachen.

Um dich langfristig zu motivieren, kannst du natürlich auch altertümliche Praktiken anwenden: Einen Tritt in den Hintern, Zähne zusammenbeißen, dich selbst beschimpfen oder was dir sonst dazu noch einfällt. ;-)

Das funktioniert manchmal. Aber es ist verdammt anstrengend und eigentlich soll das Schreiben doch Spaß machen.

Dein Warum

Dabei gibt es eine viel bessere Methode, deine Motivation zu sichern: Du findest dein ‘Warum’, deinen eigentlichen und tiefsten Grund für das kreative Schreiben.

Schreiben an sich ist eigentlich nur eine Form. Eine Möglichkeit, das, was in dir vorgeht (sei es autobiografisch oder fiktiv) nach außen zu bringen, ihm eine Struktur zu verleihen und es auch anderen Menschen zugänglich zu machen.

Bedeutsam wird diese Form für dich nur dann, wenn du etwas Bestimmtes damit erreichen willst. Nur meistens sind wir uns dieser Sehnsüchte und Träume, die wir mit dem Schreiben in eine Form gießen, nur selten bewusst.

Wenn du dein Warum findest, hat das folgende Vorteile für dich:

1) Du hast eine natürliche Motivation, dein Schreibprojekt durch alle Höhen und Tiefen hindurch weiterzuführen: Dein Warum fungiert als eine Art Fixstern auf dem Weg zu deinem Erfolg.

Das bedeutet im Klartext: Wenn du dein Warum nicht kennst, wirst du rasch abgelenkt und verlierst den roten Faden. Wenn dein Warum aber allen praktischen Schritten übergeordnet bleibt, verzeichnest du langfristige Erfolge und bleibst selbst dann fokussiert, wenn es mal wieder etwas schwieriger ist.

2) Dein Warum verhindert, dass du auf Seite 553 deines Buches zum ersten Mal bemerkst, dass du eine Geschichte schreibst, die dich im Kern gar nicht interessiert. ;-)

Es passiert nämlich schnell, dass uns jede neue Buchidee am Anfang stark begeistert, wir es aber versäumen, uns die Frage zu stellen, ob das wirklich UNSERE Geschichte ist.

Damit dir das alles gar nicht erst passiert, geht es in der heutigen Übung um dein Warum.

Die Übung

Für die heutige Übung gelten die gleichen Grundvoraussetzungen wie gestern, die du natürlich je nach Wunsch und Tagesverfassung variieren kannst.

Auch heute wirst du wieder in einer ‘heiligen’ Atmosphäre schreiben, doch am heutigen Tag lenken wir deine Intuition in eine bestimmte Richtung: Du schreibst über dein persönliches Warum in Bezug aufs kreative Romanschreiben.

Die Form kannst du wie gestern frei wählen. Die folgende Liste an Fragen und Inspirationen kannst du frei nutzen, um dem Thema deiner großen Schreibsehnsucht näher zu kommen. (Du musst nicht alle nutzen, nimm die Impulse, die dich ansprechen):

  • wenn du an erfolgreiches Romanschreiben denkst, welche Schlüsselszenen siehst du vor deinem inneren Auge? Siehst du dich zum Beispiel während des Prozesses oder mit dem fertigen Buch in der Hand?

  • Was ist kreatives Schreiben für dich? Was bedeutet es?

  • Was fühlst du in Bezug aufs kreative Schreiben?

  • Was denkst du in Bezug aufs kreative Schreiben?

  • Vervollständige diesen Satz zehnmal, ohne groß nachzudenken: Ich möchte einen Roman schreiben, weil…

  • Vervollständige diesen Satz zehnmal, ohne groß nachzudenken: Mich faszinieren Geschichten, die…

  • Wenn deine Sehnsucht nach dem eigenen Roman sprechen würde, was würde sie sagen?

  • Was hat dein ‘Schreib-Warum’ mit deinen sonstigen Werten und Träumen deines Lebens zu tun?

  • Wenn du nur eine einzige Botschaft, ein Gefühl oder eine Szene vermitteln dürftest, was würdest du unbedingt mit der Welt teilen wollen?

Du musst dich nicht sklavisch an die Fragen halten. Lass deiner Intuition Spielraum, dich zu überraschen. Bleibe auch bei dieser Übung spielerisch und beende sie, bevor du den Spaß daran verlierst.