Fit für deinen ersten Roman – Tag 1

Schreiben aber wie anfangen?

Das Schreiben hat wie viele kreative Tätigkeiten die Eigenschaft, manchmal etwas eigenwillig zu sein. :-)

Wenn du versuchst, gute Ideen und einen soliden Schreibfluss zu erzwingen, stehen die Chancen gut, dass deine Muse pfeifend reißaus nimmt und dich vollkommen verzweifelt zurücklässt. Bist du allerdings vollkommen entspannt und gerade mit etwas ganz anderem beschäftigt, überfallen dich die Ideen in den ungünstigsten Momenten. ;-)

Deshalb müssen wir einen kleinen Umweg machen, um deine Schreib-Muse zum Mitmachen zu bewegen: Wir wiegen sie in der Sicherheit, dass du die Sache gar nicht soooo ernst meinst und nutzen ihre Neugierde, um dein Herzensprojekt an den Start zu bringen. :-)

Ich gehe davon aus, dass du

a) Freude am Schreiben haben willst

b) nicht irgendetwas niederschreiben willst, sondern deiner Sehnsucht folgen willst.

Aber wie kommst du da hin? Wie fängst du an, wenn du noch gar nicht weißt, wie du ansetzen sollst?

Kopfgeburt oder Herzensbuch?

Jede Geschichte kann nur Gestalt annehmen, wenn du anfängst, die Ideen in deinem Kopf zu Papier zu bringen. Gerade wenn du noch am Anfang stehst und wenig Schreibpraxis hast, ist es sehr wichtig, erst einmal in den Fluss des Schreibens einzutauchen und deine Inspirationen wild fließen zu lassen, bevor du sie in eine Form zwängst. Sobald du nämlich intensiv darüber nachdenkst, ob du gerade ‘richtig’ schreibst, bist du im Kritiker-Modus. Du schreibst mit dem Kopf statt mit dem Herzen. Und das hat unangenehme Folgen. Denn in diesem Zustand taucht der Schwellentroll (Verhinderer/Kritiker) auf und sorgt dafür, dass du mit dem Schreiben erst gar nicht anfängst.

Doch wahre Inspiration entsteht eben gerade, wenn du deinen Kopf ausschaltest und dein Herz sprechen lässt. (Herzintelligenz)

Damit die ganze Idee vom ersten Roman nicht zu einer Kopfgeburt schrumpft und du vor lauter Strategien und Plänen nicht mehr zum Schreiben kommst, beginnen wir genau damit:

Mit dem Schreiben. :-)

Heute geht es noch nicht primär um deinen Roman. Wenn du noch nicht genau weißt, worüber du schreiben willst, kannst du dich also entspannen. ;-)

Die heutige Übung:

Du brauchst dafür: Einen Stift und Papier oder alternativ ein elektronisches Gerät, auf dem du schreibst (bitte entscheide während der Challenge intuitiv, ob du lieber von Hand oder auf dem PC, Laptop etc. schreiben willst. Was sich für dich gut anfühlt, ist auch okay)

Nimm dir für diese Übung wenigstens eine halbe Stunde Zeit, wenn du magst auch länger.

1) Erschaffe einen ‘heiligen’ Schreibort oder begib dich an einen solchen.

Keine Angst, du musst nicht religiös sein, um bei dieser Übung mitmachen zu können. Mit ‘heilig’ meine ich, dass du dir eine kleine Oase erschaffst, in der du dich wohl und geborgen fühlst und dir damit einen besonderen und bedeutungsvollen Moment erschaffst.

Das muss nicht kompliziert sein. Vielleicht genügt es, eine Kerze anzuzünden oder deine Lieblingsmusik aufzulegen. Ein heißer Kakao oder ein Glas Wein sind auch erlaubt. ;-)

Folge da ganz einfach deiner Intuition und halte es vor allem entspannt und einfach. Dein Heiliger Ort muss nicht perfekt sein.

Vielleicht hast du auch schon einen Ort, zu dem du regelmäßig gehst, weil er dir einfach etwas bedeutet? Du kannst auch dort schreiben, wenn du magst.

Wichtig ist, dass du einen klaren Trennstrich zu deinem normalen Alltag ziehst und dafür sorgst, dass du nach Möglichkeit nicht gestört wirst.

2) Bereite dich vor

Nimm deine Schreibutensilien und mach es dir gemütlich. Bevor du mit der Übung beginnst, gestatte dir für einen Moment, zur Ruhe zu kommen. Du kannst auch noch einmal bewusst eine Hand auf deine Herzgegend legen und dich daran erinnern, dass du für die folgende Übung einfach deiner Intuition folgen willst und alle kritischen Stimmen in deinem Kopf außer acht lässt. Wenn du das Gefühl hast, ganz an deinem ‘heiligen’ Ort angekommen zu sein, kannst du beginnen.

3) Die Schreibübung

Du beginnst nun, deine Intuition in Worte fließen zu lassen und das geht so:

Vielleicht hat sich schon während der Vorbereitungen eine ungefähre Idee davon gezeigt, über was du schreiben willst. Vielleicht ist da ein Gedanke oder ein Gefühl, das dich beschäftigt. Oder der plötzliche Wunsch, eine kleine Geschichte zu schreiben.

Wenn du eine flüchtige Idee hast, fang einfach an. Lass alle Vorstellungen davon los, wie man mit dem Schreiben beginnt oder wie sich dein Text anzuhören hat. Lass ihn die Form annehmen, die er möchte, sei es nun eine Ansammlung von Gedanken, eine Geschichte oder ein Gedicht. Alles ist willkommen, alles ist okay.

Vielleicht hat sich bei dir aber auch noch gar keine Idee eingestellt oder es fällt dir einfach schwer, anzufangen. In diesem Fall beginnst du damit, dich einfach ‘warmzuschreiben’. Du schreibst einfach auf, was dir gerade in den Sinn kommt, deine Gedanken, Gefühle, ein Geräusch im Nachbarraum. Du folgst dem Strom deiner Aufmerksamkeit und sortierst nichts aus. Auch wenn dir der eine oder andere Gedanke dämlich oder lächerlich vorkommt, schreib einfach weiter. Setze den Stift nicht ab, sondern lass alles aus deinen Gedanken aufs Papier ‘blubbern’. ;-)

Falls dir während dieser Warmschreibphase eine Idee kommt, wozu du gerade etwas schreiben möchtest, dann greife diese auf und mache daran weiter. Wenn nicht, bleibst du bei deinem Stream of Consciousness.

Das Wichtigste an dieser Übung

  1. Egal was du schreibst, versuche nicht zu bewerten

  2. Mach innerhalb deines eigenen Zeitfensters immer weiter. Lass nicht zu, dass dich dein Schwellentroll stoppt.

  3. Konzentriere dich auf die spielerische Seite der Übung und sei nicht zu verbissen. ;-)

Sinn dieser Übung ist es unter anderem, deinem Unterbewusstsein zu zeigen, dass Schreiben Spaß macht und einfach sein kann. Deshalb mach es dir ruhig leicht und verzichte auf jede Form von Perfektionismus.

Wenn du deinen Text geschrieben hast, hast du für heute genug getan. Klopfe dir auf die Schulter und tu dir was Gutes.