Erkenntnisse aus dem Schreibprozess: Ich darf naiv sein

Ich liebe Fantasy. Ja, auch die Klassische. Aber viele der Storys sind mir persönlich zu kitschig, zu naiv, zu einfach gestrickt…
Tja, heute ist mir klargeworden, dass es genau das ist, was mich manchmal auch beim Schreiben blockiert. Vor allem, seit ich mit meinem neusten Projekt in die ganz klassische Fantasy gewechselt bin.
Diese Woche saß ich beim Neuschreiben bzw Überarbeiten meiner alten Story fest. Ich wollte meine Prota am Anfang etwas weltgewandter gestalten, als es der Geschichte gut tat. Wohl vor allem auch deshalb, weil einer der Hauptvorwürfe gegen den ‘Trebeta’ ist, die Protagonisten seien zu naiv…

Aaaaber: Die Story funktionierte so nicht. Denn wenn Charis am Anfang bereits zu viel weiß, kann ich sie nicht als Joker benutzen, um den Leser mit meiner Fantasy-Welt vertraut zu machen. Ich hatte ja nicht ohne Grunde eine Prota mit partieller Amnesie gewählt, die in meiner Welt fast genauso unbedarf ist wie der Leser.
Trotzdem erscheint sie mir nach wie vor zu naiv. Was eigentlich Quatsch ist, denn sie ist ja nicht naiv, sondern unwissend.

Erkenntnis: Ich darf mich trauen, naiv zu sein.