Drei Tipps gegen Schwellentroll- Weihnachten

Gerade packt mein Schwellentroll seine Koffer. Eigentlich wäre es ja gar nicht so schlecht, wenn er mal an die frische Luft käme und mich in Ruhe lassen müsste.

Das Blöde daran ist nur: Mein Schwellentroll hat gar nicht vor, alleine zu reisen. Er wird mich mitnehmen, denn es ist mal wieder Weihnachten.Weihnachten

Weihnachtszeit ist Schwellentroll-Zeit

Ach, diese Weihnachtszeit! Kaum hat der Dezember begonnen, da geht auch schon der ganze Stress los! Mit was soll ich anfangen? Hmm, also da sind noch gefühlte hunderttausend Geschenke, die ich besorgen muss. Und natürlich hat die Hälfte der Leute wieder keine Wünsche, will aber trotzdem etwas haben.

Und ich muss noch unbedingt auf den Weihnachtsmarkt, denn da war ich letztes Jahr schon nicht. Dann gibt es da die Betriebsweihnachtsfeier, die Vereinsweihnachtsfeier, die andere Vereinsweihnachtsfeier, Weihnachts-weihnachtsfeier und was weiß ich noch.

Lass mich überlegen, da wäre dann noch der Weihnachtsbaum samt Schmuck. Und natürlich die familiäre Balgerei um die Weihnachtstage. Genau genommen wäre ein Zeitumkehrer wie in Harry Potter (damit kann man überall zur gleichen Zeit sein) die einzige Möglichkeit, alle zufrieden zu stellen.

Bleibt nur noch der Kampf darum, sich die Weihnachtstage beruflich frei zu halten, dann hätten wir alles, oder?

Ach verdammt, ich wusste doch, dass ich was vergessen habe. Da wäre noch etwas, was sich der ganz normale Alltag nennt. Am besten wäre es ja, wenn man sich den gesamten Dezember freinehmen könnte, um seinen ganzen vorweihnachtlichen und weihnachtlichen Verpflichtungen nachzugehen. Aber komischerweise hat das niemand eingeplant.

Eigentlich liebe ich Weihnachten, wäre da nicht…

Natürlich könnte ich vieles davon auch einfach weglassen. Niemand zwingt mich, Weihnachten zu feiern, oder? Das Problem ist nur: Ich liebe die Weihnachtszeit.

Ich will Geschenke kaufen und sie kunstvoll verpacken

Ich will Kerzen und kleine Engelchen an den Weihnachtsbaum hängen.

Ich will einfach nur dasitzen und schauen, wie die Kerze auf dem Adventskranz langsam kleiner wird.

Der Dezember ist für mich eine wichtige Zeit der Besinnung, in der ich Phasen brauche, um das vergangene Jahr zu verarbeiten und Pläne für das Neue zu schmieden. Es ist der Monat, bei dem ich es am Schlechtesten verkraften kann, wenn er in Stress ausartet.

Geht es dir auch so?

Liebst du die Weihnachtszeit wegen bestimmter Rituale, die dir total am Herzen liegen?

Und quälst dich doch mühsam durch den Dezember weil es a) immer zu viel zu tun gibt und b) immer irgendetwas so dringend ist, dass dir keine Zeit für das wirklich Wichtige bleibt?

Hier habe ich drei Tipps zusammengestellt, die dir helfen können, aus Schwellentroll-Weihnachten wieder ein paar besinnliche Festtage zu machen.

Die drei wichtigsten Tipps gegen Schwellentroll-Weihnachten

1) minimalistisch-realistisch planen

Ich nehme mal an, dein Schwellentroll hat dir bereits eine lange Liste der Leute vorgelegt, die an den Weihnachtstagen dringend besucht oder angerufen werden müssen. Dann gibt es eine zweite Liste mit offiziellen Weihnachtsfeiern, die du besuchen müsstest und eine Dritte mit allen Dingen, die noch getan werden müssen, um einen perfekten Heiligabend zu organisieren (Essen, Geschenke, unangenehmen Verwandten eintrichtern, dass sie sich benehmen sollen…)

Puuh, da kommt Freude auf…

Ich kann dich so gut verstehen. Eigentlich müssten die Weihnachtsfeierlichkeiten über mindestens zwei Wochen gehen.

Tun sie aber nicht.

Und deswegen gilt auch für Weihnachten, dass ein Tag nur vierundzwanzig Stunden hat.

Weihnachten ist deshalb aber auch eine perfekte Gelegenheit, dich in zwei Dingen zu üben:

a) Nein sagen lernen

b) deinen Perfektionismus-Schwellentroll zähmen

Vielleicht schaffst du es ja, den einen oder anderen deiner Weihnachtsbesuche abzusagen oder diplomatisch auf einen anderen Termin zu verschieben. Wenn du Glück hast, ist dein Gegenüber sogar froh, dass du nicht auch noch an Weihnachten hineinschneist.

Löse dich von dem Gedanken, dass eine Weihnachtsfeier perfekt sein muss, um gut zu sein. Gibt es eine Kleinigkeit, die dir einen Haufen Arbeit erspart, wenn du sie weglässt oder deligierst? Diese Kleinigkeit könnte vielleicht den Unterschied zu einer entspannten Weihnachtsfeier machen.

Mein Tipp: Verplane deutlich weniger Zeit, als du tatsächlich zur Verfügung hast. Es kommt sowieso immer etwas dazwischen. Außerdem brauchen wir noch etwas Zeit für die beiden anderen Tipps. ;-)

2) Wie sieht deine perfekte Weihnachtszeit aus?

Hast du dir schon einmal klar gemacht, was DIR an Weihnachten WIRKLICH wichtig ist?

Wie wäre es, wenn du deine perfekte Weihnachtsfeier einmal visualisierst?

Schließe hierfür die Augen und stelle dir vor, einfach alles wäre möglich. Aber heute muss du auf niemanden Rücksicht nehmen und auch Geld oder Zeit spielt keine Rolle. Du kannst Weihnachten einfach so feiern, wie DU es möchtest.

Welche Bilder siehst du? Welche Aktivitäten sind dir wichtig? Mit welchen Menschen bist du zusammen? Wie sieht dein Weihnachtsbaum aus? Oder hast du vielleicht gar keinen?

Mache dir so detailliert wie möglich klar, was DU an Weihnachten liebst.

Falls deine aktuelle Weihnachtsfeier anders aussieht, willkommen im Kreis der 99.9% Menschen, bei denen das so ist. ;-)

Doch zurück zu deiner Vision: Gibt es da vielleicht eine Kleinigkeit, die auch in deiner ‘normalen’ Weihnachtsfeier umsetzbar wäre?

Beispiele: eine kleine Kerze anzünden, einen Spaziergang machen, ein bestimmtes Weihnachtslied singen, ein Accessoire kaufen, dass deiner Meinung nach unbedingt an den Weihnachtsbaum gehört?

Beginne in diesem Jahr damit, diese Kleinigkeit umzusetzen. Sie ist deine Fahrkarte zu einem perfekten Weihnachtsfest.

3) Komm einfach mal zur Besinnung ;-)

Besinnlichkeit ist ein ziemlich großes Wort, noch zudem in einer Zeit, die so hektisch wie die unsere ist.

Hier mein Vorschlag zu einer etwas moderateren Form des ‘zur-Besinnung-kommens’:

Plane an Weihnachten mehrfach am Tag ein paar Besinnungs-Minuten ein.

Einfach mal hinsetzen, eine Tasse Tee trinken und den Verlauf der Festlichkeiten auf sich wirken lassen. Damit gibst du dir selbst die Gelegenheit, zu spüren, was gerade gut läuft und wo du ein dringendes Bedürfnis verspürst, etwas anders zu machen.

Vielleicht kannst du ja noch eine kleine Kurskorrektur vornehmen?

Wenn nicht, kannst du deine Erkenntnisse zumindest für die Planung der nächsten Weihnachtsfeier verwenden ;-)

Und jetzt frage ich dich:

Was liebst du an der Weihnachtszeit? Kannst du Weihnachten so feiern, wie du es dir wünschst? Was hast du getan, um dies zu erreichen? Ich freue mich, wenn du deine Überlegungen mit mir teilst!

Lass uns heute mal einen Weihnachts-Schwellentroll jagen,

Liebe Grüße,

Marie