Die wunderschöne Essenz der Dunkelheit

Oder: Warum ich hier schon so lange nichts mehr gepostet habe.

Ich sitze gerade am PC und mein Herz klopft mir bis zum Hals. Seit Wochen will ich diesen Beitrag schreiben und immer wieder schiebe ich es vor mir her. Nicht, weil ich plötzlich die Lust am Schreiben verloren hätte. Sondern, weil dieser Beitrag mir aufrichtig Angst macht.

Vielleicht verstehst du am Ende des Textes, wieso.

Vorneweg: Dies ist kein Beitrag darüber, wie du dein Herzensbuch schreibst. Wenn du also nur daran interessiert bist, kannst du jetzt gleich mit dem Lesen aufhören. Dies ist ein sehr persönlicher Beitrag. Ich schreibe darüber, was gerade in mir vorgeht und was dies für die weitere Entwicklung meiner Online-Projekte bedeutet.

Puuh, also gut, tieef durchatmen und los geht’s. :-)

Die Pfade des Lebens

Ich bin ein Entwicklungs-Mensch. Das war ich schon immer. Ich war nie mit der naheliegenden oberflächlichen Wahrheit zufrieden, die mir irgendjemand geliefert hat. Ich war und bin auf der Suche: Nach der Wahrheit, der Essenz, nach dem, worauf es wirklich ankommt.

Und diese Suche ist ein ziemlich verschlungener Weg. Die meiste Zeit befinde ich mich mitten in einem Dickicht und sehe immer nur die nächsten Meter des Weges. Ich biege falsch ab, verlaufe mich und finde doch immer irgendwie wieder zurück. Und manchmal… manchmal gibt es Ausblicke. Plötzlich öffnet sich das Dickicht zu einer Lichtung und ich sehe ein Stück des Weges.

Das ist im Grunde eine schöne Erfahrung. Doch was, wenn der Weg in eine andere Richtung führt als gedacht?

Und damit bin ich beim eigentlichen Thema dieses Beitrags. Ich werde nun alle Metaphern und rosigen Bilder beiseite lassen und Tacheles reden. Eigentlich würde ich mich viel lieber hinter einer hübschen Geschichte verschanzen, doch das habe ich viel zu lange getan. Heute geht es um Ehrlichkeit.

Eine dunkle Ahnung

Ich weiß jetzt seit mehreren Monaten, dass ich in meinem Leben und in meinem Business etwas ändern muss, wenn ich mir wirklich treu bleiben will. Angefangen hat es mit einer subtilen Ahnung, die ich leicht unterdrücken konnte. Ich wollte die Veränderung nicht. Schließlich hatte ich mir gerade erst etwas aufgebaut und ein Teil von mir sehnt sich unendlich nach Sicherheit und Stabilität.

Also gut, Zähne zusammenbeißen und weitermachen. Schließlich kennt jede Unternehmerin dunkle Momente und Zweifel. Und wenn man jedes Mal das gesamte Business einstampft, kommt man zu rein gar nichts. Vor allem, wenn man eine Scannerpersönlichkeit ist und sich ohnehin für tausend Dinge interessiert.

Zum Glück bin ich super darin, die Zeichen des Universums zu ignorieren. Mir ging kein Licht auf, als ich plötzlich keine Lust mehr verspürte, Inhalte zu produzieren. Als meine Migräne, die ich schon fast geheilt hatte, plötzlich in Wellen zurückkehrte und mich so sehr lähmte, dass es sogar zu schweren Ausfallerscheinungen im Gehirn kam. Ich dachte mir auch nichts dabei, als meine Angebote plötzlich kaum noch angenommen wurden.

Alles nur eine Phase. Nichts, was man nicht mit eine bisschen Sturheit überwinden könnte. Einmal mit dem Kopf durch die Wand und dann würde alles wieder gut werden.

Bloß, dass diese Strategie nicht aufging. Es wurde schlimmer. Je mehr ich kämpfte, desto mehr verlor ich. Plötzlich funktionierte rein gar nichts mehr in meinem Leben. Und ich verstand einfach nicht wieso. Schließlich hatte ich eigentlich alles richtig gemacht.

Doch das stimmt nicht ganz. Ein Teil von mir wusste die ganze Zeit, was richtig ist. Es gab da diese leise, wilde Stimme in meinem Inneren, die genau wusste, dass gerade etwas schief lief. Doch wieso sollte ich auf irgendwelche komischen Stimmen in meinem Inneren hören? Wenn mir meine rationaler Anteil doch sagte, dass alles gut war?

Die dunkle Nacht

Doch das Universum liebte mich anscheinend zu sehr, um mich mit dieser halbgaren Masche durchkommen zu lassen. ;-)

Im Sommer kam die Krise. Ich schrie und tobte innerlich. Wehrte mich mit Händen und Füßen und ganz viel Ablenkung gegen den Zusammenbruch. Doch das Haus meiner Seele schien regelrecht zu kollabieren, etwas, worauf ich überhaupt nicht gefasst war. Ich verstand es nicht, wollte es nicht verstehen.

Ich stürzte in die dunkle Nacht der Seele, an einen Ort, an dem nichts irgendeinen Sinn ergab. Ich war mir jahrelang vollkommen sicher gewesen, was meine Berufung war (oder hatte es mir schöngeredet, je nachdem…), doch jetzt zweifelte ich plötzlich an allem. Sogar das Romanschreiben, eine meiner großen Leidenschaften, versagte. Ich setzte den Stift aufs Papier und hatte nichts zu sagen. Und das war für mich eine unglaublich beängstigende Erfahrung.

Ein paar Wochen lang ging es mir richtig dreckig. Ich hatte furchtbare Angst, depressiv zu werden. Denn als Mensch mit depressiver Vorerfahrung erkannte ich die Symptome. Doch dieses Mal war etwas anders. Unter all der Angst und Verwirrung gab es immer noch diese eine Stimme, die mir sagte, dass ich nicht depressiv werde, sondern dass diese Phase der notwendige Umbruch zu etwas Neuem ist.

Etwas in mir starb. Doch dieses Etwas war nicht ich.

Der Wandel beginnt

Der Wendepunkt kam, als ich mich entschied, dieser Stimme in meinem Inneren zu vertrauen. Ich ließ mich in die Krise fallen, anstatt gegen sie zu kämpfen. Ich akzeptierte, dass ich NICHTS wusste. Ich ließ mich begleiten und coachen, begann erneut mit Journaling. Ich stellte mich allen unangenehmen Fragen, die aufkamen.

Und so begann eine ganz neue Reise zu mir selbst. Eine, die zum ersten Mal nicht mehr davon geprägt war, möglichst schnell irgendwo anzukommen oder beeindruckende Dinge zu tun. Und plötzlich kamen – wie durch ein Wunder – immer genau die richtigen Impulse zu mir.

Mein Leben als Zwitter

Das Problem war, dass ich zwar langsam ein Gespür dafür bekam, was nicht richtig für mich war, aber ich hatte keine Ahnung, was ich stattdessen tun sollte. Ehrlich gesagt war ich ziemlich sauer. Wieso raubte man mir meine Illusionen, ohne mir eine sinnvolle Alternative zu liefern? Ich wünschte mir so sehr ein Equivalent des Briefes aus Hogwarts. Bähm, du bist ein Zauberer. Bähm, du bist bestimmt dazu, Autor zu sein. Bähm, deine Bestimmung besteht darin, in Afrika kleine süße Elefantenbabys zu retten. All diese kleinen Synchronizitäten in meinem Leben stupsten zwar etwas an, aber mir fehlte einfach das große ganze Bild. Warum musste es immer so verflixt schwierig sein?

Um es kurz zu machen, der Brief kam nicht und ich musste andere Wege finden.

Das war eine ganz merkwürdige Zeit. Äußerlich machte ich so weiter wie bisher. Ich erzählte nur ganz wenigen Menschen, was gerade los war und fühlte mich unendlich zwiegespalten. Ich wollte den Prozess so gerne teilen und fühlte mich doch noch nicht bereit dafür. Ich wusste bereits, dass ich mein Business ändern musste und hatte doch Verpflichtungen, die ich nun mal eingegangen war und nicht einfach sausen lassen konnte. Ich entschied mich also, nochmal alles zu geben und parallel dazu für mich nach einer neuen Lösung zu suchen.

Und jetzt?

Seitdem ist wieder Zeit vergangen. Zeit, die sehr turbulent war und täglich neue Erkenntnisse brauchte. Ich lernte, meiner inneren Stimme wirklich in aller Konsequenz zu vertrauen, auch dann, wenn alles dagegen spricht. Ich lernte mich selbst und meine Fähigkeiten ganz neu kennen und schätzen und tauchte nochmal viel tiefer in die Frage nach meiner Berufung ein. Ich erfuhr, was Selbstliebe jenseits aller Lippenbekenntnisse bedeutet und habe endlich meine intuitiven und spirituellen Fähigkeiten voll anerkannt.

Nun ist der Moment gekommen, den nächsten Schritt zu gehen.

Was bedeutet das ganz konkret?

Ich habe mich dazu entschlossen, meine Energie in ein neues Projekt zu geben, das nichts mit Schreibcoaching und Schriftstellerei zu tun hat. Ich werde wieder als Lifecoach arbeiten, so wie ich es schon in der Vergangenheit getan habe. Ein genauer Elevator Pitch oder eine Bezeichnung gibt es noch nicht, doch es wird darum gehen authentisch und echt zu sein und die Masken fallen zu lassen, die so viele von uns ihr Leben lang mit sich herumschleppen. Ich werde die liebevolle und klare Kraft sein, die Menschen dabei hilft, sich selbst nahe zu kommen. Wohin mich das führt? Ich weiß es nicht, aber es fühlt sich gut an. :-)

Heißt das, dass ich bis jetzt nicht authentisch war?

Nein, das heißt es gar nicht. Ich liebe mein altes Projekt noch immer und bin wahnsinnig stolz auf all die tollen Menschen, die ich begleiten durfte. Damals war es genau richtig, jetzt ist es das nicht mehr. Meine Seele ruft mich zu neuen Ufern.

Doch was bedeutet das für Schwellentroll – Dein Herzensbuch schreiben?

Die Seite wird vorerst so bestehen bleiben, aber es wird in nächster Zeit keine neuen Inhalte mehr geben. Ich lasse mir selbst die Option, nochmal etwas zu posten, wenn es sich gut anfühlt. Und wenn nicht, dann eben nicht. Einschränkungen und Konventionen waren gestern. :-)

Mein Coaching-Angebot wird stark eingeschränkt. Rein handwerkliche Coachings sind nicht mehr möglich. Weitere Infos hier. Wenn du Fragen dazu hast, melde dich einfach bei mir.

Du kannst dich weiterhin in meinem Newsletter anmelden, um den 7-Tage-Kurs zu erhalten. Darüber hinaus werde ich aber nur noch sporadisch schreiben. Wenn du meine weitere Reise verfolgen und inspirierende Newsletter von mir erhalten willst, dann komm auf meine neue Seite und melde dich dort für den Newsletter an.

Meine Facebook-Gruppe werde ich an meine geschätzte Kollegin Barbara Drucker abgeben, bei der sie sicherlich in sehr guten Händen ist.

Alle noch laufenden Programme und Betreuungen bleiben bis zu ihrem Auslaufen bestehen.

Ich suche noch nach einer Möglichkeit, meinen Onlinekurs als Selbstlernprogramm erneut zugänglich zu machen. Ich wollte ihn zwar eigentlich nur betreut rausgeben, aber ich finde es schade, die Materialien, die so vielen Menschen geholfen haben, einfach einzumotten. Infos zum Start des Selbstlernkurses erhältst du, wenn du in meinem Newsletter angemeldet bist.

Und ansonsten? Ehrlich, ich habe noch keinen genauer Plan, wie es weitergeht. :-)

Ich habe eine neue Homepage

Meine neue Homepage ist da und ich bin sehr glücklich damit. Sie ist noch lange nicht fertig, viele Texte alles andere als vollständig. Aber ich habe meinen Perfektionismus-Troll auf eine lange Reise zum Mond geschickt und erwarte ihn erst im nächsten Leben zurück (hoffentlich). :-)

Hier kannst du dir meine neue Homepage anschauen und dich gleich für den Newsletter eintragen.

Und hier findest du den ersten neuen Blog in Form einer kleinen Fabel. Es geht um einen Igel, der ein Mensch sein möchte. :-)

Innerlich bin ich gerade ganz still. Ich habe Angst, aber ich weiß, dass ich geführt werde. Ich weiß, dass ich keine 10-Jahres-Pläne brauche, wenn ich auf mein Herz höre. Alles, was ich nun tun kann, ist zuzuhören.

Ich danke dir für die wunderbare Reise!

In tiefer Liebe,

deine Marie