Die leidige Sache mit dem Plot

Ich bin übrigens bekennende Discovery-Writerin. Puh, was habe ich mich früher abgekämpft, um vorab einen Plot für meine Geschichte zu erstellen. Nicht, dass ich nicht wüsste, wie das geht. Ich fand es schon immer einfach, Plotmodelle zu verstehen, doch mit der Anwendung auf meine Geschichten ist das dann wieder eine andere Sache. So oft habe ich mir vorab einen Plot konstruiert, doch die Geschichten, die auf diese Weise entstanden, haben mir nie besonders gefallen. Viel zu viele Einschränkungen für mich Freigeist.
Sobald ich den Plot einer Geschichte im Detail kannte, hatte ich keine Lust mehr, sie zu schreiben. Warum auch? Ich kannte sie ja bereits. Dagegen finde ich es höchst reizvoll, wenn plötzlich Dinge oder Personen in meiner Geschichte auftauchen, deren Funktion ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht kenne.
Früher hat mir meine Abneigung gegen das Plotten große Sorgen gemacht. Ich war der festen Überzeugung, dass meine Geschichten auf diese Weise nie was taugen werden. Aber was sollte ich machen?
Irgendwann habe ich entschieden, dass der Spaß am Schreiben für mich das Wichtigste überhaupt ist und wenn das bedeutet, dass ich nicht plotte und damit möglicherweise nicht ganz so ausgereifte Geschichten produziere, dann seis drum. Der Preis fürs Plotten ist mir einfach viel zu hoch.
Mittlerweile habe ich entdeckt, dass ich doch so etwas wie Plotten mache, allerdings ohne dass es mir überhaupt bewusst ist. In meinem Kopf sind unglaublich viele Bilder, die sich zu der Geschichte zusammensetzen. Es ist so ein bisschen wie ein Gedächtnispalast. Ich sehe sozusagen die Geschichte in 3D vor mir. Der größte Teil davon ist zwar unbewusst, aber trotzdem da. Ich fange mehr und mehr an, dieser Art, sich Geschichten auszudenken, zu vertrauen.
Und sie macht soooo großen Spaß.
Gerade diese Woche habe ich beim Schreiben herausgefunden, was meiner Prota noch gefehlt hat, damit sie ihre Rolle perfekt spielen kann. Ehrlich… ich hatte keine Ahung. 😅