Spielverderber – warum du vor deinem Schatten nicht davonlaufen kannst

Als der Wecker klingelte, hattest du ja noch gute Laune. Eine Weile hast du das kleine Rotkehlchen auf der Fensterbank beobachtet. Dann hast du in den Spiegel geschaut, dich angelächelt und dich so positiv wie möglich auf den Tag vorbereitet.

Von dir aus hätte es ein wunderbarer Tag werden können.

Doch dann gehst du aus dem Haus…

Dein Adrenalinspiegel steigt, als dir an der ersten Kreuzung ein dicker Mercedes die Vorfahrt nimmt und dann noch die Frechheit hat, dich anzuhupen.

Im Büro angekommen, blafft dich dein Chef an, weil du seiner Meinung nach nicht gründlich genug arbeitest.

Und wenn dann am Nachmittag noch die Tante anruft und dir erzählt, was für einen tollen und gut bezahlten Job ihre Tochter hat und dass sie sich Sorgen macht, dass du in der Gosse landest – dann würdest du am liebsten nur noch schreiend im Kreis laufen…

Wie um alles in der Welt soll man sich da an den Vorsatz halten, das Leben positiv zu sehen?

Spielverderber

Alles Spielverderber?

Es ist sowas von gemein, wenn du gerade das Gefühl hast, auf deinem Lebensweg vorangekommen zu sein und dann tauchen die Spielverderber auf. Sie lassen – meist nur ganz nebenbei – ein paar Bemerkungen fallen und schon klebst du emotional wieder an der Zimmerdecke.

Warum können ein paar unreflektierte Bemerkungen so schnell diesen positiven Kokon zerstören, in den du dich gehüllt hast?

Warum wirst immer ausgerechnet DU mit diesen fiesen Spitzen traktiert?

Es muss doch eine Möglichkeit geben, diese Leute loszuwerden! Oder ihnen klarzumachen, was sie mit ihren Bemerkungen anrichten.

Versuche doch mal, vor deinem Schatten davonzulaufen – ich wünsche dir viel Spaß dabei!

Das Problem ist, sie sind einfach überall. Auf der Straße, im Supermarkt, im Büro. Überall sind Spielverderber. Und wahrscheinlich wohnen auch einige in deinem Telefon oder in deinem Email-Postfach.

Selbst wenn wir den Kontakt zu einer destruktiven ‘Freundin’ abbrechen, werden wir uns weiterhin über den Typen ärgern, der sich an der Supermarkt-Kasse vordrängelt. Auch familiäre Beziehungen lassen sich nicht ganz so leicht ‘abschütteln’. Und der Chef erst recht nicht – es sei denn, wir suchen uns einen neuen Job.

Es gibt also genau zwei Möglichkeiten:

Erstens:

Du packst ein paar Sachen zusammen, verkaufst all deine Habseligkeiten und ziehst dich als Einsiedler in die Wüste zurück. (Dann solltest du aber dafür sorgen, dass du nicht als ‘Erleuchteter’ bekannt wirst. Sonst kannst du deine Einsamkeit in Zukunft mit 10 000 Sinnsuchern teilen…)

Zweitens:

Falls du nicht zum Einsiedler geboren bist, solltest du dich mit dem Gedanken anfreunden, dass sich der eine oder andere Spielverderber nicht von dir in die Wüste schicken lässt.

Das ist ärgerlich.

Ich weiß.

Von mir aus dürfte es gerne eine Wüste nur für Spielverderber geben.

Gibt es aber nicht.

Die einzige Möglichkeit, die uns bleibt, ist, den Spieß herumzudrehen:

Wofür sind Spielverderber gut?

Warum regst DU dich darüber auf?

Warum trifft dich das, was der Spielverderber sagt oder tut?

Warum ist es dir nicht egal, ob er denkt, dein Projekt sei zum Scheitern verurteilt?

Warum kümmert dich die Behauptung, die Nachbarin von nebenan, die könnte ‘richtig’ malen, nicht so wie du?

Warum haderst du mit dir, wenn jemand kritisiert, wie du deine Kinder erziehst? (soll er doch selbst seine Kinder so erziehen!)

Spielverderber spiegeln uns oft genau die Aspekte im Leben, wo wir selbst mit uns im Unfrieden sind.

Beispiel: Wenn es dich sehr verletzt, dass dein Chef dir Schlampigkeit vorwirft, dann gibt es wahrscheinlich eine tiefsitzende Angst in dir, nicht gründlich genug zu sein. Das bedeutet nicht, dass du wirklich nicht gründlich arbeitest. Wahrscheinlich arbeitest du sogar perfektionistisch, weil du so große Angst hast, nicht zu genügen. Genau deswegen trifft dich das Urteil deines Chefs auch so hart.

Mit noch gründlicherer Arbeit wirst du nichts bewirken. Du wirst nie so gut sein, dass dich niemand mehr kritisiert. Denn in deinen Augen steht weiterhin die Angst nicht zu genügen. Ein gefundenes Fressen für alle, die ihren Kritiker mal wieder trainieren wollen.

Auch du bist ein Spielverderber

Überrascht?

Aber nein, ich rede doch niemandem rein! Ich finde, jeder sollte seinen eigenen Weg gehen!

Spielverderber!

Du musst niemandem ins Gewissen reden, um Spielverderber zu sein. Es genügt, auf eine bestimmte Art zu leben oder zu handeln.

Mit deiner bloßen Existenz bist du Spielverderber für all jene Menschen, die eine andere Vorstellung davon haben, wie das Leben zu sein hat.

Als ich es im letzten Jahr gewagt habe, einen eher unkonventionellen Lebensweg einzuschlagen, haben viele Menschen in meinem Umfeld überreagiert – zumindest kam es bei mir so an.

Menschen, mit denen ich zuvor gut klar kam, begegneten mir plötzlich mit Herablassung oder Neid oder versuchten, Ängste in mir zu schüren.

Irgendwann habe ich begriffen, dass ich mit meinen ungewöhnlichen Plänen zum Spielverderber für diese Menschen geworden war. Ich tat Dinge, vor denen sie Angst hatten und gefährdete damit ihr Weltbild. Ihre Attacken auf mich hatten mehr mit ihren inneren Ängsten zu tun, als mit dem, was ich tatsächlich tat.

Jeder muss mit seinen eigenen Ängsten fertig werden.

Sieh es also den anderen nach, wenn sie deine Köpfe drücken. Versuche lieber, herauszufinden, warum du diese Köpfe hast. Sie drücken deine Köpfe – du drückst ihre Knöpfe und gemeinsam können wir eine Menge daraus lernen :-)

Es gibt keinen besseren Indikator dafür, wovor du dich wirklich fürchtest, als die Reaktionen, die du auf die Meinung anderer Menschen zeigst.

Sie können dich nicht verletzen, wenn es da nicht schon einen verletzten Anteil in dir gibt, der ‘Hilfe, hier bin ich’ schreit.

Was wäre, wenn du diesen Anteil in dir findest und ihm hilfst, gesund zu werden?

Weiterlesen?

Bloggerkollegin Sybille Johann hat letzte Woche einen fantastischen Artikel zum gleichen Thema verfasst. Du findest ihn hier.

Wie gehst du mit deinen persönlichen Spielverderbern um? Hast du einen guten Weg gefunden, mit ihrer Kritik umzugehen ohne dich herunterziehen zu lassen? Ich würde mich freuen, wenn du deine persönlichen Erfahrungen in den Kommentaren mitteilst.

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie

Neinsagen – Selbstschutz oder Egoismus?

Mittlerweile hat sich der Leitsatz ‘wenn jeder sich um sich selbst kümmert, ist jedem geholfen’ weitgehend durchgesetzt. Es gibt unzählige Blogartikel zum Neinsagen, in vielen Coachings wird die Kultur des Neinsagens vermittelt, ganz Bücher wurden schon darüber geschrieben.Neinsagen

Ich selbst habe gerade erst einen Artikel zum Thema ‘Selbstschutz’ verfasst, der ja auch mit dem Neinsagen verwandt ist. Und doch: In meinem Herzen verbleibt ein Zweifel, ob mit dem ‘Nein’ gegenüber allem anderen als unseren eigenen Problemen wirklich alles gesagt ist.

Ist ‘Nein’ alles, was wir sagen sollten?

In meinem Herzen gibt es da seit kurzem ein dickes rotes Warnschild (und das war definitiv nicht mein Schwellentroll…).

Auf dem Schild steht Folgendes:

Pass auf, dass aus Selbstschutz nicht Egoismus wird.

Dieser Artikel versteht sich nicht als Kritik an den ‘Neinsagern’, die mit gutem Grund Beiträge über das Neinsagen schreiben. Ich weiß selbst nur allzu gut, wie wichtig es ist, sich abgrenzen zu können. Und es stimmt auch, dass wir nicht die ganze Welt retten können.

Gerade für sensible Menschen ist es absolut lebensnotwendig, sich nicht alle Probleme der Welt zu Herzen zu nehmen. Genauso wichtig ist die Kultur des Neinsagen für Burnout-Erkrankte und – Gefährdete.

Ich würde sogar soweit gehen, zu behaupten, dass die meisten Menschen ein großes Problem mit dem Neinsagen haben. Warum dann also dieser Artikel? Wegen dem ABER, das mir im Kopf herumgeistert.

ABER

  • was ist mit der alten blinden Frau, die deine Hilfe zum Überqueren der Straße braucht? Was, wenn du auf dem Weg zu einem wirklich bedeutenden Termin bist?

  • Was ist mit der Bekannten, die dich aus Verzweiflung anruft, weil niemand ihr zuhört?

  • Was ist mit dem Flüchtlingskind aus dem Krisengebiet, das gerade seine gesamte Familie verloren hat? Siehst du ihm in die dunklen Augen und sagst ‘jeder ist seines Glückes Schmied’?

Es ist ein seltsames Missverhältnis: Auf der einen Seite nehmen Menschen, die nicht dringend unserer Hilfe bedürfen, einen Großteil unserer Zeit und Energie in Anspruch. Auf der anderen Seite gibt es da Menschen, die dringend Unterstützung bräuchten, aber die nehmen wir oft nicht einmal wahr – weil wir so sehr mit unseren eigenen Problemen beschäftigt sind.

Zwischen Selbstschutz und Menschlichkeit

Klar ist das Neinsagen wichtig, aber das Jasagen auch. Schließlich sind wir soziale Wesen, keine Egos, die allein im Universum herumschweben.

Ich möchte auch gar nicht, dass du jetzt all deine mühsam antrainierten Selbstschutz-Mechanismen wieder fallenlässt. Ich möchte nur eines: Daran erinnern, dass wir bei all unserer persönlichen Entwicklung nie unsere Menschlichkeit vergessen sollten.

Lass uns auf dem Weg zu uns selbst keine Kultur des Egoismus propagieren! Denn davon haben wir wahrlich schon genug.

Wo ist sie nun aber, diese Grenze, wo aus Selbstschutz Gleichgültigkeit wird? Wo muss ich mich schützen und wo beginnt der Egoismus?

Wo bedarf ich der Demut, meine Bedürfnisse zurückzustellen, um etwas Liebevolles für andere zu tun? Und wo wiederum sollte ich in erster Linie auf mich selbst achten?

Liebe vs. Schuld

Ich habe lange darüber nachgedacht und für mich persönlich taugt nur eine einzige Definition der Grenze zwischen Egoismus und Menschlichkeit.

Hilfe im positiven Sinn hat immer etwas mit Mitgefühl und einem geöffneten Herzen zu tun. Nicht umsonst heißt es NächstenLIEBE.

Meistens helfen wir jedoch aus einem Schuldgefühl heraus. Wir halten der alten Frau nicht deshalb die Tür auf, weil wir es wollen, sondern weil man uns irgendwann in der Kindheit eingebläut hat, dass man alten Menschen gefälligst zu helfen hat.

Wir spenden nicht deshalb in die dritte Welt, weil wir ernsthaft am Schicksal der Kinder dort interessiert sind, sondern weil das Geld uns hilft, uns von unseren tiefsitzenden Schuldgefühlen zu befreien und uns selbst besser zu fühlen.

Diese Art der Hilfe höhlt uns aus. Warum? Weil wir das Wichtigste vergessen haben: Dass Mitgefühl nicht das Gleiche wie Mitleid ist.

Mitgefühl dagegen hilft und ist sich seines von der Hilfe unabhängigen Wertes bewusst. Mitgefühl erweist anderen die Liebe, die man sich selbst zugesteht. Mitgefühl kann aber auch entscheiden, dass es liebevoller ist, sich nicht einzumischen. Wenn du aus dieser Haltung heraus helfen kannst, so leistest du einen echten Beitrag zu einer besseren Welt. Und darüber hinaus wird dir der Dienst am anderen Menschen, Tier oder an der Natur ein tiefgehendes Gefühl der Freude verschaffen.

Das Herz öffnen – aber wie?

Nun stellt sich die Frage, wie du dieses Mitgefühl in dir nähren kannst. Wie kannst du verhindern, dass du entweder aus Schuldgefühlen ‘falsch’ hilfst oder aus Egoismus nicht über deine eigene Nasenspitze hinaus blickst?

Wie kannst du dein Herz soweit öffnen, dass du genug Platz für andere darin hast?

Alles beginnt mit Selbstliebe

Die Liebe, die du anderen Menschen und der ganzen Welt schenkst, ist die gleiche Liebe, die du für dich selbst empfindest. Dabei meine ich mit Selbstliebe nicht dieses oberflächliche „Hah, sieh mal, wie toll ich bin!“-Gehabe. Selbstliebe erfordert einen langen Weg. Sie beginnt dort, wo du anfängst, deine Schattenseiten zu akzeptieren. Deine Wut, deinen Neid, die Pickel auf deiner Nase.

Liebe nährt uns und andere. Liebe sorgt dafür, das wir wissen, wer unsere Hilfe wirklich braucht. Liebe sagst uns auch, wenn es genug ist.

Vielleicht erscheint dir dieser Beitrag widersprüchlich oder du fragst dich, wie er zu meinen anderen Beiträgen passt. Ich halte es jedoch für sehr wichtig, ein Thema aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten. Wenn das widersprüchlich ist – meinetwegen. Wie kann ich auch gradlinige Blogbeiträge schreiben, wenn das Leben alles andere als gradlinig ist?

Lass dich inspirieren, nicht überreden.

Lass dich zum Nachdenken anregen. Glaube nicht blind irgendwelchen Behauptungen, weder von mir, noch von irgendwem sonst. Versuche, herauszufinden, was für dich stimmig ist.

Wie definierst du die Grenze zwischen Egoismus und Selbstschutz? Wie entscheidest du, wann ein Neinsagen angebracht ist? Ich freue mich auf deine persönlichen Kommentar!

Lass uns auch in nachdenklichen Zeiten Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie

Wie man ein gesundes Gefühl für sich selbst entwickelt.

gesundes Gefühl für sich selbstHast du schon mal den Spruch gehört, dass man Beziehungen pflegen muss, wenn man möchte, dass sie langfristig funktionieren?

Und was ist mit der Beziehung zu dem wichtigsten Menschen in deinem Leben, pflegst du die auch?

Klar doch, wirst du jetzt vielleicht sagen, erst gestern hatte ich einen schönen Filmabend mit meinem Partner / meiner besten Freundin oder wem auch immer.

Aber auch wenn dich das vielleicht schockiert: Das sind nicht die wichtigsten Menschen in deinem Leben.

Der wichtigste Mensch in deinem Leben bist DU

Jetzt fragst du dich wahrscheinlich, was dieser Artikel in einer Reihe über den Umgang mit anderen Menschen zu suchen hat. Ja, er ist hier richtig. Und nein, ich habe ihn nicht deswegen geschrieben, weil mir sonst nichts mehr eingefallen ist.

Der Grund, warum der Artikel in dieser Serie erscheint, ist folgender: Deine Beziehung zu dir selbst bestimmt auch deinen Umgang mit anderen Menschen. Und zwar ganz zentral.

  • wenn du nicht weißt, was dir schadet, kannst du dich nicht ausreichend abgrenzen (Selbstschutz)

  • wenn du keinen Kontakt zu dir selbst als dem nächsten menschlichen Wesen herstellen kannst, wie willst du da andere Menschen erreichen?

  • Die Liebe und Wertschätzung, die du anderen Menschen entgegenbringen kannst, ist direkt abhängig davon, ob du dir diese Gefühle selbst entgegenbringst.

Nicht jeder Mensch hat ein gesundes Gefühl für sich selbst überhaupt entwickeln können. Andere haben es irgendwann im Laufe eines fremdbestimmten Lebens wieder verloren.

Stehst du noch in Kontakt mit dir selbst? Die Beantwortung dieser Frage ist nicht einfach und erfordert radikale Ehrlichkeit. Hier ein paar Wegweiser:

10 Punkte, an denen du erkennst, dass du das Gefühl für dich selbst verloren hast.

  1. Du reibst dich gerne an Aufgaben auf und merkst erst viel zu spät, dass du dich überanstrengt hast. ‘Puuh, jetzt bin ich aber fertig.’

  2. Dein Leben richtet sich nach den Dingen, die andere Menschen für wichtig halten und nicht nach deinen eigenen Wünschen. ‘Natürlich muss ich an Weihnachten alle Verwandten besuchen.’

  3. Manchmal kannst du gar nicht mehr so genau sagen, ob du gerade das tust, was du wirklich willst oder das, was du wollen solltest. ‘Eeeigentlich ist mein Job als Sachbearbeiter doch ganz nett.’

  4. Es fällt dir schwer, zu sagen, was dich glücklich macht. ‘Glück, hmm. Irgendwas wird schon im Fernsehen laufen.’
  5. Wenn jemand eine sehr überzeugte Meinung von einem Thema hat, traust du dich nicht, anderer Meinung zu sein. ‘Klar doch, du hast vollkommen Recht, dass Frauen/Männer doof sind.’

  6. Es ist dir unangenehm, mit dir selbst allein zu sein, ohne eine Beschäftigung zu haben. ‘Aarrhgg!! Irgendwas muss ich doch TUN!’

  7. Manchmal wenn du dein Leben betrachtest, hast du den Eindruck, den Wald vor lauter Bäumen nicht zu sehen. ‘Es gibt tausend Sachen zu erledigen!! Ähh, was wollte ich eigentlich überhaupt machen?’

  8. Du misst dich an den Maßstäben anderer Der Kollege ist nach seinen 80 Arbeitsstunden noch topfit. Also bin ich ein Versager.’

  9. Du magst dich eigentlich nicht besonders ‘Uäh, was schaut mich denn da im Spiegel an??’

  10. Du hast nicht das Gefühl, ganz und gar in deinem Körper zu ruhen.

 

Erwischt? Und jetzt?

Wie kann man ein gesundes Gefühl für sich selbst (wieder)entwickeln?

Ein bisschen Erste Hilfe:

1) Heilsames Alleinsein:

Wenn du zu den Menschen gehörst, denen es schwer fällt, nichts zu tun und mit niemandem zu reden, wird es Zeit, hier deinen Schwellentroll herauszufordern. Richte dir Zeiten zum Alleinsein und Nichtstun ein. Aber nicht schummeln! Kein Buch, kein Internet, kein Telefon. Und wehe, du räumst in dieser Zeit die Wohnung auf ;-)

Alleinsein kann am Anfang richtig wehtun. Aber es hilft!

2) Den Körper fühlen:

Wenn du dein gesundes Gefühl für dich selbst verloren hast, geht das häufig mit einer fehlenden Körperwahrnehmung einher. Ich meine damit nicht, dass du plötzlich nicht mehr weißt, ob du noch alle Arme hast. Ich meine eher, dass es sich so anfühlt, als wäre dein Selbst irgendwo in der Weltgeschichte unterwegs und eben nicht in deinem Körper. Indem du dich bewusst auf deine Körperwahrnehmung konzentrierst, kannst du wieder mehr in deinen Körper zurückfinden. Eine gute Einstiegsübung ist es, dem Atem auf seinem Weg durch deinen Körper zu folgen und zu fühlen, wie sich dein Körper ausdehnt und zusammenzieht.

3) Dich selbst mögen lernen:

Okay, alle Punkte, die du an dir nicht magst, dürften bereits bekannt sein. Jetzt geht’s ans Eingemachte: Und was an dir ist wirklich toll? Wie wäre es, wenn du versuchst, jeden Tag eine Kleinigkeit zu finden, die du wirklich an dir magst?

Es hilft übrigens nichts, sich diese Dinge gebetsmühlenartig aufzusagen oder der Partnerin nachzuplappern. ‘Oh, dein Haar ist sooo schön!’ Ist es das für dich wirklich? Was daran ist schön? Sei ehrlich zu dir selbst, du musst nicht alles an dir gut finden. Hauptsache, du findest irgendetwas ;-)

Und du wirst etwas finden, sei da ganz beruhigt. :-)

Ein gesundes Gefühl für sich selbst entwickeln bedeutet auch, sich selbst lieben lernen…

4) Liebes Tagebuch…

Schreibe auf, was dich beschäftigt. Nimm dir regelmäßig Zeit, deine Sorgen, Nöte und Hoffnungen zu Papier zu bringen. Es wird dir helfen, klarer zu sehen. Es ist dabei sehr hilfreich, einfach aufzuschreiben, was dir gerade in den Sinn kommt, ohne es zu bewerten. Ansonsten wird dir womöglich dein Schwellentroll diktieren, was du zu schreiben hast.

Lass es einfach fließen und schau dir erst danach an, was du geschrieben hast.

Vielleicht willst du diese Schreibübung zu einem wöchentlichen Ritual machen?

5) Der Freu-Dich-Termin:

Tue regelmäßig etwas, das dir wirklich Freude macht. Es ist vollkommen egal, was es ist, aber es sollte in dir eine ungezwungene, kindliche Freude wachrufen. Das Gefühl der Freude führt auf direktem Weg zu dir selbst. Und ja, das gehört in deinen Terminkalender. Und dieser Termin ist genauso wenig verschiebbar, wie ein Zahnarzttermin (wenn auch hoffentlich angenehmer). Du kannst keine Freundschaft zu einem Menschen aufbauen, dessen Termine du nicht ernst nimmst.

Hast du dich schon einmal mit dem Thema ‘ein gesundes Gefühl für sich selbst entwickeln’ beschäftigt? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Mit welchen weiteren Tipps und Übungen lässt sich ein gesundes Gefühl für sich selbst entwickeln? Ich freue mich auf regen Austausch. :-)

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie

Selbstschutz – warum auch du zu einer gefährdeten Spezies zählst.

SelbstschutzDominante Familienmitglieder, die unsere Zeit über Gebühr beanspruchen, Chefs und Kunden mit Sonderwünschen und Drohungen bei Nichterfüllung im Gepäck. Der Verein, der unbedingt noch einen ehrenamtlichen Kassenwart sucht oder der Nachbar, der ständig wissen will, ob er die Straße nun rechtsrum oder linksrum kehren soll…

Kommt dir das irgendwie bekannt vor?

Hast du manchmal das Gefühl, nach den Maßstäben anderer Menschen zu leben? Bist du unendlich erschöpft, weil du das Gefühl hast, nie genug zu machen, um allen gerecht zu werden? Gehst du abends ins Bett und bist frustriert, weil du wieder nichts von dem gemacht hast, was dir wichtig war?

Jetzt wirst du wahrscheinlich sagen: Ja, aber es ist doch normal und gut, anderen Menschen zu helfen!

Du bist auch ein Mensch!

Das stimmt auch. Menschen zu helfen ist eine gute Sache und sehr befriedigend. Aber hast du mal darüber nachgedacht, dass du auch ein Mensch bist? Dass du deine eigene Hilfe auch ganz gut brauchen könntest?

Wenn du deine eigenen Grenzen ignorierst, gibt es zumindest einen Menschen in deinem Leben, den du grob missachtest. Und es ist ausgerechnet derjenige, mit dem du den Rest deines Lebens verbringen musst. Wäre es nicht sinnvoll, sich um diesen Menschen zu kümmern und dich sogar mit ihm anzufreunden?

Und natürlich darfst du weiterhin anderen Menschen helfen. Das ist eine wunderbare Sache, vor allem, wenn die Unterstützung auch zurückkommt. Achte aber darauf, dass aus dem Miteinander keine Ausbeutung wird. Dein Gefühl ist ein sicherer Wegweiser dafür, wann es genug ist. Vor allem dein Bauch wird dir durch Unwohlsein zeigen, wann du deine Mitte verlässt und beginnst, dich zu missachten.

Doch das Gefühl allein reicht noch nicht. Um aus dem Hamsterrad dieses selbstschädigenden Verhaltens auszusteigen, brauchst du einen wirkungsvollen Selbstschutz.

Selbstschutz – Stopp sagen lernen

Wenn du einen wirkungsvollen Selbstschutz aufbauen willst, beginnst du am Besten damit, eine No-Go-Linie zu definieren. Wie weit dürfen bestimmte Menschen in deinem Leben gehen, bevor du Stopp sagst? Welche Lebenssituationen sind für dich tolerierbar, welche aber nicht?

Entwickle ein Gefühl, das die ganz klar sagt, ab welchem Punkt du Stopp sagen musst, weil du dich sonst selbst gefährdest. Das Wichtigste daran: Diese Grenze muss KLAR sein. Wenn du willst, dass andere Menschen diese Grenze akzeptieren, solltest du sie auch klar kommunizieren. Und du solltest es dir nicht wöchentlich anders überlegen. Versuche in einem ersten Schritt, die magische Grenze für dich selbst zu klären. Erst dann kannst du sie auch überzeugend nach außen kommunizieren.

Lass dir Zeit. Es dauert eine Weile, dieses Gefühl für die eigene Grenze zu entwickeln. Sei liebevoll zu dir und horche in dich hinein. Deine innere Stimme weiß genau, was für dich richtig ist. Du musst ihr nur zuhören.

Nur DU entscheidest, wann es genug ist

Lass dich nicht von anderen beeinflussen. Deine Grenzen sind deine Sache. Es ist vollkommen egal, ob andere es beispielsweise normal finden, 80 Stunden die Woche zu arbeiten. Wenn das für DICH nicht richtig ist, ist das okay. Kein Mensch hat das Recht, die Grenzen eines anderen zu definieren.

Mach dich auf Widerstand gefasst

Wenn du damit beginnst, deinen Selbstschutz umzusetzen, ist Widerstand zunächst normal. Unsere Gesellschaft ist im Augenblick noch darauf ausgelegt, sich extrem übergriffig auf das Leben ihrer Mitglieder zu verhalten. Die meisten Menschen kuschen, vor Vorgesetzten, vor dominanten Familienangehörigen, vor dem allgemeinen ‘das macht man halt so’. Sie haben verständlicherweise Angst, etwas zu verlieren, zum Beispiel ihren Job. Paradoxerweise gibt aber erst diese bedingungslose Unterwerfung übergriffigen Arbeitgebern die Möglichkeit, sich derart asozial gegenüber ihren Arbeitnehmern zu verhalten.

Gehe nur so weit, wie es dir guttut

Sich aus diesem System zu befreien und eigene Wege zu gehen, ist ein Balanceakt. Wie viel oder wie wenig Rebellion dir gut tut, kann ich dir nicht sagen. Nur so viel als Tipp: Taste dich vorsichtig an deine Selbstschutz -Linie heran. Du musst nicht gleich am ersten Tag deinem Chef sagen, dass er ein arrogantes Arschloch ist…

Sei aber auch bereit, deine Grenzen gegen andere zu verteidigen. Natürlich haben wir alle Angst, es uns mit Menschen zu verscherzen, die eine wichtige Rolle in unserem Leben spielen. Wir haben Angst, allein gelassen zu werden. Angst, unsere Arbeit zu verlieren und auf der Straße zu landen. Es ist auch nicht weiter schlimm, einen Kompromiss zu machen, mit dem man gut leben kann.

Ist es das wert?

Doch wenn du auf dem besten Weg bist, krank oder todunglücklich zu werden, denk nicht immer nur daran, was du verlieren könntest, wenn du es wagst, Grenzen zu setzen. Denk auch daran, was du sicher verlierst, wenn du so weitermachst. Deine Lebensfreude? Deine Gesundheit? Wenn es dich schwer trifft sogar dein Leben?

Am Anfang wirst du dir beim Setzen deines Selbstschutz egoistisch vorkommen. Vielleicht werden sich sogar ein paar ‘Freunde’ beschweren, dass du so komisch geworden bist. Das ist ganz normal, wenn man neue Wege geht.

Wenn du Grenzen setzt, bist du Teil eines Weges in eine freundlichere Welt. Einer Welt des gegenseitigen Respekt, in der jedem Lebewesen auf diesem Planeten die Wertschätzung widerfährt, die ihm gebührt. Und du wirst spüren, dass du deinen Mitmenschen gegenüber liebevoller wirst, wenn du es wagst, für dich selbst einzutreten.

Welche Form des Selbstschutz praktizierst du? Welche Erfahrungen hast du damit gemacht? Wo gibt es Probleme? Ich freue mich über deine Rückmeldung!

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Marie

PS: Die Grenze zu setzen erfordert ein Gefühl für sich selbst. Dazu mehr in der nächsten Woche.

Was Flow mit Glück zu tun hat

Heute möchte ich dir einen der mächtigsten Feinde des Schwellentrolls vorstellen: Den FlowFlow-Zustand. Denn wenn du im Flow bist, kann dein Schwellentroll dir nichts anhaben. Im Flow bist du ganz du selbst und mit allem verbunden. Das ist jedes Mal sehr ärgerlich für deinen Schwellentroll.

Mit dem Artikel folge ich der Einladung zur Blog-Party von ‘Lebenskünstler Karl’.

Hier geht’s zur Blog-Party, bei der zahlreiche andere Blogger Artikel zum Thema Flow erstellt haben.

Was ist Flow?

  • Flow ist, wenn du so sehr in einer Tätigkeit versinkst, dass du die Zeit vergisst.

  • Flow ist, wenn du aufhörst, zu denken und dein Schwellentroll verstummt

  • Flow ist, wenn du ein tiefes Glücksgefühl empfindest, dass dich mit allem verbindet.

Mein prägendstes Flow-Erlebnis

Seit meiner Kindheit erlebe ich den Flow am Stärksten, wenn ich Geschichten schreibe. Dann, wenn ich es schaffe, die Geschichte fließen zu lassen, ohne groß nachzudenken.

Und plötzlich entwickelt alles ein Eigenleben. Meine Protagonisten tun Dinge, von denen ich nicht einmal geträumt habe.

In diesem Moment bin nicht mehr ich es die sich eine Geschichte ausdenkt. Durch meinen Stift teilt sich etwas mit, was größer ist als ich. Ob diese Kraft, die die Geschichte schreibt nun mein Unterbewusstes ist oder Gott – was spielt es schon für eine Rolle? Wichtig ist, dass ich das Gefühl habe, wichtig, einzigartig und ein Teil des Ganzen zu sein.

Warum der Flow so wirkungsvoll gegen den Schwellentroll ist.

  • wenn du im Flow bist, denkst du nicht nach. Der Schwellentroll kann deine Gedanken nicht benutzen, um dich zu manipulieren.

  • Der Schwellentroll lebt von deiner Angst und deinem Gefühl, nicht gut genug zu sein. Im Flow-Zustand empfindest du nur Liebe. Und dagegen kommt der Schwellentroll nicht an.

  • Flow ist pure Hingabe an das Leben. Dein Schwellentroll aber lebt von deinem Gefühl der Getrenntheit und Einsamkeit.

 

Bei welchen Tätigkeiten kann man den Flow erleben?

Es gibt ganz sicher nicht DIE EINE TÄTIGKEIT, bei der alle Menschen auf der Welt den Flow erleben. Das ist vermutlich auch gut so. Sonst würden wir ja alle genau das Gleiche machen und die Welt wäre ein sehr langweiliger Ort.

Daher möchte ich dich dazu einladen, einmal darüber nachzudenken, bei welchen Tätigkeiten du in den Flow kommen kannst. Dies sind die richtigen Tätigkeiten zum Auftanken. Sie geben dir Energie statt dir welche zu nehmen.

Da wir Menschen leider sehr vergessliche Wesen sind, macht es durchaus Sinn, sich bevorzugte Flow-Tätigkeiten einmal in einer Art Liste aufzuschreiben. Denn wenn es uns gerade nicht so gut geht, sind wir meist nicht fähig, uns auch noch eine schöne Tätigkeit fürs Wochenende auszudenken. Gut, wenn du dann eine Liste hast, auf die du zurückgreifen kannst.

Wenn du wissen möchtest, was die Wissenschaft zum Thema Flow herausgefunden hat, kann ich dir den Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi empfehlen. Er hat den Begriff des ‘Flow’ geprägt und mehrere Bücher zum Thema verfasst.

Wichtige Kennzeichen für eine Flow-anregende Tätigkeit sind:

  • du bist gut in dieser Tätigkeit und magst sie auch

  • du kannst dich ganz darauf konzentrieren und störende Reize ausblenden.

Kann man Flow auch bei langweiligen oder unangenehmen Tätigkeiten erleben?

Nun gehen wir einen Schritt weiter: Wahrscheinlich fällt es dir nicht schwer, bei deiner Lieblingstätigkeit von Zeit zu Zeit in den Flow zu kommen. Doch jeder Alltag besteht ja auch aus Dingen, die wir nicht so gerne tun oder die uns langweilen.

Wenn Flow der perfekte Zustand ist, wäre es dann nicht schön, ihn immer erleben zu können, ganz gleich, was wir gerade tun?

Hier einige Tipps, wie du auch bei Alltagstätigkeiten in den Flow kommen kannst:

  • mache nur eine Sache gleichzeitig. Deine Konzentration kann dich nur dann in den Flow führen, wenn du ganz bei der Sache bist.

  • versuche das, was du tun musst, als Herausforderung zu sehen. Mache es gründlich und gut.

  • Versuche nicht, perfekt zu sein. Die damit verbundenen Sorgen reißen dich schnell wieder aus dem Flow Gefühl.

  • versuche Störungen zu eliminieren, während du die Aufgabe abarbeitest. Kein Handy, kein Facebook, kein Kollege, der dich dreimal etwas fragt.

  • Setze dir ein Zeitfenster, in dem die Aufgabe erledigt wird: Nicht zu groß, damit du nicht abschweifen kannst und nicht so klein, dass du in Stress gerätst. Plane nur für eine Zeitspanne, für die deine Konzentration reicht. Fange mit kleinen Zeitspannen an. Wie wäre es mit 10 Minuten konzentriert die Küche aufräumen?

  • Trainiere deine Aufmerksamkeit: Wenn deine Gedanken von der aktuellen Aufgabe abschweifen, atme einmal tief durch und komme sanft wieder zur Tätigkeit zurück.

  • Lobe dich, wenn du eine Aktivität zufriedenstellend ausgeführt hast: Damit ebnest du den Weg für weitere Flow-Erlebnisse und machst es dem Schwellentroll schwer, sich wieder in deinen Gedanken breitzumachen. Du bringst dir damit selbst bei, wie schön es ist, Tätigkeiten auf die oben beschriebene Art und Weise auszuführen.

Einen Erfahrungsbericht dazu, erstellt von dem Blogger ‘Lebenskünstler Karl’ findest du hier.

Je fremdbestimmter dein Leben durch Kollegen und Chefs etc. ist, desto schwieriger ist es natürlich, diese Dinge umzusetzen. Aber es gibt immer kleine Dinge, an denen du diesen Zustand üben kannst. Beim Hausputz, beim Einkaufen, beim Kochen.

Immer meinen wir, das Glück irgendwo da draußen finden zu müssen. Im Urlaub, in dem neuen Job, dem neuen Haus…

Was, wenn wir erst einmal mit dem Glück anfangen, dass jetzt schon für uns verfügbar ist?

Flow ist Glück

Wenn du vergeblich auf der Suche nach Glück in deinem Leben bist, solltest du es einmal mit dem Flow probieren.

Wie wäre es, wenn du dir noch ein paar weitere Flow-Tätigkeiten erschließt?

Wie wäre es, wenn du versuchst, auch bei Alltagstätigkeiten in den Flow zu kommen?

Wenn du das tust, hast du in jedem Fall ein wirkungsvolles Werkzeug gegen den Schwellentroll zur Hand.

Austausch: Bei welcher Tätigkeit kommst du in den Flow? Was ist deiner Meinung nach besonders kennzeichnend für dieses Erlebnis? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

 

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie

Herbstdepression

HerbstdepressionWarum dein Schwellentroll die dunkle Jahreszeit liebt – und wie du ihn mit eigenen Waffen schlagen kannst.

In den letzten Tagen war es bei uns sehr nebelig. Die ganze Welt schien in weiße Watte gepackt zu sein und in den Spinnennetzen hing die Feuchtigkeit.

Dabei war es doch noch vor zwei Wochen fast sommerlich.

Und dann? Die Uhr wurde umgestellt, die Dunkelheit kam und mit ihr die Kälte.

In diesem Jahr ist es sehr plötzlich Herbst geworden.

Wir alle haben unsere Schwierigkeiten mit Dunkelheit und Kälte. Manche von uns fallen sogar in eine Herbstdepression. Und das wiederum liebt unser Schwellentroll.

Wie geht es dir dabei?

Kennst du das?

Dir fällt das Aufstehen morgens immer schwerer, weil es draußen noch dunkel und kalt ist?

Siehst du die Sonne nur auf der Arbeit ein bisschen durchs Fenster hereinscheinen, doch kaum bist du auf dem Heimweg, ist es schon wieder dunkel?

Dem Schwellentroll gefällts. Er hat jetzt sozusagen Hochkonjunktur.

Aber wir wollen ihm doch nicht kampflos das Feld überlassen, oder?

Die Fakten:

Es wird dunkel und still. Das ist nun mal ein Fakt. Und wenn du es dir nicht leisten kannst, den Winter auf der Südhalbkugel zu verbringen, wirst du damit leben müssen.

Im Winter brauchen wir mehr Schlaf. Auch das ist ein Fakt, denn unser Schlafbedürfnis richtet sich stark nach den Sonnenstunden des Tages aus. (das schreibt der Fokus dazu) Es ist also vollkommen normal, dass du müde bist, wenn du genauso aktiv bist wie im Sommer.

Doch was kann die dunkle Zeit dir geben?

Was tun?

Hör nicht auf deinen Schwellentroll, wenn er dich ausschimpft, weil du müde bist.

Sag dir immer wieder, dass es normal ist, im Herbst müde zu sein. Wenn du eine Herbstdepression hast, dann kämpfe nicht gewaltsam dagegen an. Gehe achtsam mit dir um und gönne dir so viel Ruhe, wie es unter deinen Lebensumständen möglich ist. Versuche, Ruhe und Schlaf eine höhere Priorität in deinem Leben zu schenken.

Nutze die Grübel-Zeit, um deinen Schwellentroll in seine Grenzen zu weisen.

Wenn die Welt dunkel und still wird, neigen wir zum Grübeln und es kommen allerhand unangenehme Gedanken hoch. Dieses In-sich-Gehen ist zunächst einmal ein natürlicher Prozess und du kannst ihn durchaus für dich nutzen

  1. Nutze die Grübel-Zeit um schöne, besinnliche Dinge zu machen, die deine Gedanken auf etwas Positives lenken. (Musik hören, Kunst, werkeln…)

  2. Nutze die Zeit für Achtsamkeits- und Entspannungsübungen. Das wird dich auf andere Gedanken bringen und zugleich deine Müdigkeit bekämpfen.

  3. Wenn so viel Negatives in dir hochblubbert, höre dieser Stimme doch eine Weile zu und schreibe auf, was sie so erzählt.

Vielleicht kennst du das folgende Zitat aus dem Wallenstein:

Der Wein erfindet nichts, er schwatzts nur aus.

Mit den dunklen Gefühlen, die in der kalten Jahreszeit hochkommen, ist es genauso. Sie waren schon vorher da. Daran ist nicht das graue Wetter Schuld. Und auch kein Mangel an Vitamin D. Diese äußeren Umstände führen nur dazu, dass du gezwungen bist, zu erleben, was innerlich in dir vorgeht.

Nutze dies doch, statt es zu verdammen: Wo in deinem Leben gibt es Unstimmigkeiten, die du dir mal ansehen solltest? In der erzwungenen Ruhe des Herbstes wirst du dein Leben sehr viel klarer sehen.

Nimm dir Zeit für dich!

Aber Marie, wirst du jetzt sagen, ich würde mich ja gerne ausruhen, aber mein Chef! Der wartet doch nicht ab, bis ich Winterschlaf gehalten habe!

Und wieder einmal stecken wir in der Klemme zwischen dem System, was uns unnatürliche Dinge abverlangt und unseren eigenen Bedürfnissen.

Trotzdem möchte ich dich dazu einladen, dir selbst in den kommenden Monaten auf liebevolle Weise mehr Ruhe und Besinnlichkeit zu gönnen.

Kleine Auszeit

Dafür brauchst du nicht viel Zeit. Schon zehn Minuten Zeit für dich pro Tag können in dir einen Wandel auslösen und deine Herbstdepression in ihre Grenzen weisen. Setze dich hin und sei einfach bei dir. Oder zünde eine Kerze an und höre beruhigende Musik. Gerne kannst du auch eine Runde spazieren gehen. Tu, was dir gut tut und was dir das Gefühl von mehr Tiefe und mehr Sanftheit in deinem Leben gibt.

Leistungsmensch?

Wenn du ein ausgesprochener Leistungsmensch bist, ist diese Übung besonders wertvoll für dich. Je schwerer es dir fällt, dir diese Ruhepausen einzuräumen und je unwohler du dich dabei fühlst, desto mehr profitierst du davon. Gib also nicht gleich auf, wenn sich die erste Unruhe in dir breit macht. Dies ist Teil des Prozesses.

Wie geht es dir mit der dunklen Zeit? Hast du schon angefangen, ihre Vorteile zu nutzen? Welche Erfahrungen hast du gemacht? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie

Verlorene Jahre – gibt es das?

Zeit, verlorene Jahre

Warum es keine verschwendete Zeit gibt

In den letzten zwei Jahren habe ich viel nachgedacht. Die meisten Gedanken beschäftigten sich dabei mit meiner Vergangenheit. Und zwar damit, dass sie nicht so war, wie sie sein sollte.

Ich sagte mir ständig:

Wenn ich nur früher gewusst hätte, was ich wirklich will, dann hätte ich so viel früher mit den wichtigen Dingen anfangen können.

Ich hätte mir fast sieben Jahre Studium sparen können.

Ich hätte mir die Erfahrung diverser mieser Jobs sparen können.

Ich hätte womöglich gleich die richtige Wohngegend gewählt und mich nicht erst vier Jahre in einer unmöglichen Wohnung geärgert.

Doch der schlimmste Gedanke ist folgender:

Wo könnte ich heute schon sein, wenn ich mir diese verlorenen Jahre erspart hätte?

In meiner Gedankenwelt bin ich dann viel weiter als ich es heute bin. Ich habe ein besseres Auskommen, bin glücklicher und entspannter.

Doch ist dies wirklich wahr?

Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich dahinter kam, dass mein Schwellentroll hinter den Gedanken an verlorene Jahre steckte. Sie erschienen mir so harmlos, weil sie sich scheinbar mit dem Positiven, dem was sein sollte, auseinandersetzten.

Doch das Kriterium für die Einmischung des Schwellentrolls ist eigentlich einfach:

Wenn der Gedanke dir Unbehagen oder sogar Schmerzen bereitet, hat dein Schwellentoll definitiv die Finger im Spiel.

So habe ich entdeckt, dass der Gedanke an verlorene Jahre ganz klar ein Schwellentroll-Gedanke ist.

Einfach ignorieren?

Nachdem ich den Schwellentroll in diesen Gedanken identifiziert hatte, fiel mir zunächst nichts Besseres ein, als diese Gedanken einfach nicht mehr zuzulassen. Ich richtete mein Denken und Fühlen ganz auf die Zukunft aus und versuchte, die unschönen Zeiten zu vergessen.

Doch mein Schwellentroll nahm das nicht einfach so hin. Auch wenn ich ihn auf ‘stumm’ geschaltet hatte, rumorte er in meinem Inneren weiter und raubte mir die Energie, die ich so dringend für meine aktuelle Situation brauchte.

Und jedes Mal, wenn ich jemanden in meinem Alter traf, der anscheinend erfolgreicher und weiter war als ich, gab es da eine bösartige Stimme in meinem Inneren, die sagte:

‘siehst du, hättest du mal früher dies oder jenes getan, dann wärst du jetzt genau so weit.’

Und diese Stimme tat sehr weh.

Natürlich habe ich versucht, gegen den Schwellentroll zu argumentieren. Ich versuchte anzuführen, dass ich ja schließlich noch sehr jung sei und daher noch alle Möglichkeiten offen hätte. Aber der Schwellentroll hatte natürlich immer das bessere Argument parat.

‘Und was ist mit den Jahren, die du definitiv vergeudet hast?’

Hätte ich überhaupt einen anderen Weg gehen können?

Letztendlich war es ein Schlüsselerlebnis, das mich aus dieser Spirale befreit hat. Eines Tages, als ich wieder einmal so weit war, dass ich darüber grübelte, warum ich studiert und nicht eine Ausbildung in kreativem Schreiben gemacht hatte, musste ich plötzlich daran denken, dass ich meinen Lebenspartner an der Uni kennengelernt hatte.

Und dann wurde mir klar, dass ich ihn in diesem Traumleben, dass ich mir gerade ausmalte, ganz sicher nicht kennengelernt hätte.

Huch! Von wegen verlorene Jahre!

Dieser neue Gedanke war wie eine kleine Flamme, die sich nach und nach in meinem Bewusstsein ausbreitete. Mir wurde klar, dass alles, was ich in der Vergangenheit erlebt hatte, ganz gleich ob schön oder unschön, mich zu meinem heutigen ich geführt hatten.

Ohne Uni hätte ich den Mann meines Lebens nicht kennengelernt und außerdem gab es keinen anderen Weg, um herauszufinden, was ich NICHT wollte.

Ohne Burnout wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, mich um mich selbst zu kümmern.

Ohne die vielen kleinen und großen Schicksalsschläge hätte ich mir niemals die Frage gestellt: Wer bin ich und welchen Platz möchte ich in diesem Leben einnehmen? (und dann hätte es sicherlich auch diesen Blog nie gegeben.)

Die Antwort lautete also für mich:

Sicher hätte ich einen anderen Weg gehen können, aber dann wäre ich nicht ich gewesen.

Es gibt keine Abkürzung durch das Leben

Ich habe also begonnen, die roten Fäden des Sinns, die sich durch mein Leben ziehen, einfach zu akzeptieren.

Ich habe verstanden, dass ich immer erst im Nachhinein (und vielleicht auch nie) erkennen kann, welchen Sinn ein bestimmtes Ereignis hat.

Dass selbst den blödsinnigsten Entscheidungen in unserem Leben eine tiefere Weisheit innewohnt, die uns reifen lässt.

Zu leben, Entscheidungen zu treffen und ‘Fehler’ zu machen, ist vielleicht unsere beste Möglichkeit, zu uns selbst zu finden.

Und plötzlich war mein Schwellentroll sprachlos.

Ich hoffe, deiner ist es auch!

Was sagt dein Schwellentroll zu deinen ‘verlorenen Jahren’? Wie gehst du damit um? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße, Marie

PS: Wenn dich der Artikel anspricht, vergiss nicht, dich in meinen kostenlosen Newsletter einzutragen. Dort erwarten dich wöchentliche Artikel zum Thema Leichtigkeit und wie man den Schwellentroll loswird. Ich würde mich freuen, dich in unserer Gemeinschaft begrüßen zu dürfen!

10 Tipps gegen akuten Stress:

Tipps gegen akuten Stress, Überforderung

Geht in deinem Leben gerade mal wieder alles drunter und drüber? Die Zeit läuft dir davon, dein Schwellentroll hyperventiliert und du siehst den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr?

Diese zehn Tipps gegen akuten Stress kannst du anwenden, wenn du so gestresst bist, dass du einfach nicht mehr klar denken kannst.

1) Akzeptiere, dass du gerade gestresst bist.

Das hört sich vielleicht simpel an, ist aber gar nicht so einfach. Denn du willst ja den Stress loswerden. Trotzdem ist es sehr wichtig, erst einmal zu akzeptieren, dass du gestresst bist, dass das Kind also sozusagen schon in den Brunnen gefallen ist.

Denn wenn du gewaltsam gegen deinen Stress ankämpfst, entsteht dadurch noch mehr Stress, der dir auch die letzte Energie raubt. Diese Energie könntest du aber viel besser einsetzen, um zu überlegen, wie du aus der Situation rauskommst.

Um bei dem Bild mit dem Brunnen zu bleiben: Es hilf nichts, darüber zu lamentieren, dass das Kind nie hätte in den Brunnen fallen dürfen. Besser du atmest tief durch und überlegst, wie du es da wieder herausziehen kannst.

2) Nimm die körperliche Stressreaktion wahr

Stress manifestiert sich im Körper in vielfältiger Weise: Vor allem als Spannung in verschiedenen Körperteilen.

Nimm dir einen Moment Zeit, wahrzunehmen, wo es bei dir gerade drückt. Das wird dir helfen, auf Abstand zu gehen. Wenn du kannst, atme tief und lasse die Spannungen bewusst los. Das wird dein Stresslevel augenblicklich senken.

3) Beobachte deinen Schwellentroll

Tritt innerlich einen Schritt zurück und beobachte deinen Schwellentroll dabei, wie er gerade Panik schiebt. Sieh zu, wie er wild hin und her rennt und mache dir bewusst, dass das eben dein Schwellentroll ist und nicht du selbst.

Lass ihn ruhig Stress schieben. Versuche, dich nicht anstecken zu lassen. Vielleicht kannst du ihn sogar mit einer gewissen Belustigung betrachten. Etwa so, als würdest du einer Katze zusehen, die sich über das ‘Laubmonster’ auf dem Gehweg aufregt.

4) Schenke dir eine innerliche Umarmung

Schließe die Augen und erinnere dich daran, wie es sich anfühlt, sehr liebevoll umarmt zu werden.

Schenke dir nun selbst eine innere Umarmung, wie du sie nur mit einem Menschen teilst, den du sehr lieb hast.

Habe Mitgefühl mit dir. Sage dir die Dinge, die du einem lieben Mitmenschen in der Situation sagen würdest.

5) Mach dir klar, dass es vorüber geht

Stress ist nur ein Gefühl, das kommt und geht wie schlechtes Wetter. Mache dir das bewusst. Dass du in diesem Moment gestresst bist, bedeutet nicht, dass das dein ganzes Leben lang so bleiben wird.

6) Konzentriere dich auf den Augenblick

Wenn die Stresswelle über dir zusammenschlägt, konzentriere dich für eine halbe Minute ganz auf den Augenblick.

Beobachte, was um dich herum passiert, ohne es zu bewerten. Nimm mit allen Sinnen wahr und lasse die Gedanken einfach kommen und gehen, als würden sie gar nicht zu dir gehören.

Es kann dir auch helfen, dich auf einen bestimmten Gegenstand oder ein bestimmtes Geräusch zu konzentrieren. Beobachte zum Beispiel tief konzentriert deine Kaffeetasse und atme dabei ruhig ein und aus. Schon nach kurzer Zeit wird es dir besser gehen.

7) Mach das Gegenteil von dem, was dein Schwellentroll verlangt.

Wenn dein Schwellentroll schreit, dass du dich beeilen musst, atme erst einmal tief durch und mache fünf Minuten Pause.

Wenn er dir sagt, du sollst jetzt gefälligst Panik schieben, lache ihn aus.

Wenn du das Gegenteil von dem tust, was dein Schwellentroll gerade verlangt, verwirrst du ihn und nimmst den Druck aus der Sache raus. Du kannst dann ruhiger und konzentrierter weiterarbeiten.

8) Erstelle eine Liste aller Dinge, die dich gerade in deinem Leben stressen.

Komme aus der allgemeinen Panik-Haltung, indem du dir ganz konkret aufschreibst, was dich in deinem Leben gerade stört, nervt und stresst.

Schreibe alles auf, von den kleinsten (dieser Stuhl ist so unbequem) bis zu den größten Problemen (in diesem Job verschwende ich meine Lebenszeit).

Nimm dir danach zwei Farben zur Hand und ordne deine Liste nach folgenden Kriterien:

  1. Farbe: Auf diese Punkte habe ich selbst Einfluss und ich kann sie in absehbarer Zeit zum Positiven verändern (oder ich kann es zumindest versuchen).

  2. Farbe: Auf diese Punkte habe ich überhaupt keinen Einfluss oder ich will sie im Moment nicht verändern, weil mir der Preis für die Veränderung zu hoch erscheint.

9) Ändere alle Dinge, die sich sofort ändern lassen

Nimm dir die Punkte vor, die du mit der ersten Farbe markiert hast und arbeite sie systematisch ab. Jeder gelöste Punkt, und sei er noch so klein, kann deinen Stress minimieren.

Denke auch daran, dass manche Dinge delegiert werden können und die Welt sich auch noch weiterdreht, wenn du nicht mehr als Manager des Universums auftrittst. Gib einen Teil der Verantwortung an deine Mitmenschen ab.

10) Übe dich darin, die Dinge, die du nicht ändern kannst, zu akzeptieren.

Ich will es nicht schönreden, es gibt tatsächlich Dinge, die wir einfach nicht verändern können. Das Wetter zum Beispiel. Oder Dinge, an denen wir uns aufreiben, wenn wir versuchen, sie zu ändern (die Gewohnheiten anderer Menschen gehören häufig dazu).

Versuche, diese Dinge klar zu erkennen und eine Einstellung hierzu zu gewinnen, mit der du gut leben kannst. Vielleicht kannst du den Marotten deiner Kollegen humorvoller begegnen? Vielleicht findest du etwas Positives an deinem Job?

Die meisten der hier aufgeführten Tipps gegen akuten Stress erfordern etwas Übung. Lass dich davon nicht einschüchtern und probiere sie einfach für dich aus.

Vielleicht suchst du dir von den zehn Punkten erst einmal einen heraus, der dir besonders wirkungsvoll erscheint und übst, ihn in deinem Leben anzuwenden.

Auch wenn du die Übungen am Anfang nicht gleich perfekt ausführen kannst, werden sie dir helfen, deinen akuten Stress zu minimieren.

Was tust du, wenn du im Stress bist? Hast du noch andere Tipps gegen akuten Stress? Was hilft dir am besten? Ich würde mich freuen, wenn du mir einen Kommentar hinterlassen würdest!

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie

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Innere Stimme vs. Schwellentroll

Hörst du deine innere Stimme?Oder: Wie zeigt mir meine innere Stimme, was mir wirklich guttut?

Wenn dein Schwellentroll laut und fett und aufsässig ist, fällt es dir möglicherweise schwer, zwischen ihm und deiner inneren Stimme zu unterscheiden. Beide sind schließlich in deinem Inneren zu Hause und sprechen mit dir.

Doch während dein Schwellentroll dich kleinhalten will, kann dir die innere Stimme zu Freiheit und Wohlbefinden verhelfen – wenn du sie erkennst.

Die innere Stimme – was ist das?

Sie hat viele verschiedene Namen, die innere Stimme. Manche Menschen sprechen vom Unterbewussten, andere wiederum von einer inneren Führung oder Seele. Wieder andere erleben die innere Stimme als göttlichen Funken in ihrem Inneren.

Für jeden Menschen ist ein anderer Begriff hilfreich und ich möchte dich daher dazu einladen, deinen eigenen Begriff für die innere Stimme zu finden. Wichtig ist nur, dass die Stimme für dich den wichtigsten inneren Gegenspieler deines Schwellentrolls repräsentiert.

Deine innere Stimme ist die Instanz in dir, die dir absolut zuverlässig sagen kann, was dir guttut und was nicht. Sie möchte das Beste für dich, und zwar auf allen Ebenen deines Lebens. Sie achtete darauf, dass es dir innerlich wie äußerlich gutgeht.

Wie kann ich die innere Stimme wahrnehmen?

Deine innere Stimme kannst du entweder tatsächlich als Stimme hören oder als ein Gefühl erleben, das dich führt (Bauchgefühl). Die innere Stimme kann dir auch Bilder schicken, sich in deinen Träumen verwirklichen oder dafür sorgen, dass du in deinem Alltag auf bestimmte Menschen oder Situationen triffst.

Und hier beginnt das Problem.

Denn genau das tut der Schwellentroll auch.

Wie also kann ich die beiden unterscheiden?

Hör auf dein Gefühl.

Das wichtigste Kriterium für den Schwellentroll sind die negativen Emotionen, die er in deinem Inneren auslöst. Wenn du Schwere, Angst oder Spannung verspürst, bist du sicherlich dem Schwellentroll auf den Leim gegangen.

Die innere Stimme spricht wie eine wahre Freundin zu dir. Sie hat eine weiche, liebevolle Aura, die sie ganz klar vom Schwellentroll unterscheidet. Sie gibt dir das Gefühl, in dieser Welt willkommen zu sein, und zwar genauso wie du bist. Im Gegensatz zum Schwellentroll wird sie dich nicht ausschimpfen, sondern dir höchstens einen liebevollen Schubs in die richtige Richtung geben.

Was, wenn ich die innere Stimme einfach nicht wahrnehme?

Je mächtiger dein Schwellentroll ist, desto leiser ist deine innere Stimme. Wieso sollte sie sich auch anstrengen? Sie wird ja ohnehin nie nach ihrer Meinung gefragt.

Zum Glück ist die innere Stimme wie ein Muskel. Man kann sie wunderbar trainieren. Einzige Voraussetzung hierfür: Du musst dich bemühen, ihr zuzuhören. Je mehr du zuhörst, desto mächtiger wird sie und eines Tages wird sie es mit deinem Schwellentroll aufnehmen können.

Es ist hilfreich, nicht gleich als Erstes die Frage nach dem Sinn des Lebens zu stellen, sondern mit kleinen Dingen zu beginnen, etwa:

  • möchte ich heute wirklich Nudeln essen oder doch lieber Reis?

  • Möchte ich heute Abend wirklich mit meinen Freunden ausgehen oder doch lieber ein Buch lesen?

  • Was könnte ich jetzt gerade in diesem Moment dafür tun, dass es mir besser geht?

Vielleicht hört sich das für dich alles unbedeutend an, aber es ist tatsächlich so, dass schon bei den einfachen Dingen die Frage nach einem authentischen Leben beginnt. Und hierbei kannst du wunderbar für die ‘großen Fragen’ üben.

Ich habe nach meiner inneren Stimme gehandelt, doch nun bin ich verunsichert, weil ich trotzdem negative Gefühle erlebe. Habe ich etwas falsch gemacht?

Wenn du dich trotzdem nicht gut fühlst, obwohl du dachtest, deiner inneren Stimme gefolgt zu sein, kann das verschiedene Ursachen haben.

Nehmen wir zur Verdeutlichung folgendes Beispiel:

Du hast in deinem Unternehmen gute Arbeit geleistet und eines Tages wird dir eine gehobenere Position angeboten. Du befragst deine innere Stimme und sie sagt ja. Folglich nimmst du den Job an, doch noch vor Beginn oder während der ersten Arbeitswochen treten die typischen Schwellentroll-Symptome auf: Du fühlst dich unwohl, willst gar nicht so recht zur Arbeit gehen, bekommst vielleicht sogar Kreuz- oder Magenschmerzen.

Was ist geschehen?

Möglichkeit 1: Es war doch nicht die innere Stimme auf die du gehört hast.

Diese Möglichkeit ist unangenehm, denn sie bedeutet, dass dein Schwellentroll dich wieder einmal ausgetrickst hat. Das passiert sehr gerne bei Menschen, die Schwierigkeiten haben, sich abzugrenzen und folglich ihre eigenen Wünsche mit dem Verwechseln, was andere Menschen gerne hätten.

Wenn du Schmerzen hast, könnte es sich also lohnen, zu hinterfragen, ob du diese Arbeit wirklich aus ganzem Herzen gerne machst, oder ob der Schwellentroll sich eingeschlichen hat (‘eine solche Chance kann ich nicht einfach ablehnen’, ‘was sollten die Leute denken’, ‘etwas Besseres bekomme ich ohnehin nicht mehr, nicht in meinem Alter’ oder ‘meine Frau wäre total enttäuscht, wenn ich den Posten nicht annehme’.)

Hier hilft letztendlich nur die radikale Ehrlichkeit mit sich selbst.

Möglichkeit 2: Dein Schwellentroll rebelliert, weil er sich bedroht fühlt.

Wenn du Möglichkeit 1 ausgeschlossen hast, ist es sehr wahrscheinlich, dass du den richtigen Weg gewählt hast. Trotzdem können Schmerzen und Unwohlsein auftreten. Woran liegts? Ganz einfach, deinem Schwellentroll schwimmen die Felle davon und er versucht, zu retten, was zu retten ist.

Für unser Beispiel könnte es bedeuten, dass du deine neue Position wirklich liebst, aber mit neuen Tätigkeiten (Vorträge, Auslandsaufenthalte etc.) konfrontiert wirst, bei denen du dich noch sehr unsicher fühlst. Dein Schwellentroll wittert, dass es für ihn gefährlich wäre, dich diese Schwelle überschreiten zu lassen und deshalb versperrt er dir den Weg und malt dir Horrorszenarien aus, was alles passieren könnte.

In diesem Fall hilft nur eines: Einen Schritt nach dem anderen gehen und den Schmerz eine Weile einfach aushalten. Versuche dabei aber, dich nicht in der Schmerz hineinzusteigern oder dich dagegen zu wehren, denn dies kostet nur zusätzliche Energie. Nimm die unguten Gefühle einfach wahr, ohne etwas daran ‘machen’ zu wollen.

Wichtig hierbei: Wenn du die Tätigkeit wirklich liebst und wie geschaffen dafür bist, sollten diese negativen Gefühle nach einer Weile verschwinden.

Mein Vorschlag: Setzt dich am Ende jeder Woche hin und schreibe auf, wie es dir ergangen ist. Wäge hierdurch immer wieder ab, ob es dir besser oder schlechter geht als zuvor. Wenn du nach mehreren Monaten immer noch keine Verbesserung siehst, solltest du die erste Möglichkeit nochmal in Erwägung ziehen.

Falls du dir noch immer unsicher bist, ob du wirklich deiner inneren Stimme folgst, solltest du dir professionelle Unterstützung, beispielsweise in Form eines Coachings, gönnen.

Kannst du Schwellentroll und innere Stimme auseinanderhalten? Was hat dir dabei besonders geholfen? Welche Tipps und Tricks wendest du an? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie

6 Dinge, an denen du erkennst, dass du einen Schwellentroll hast.

Schwellentroll

Willst du wissen, was ein Schwellentroll ist? An diesen sechs Dingen kannst du deinen persönlichen Schwellentroll erkennen:

1) Der Leistungsdruck:

Du arbeitest zu viel und dein Leben fühlt sich schwer an.

Dein Schwellentroll hat eine Peitsche in der Hand und zudem ein freches Mundwerk. Damit sorgt er dafür, dass du ständig in Bewegung bleibst. Er sagt dir immer wieder, wie viel es noch zu tun gibt, und dass du auf gar keinen Fall etwas vergessen darfst. Schließlich bist du seiner Meinung nach mindestens dafür verantwortlich, dass sich die Erde weiter dreht.

Um sicherzugehen, dass du stets dem Leistungsdruck unterliegst, bleibt er auch in der Freizeit bei dir und erinnert dich an die Dinge, die du noch erledigen musst.

Wenn du doch etwas vergisst, beschimpft er dich, bis du dich selbst nicht mehr magst.

Manchmal springt er von deiner Schwelle und setzt sich stattdessen auf deine Schultern, um dich richtig spüren zu lassen, wie schwer dein Leben ist.

2) Die eigenen Grenzen ignorieren:

Du hattest bereits ein Burnout oder giltst als Burnout-gefährdet.

Wenn das der Fall ist, befindest du dich bereits ganz und gar in den Fängen des Schwellentrolls. Du hast bei Punkt eins noch nicht innegehalten (weil dein Schwellentroll dir zuflüsterte: Nun stell dich mal nicht so an, das Leben ist halt so). Mittlerweile hast du beim Ignorieren deiner eigenen Grenzen einen Punkt erreicht, an dem es dir schwerfällt, diese Grenzen überhaupt noch wahrzunehmen.

Dein Schwellentroll hat dich so sehr in der Hand, dass du dich mit ihm identifiziert hast. Du hilfst ihm, die Peitsche zu schwingen und findest das auch noch ganz normal. Dein Körper würde dir zwar gerne mitteilen, dass es genug ist. Aber du blendest alle Warnsignale erfolgreich aus.

Leider hat der Schwellentroll keinen gesunden Selbsterhaltungstrieb. Er wird dich bis zum Äußersten treiben und lieber selbst mit dir zugrunde gehen, als zuzugeben, dass er etwas falsch macht.

Und plötzlich geht es einfach nicht mehr weiter. Dabei hast du doch alles richtig gemacht. Du hast doch alles getan, um die Erwartungen zu erfüllen, und jetzt? Du verstehst die Welt nicht mehr.

Der Grund: Bis jetzt hattest du wahrscheinlich keine Ahnung davon, dass du einen Schwellentroll hast, der dafür sorgt, dass du derart unverantwortlich mit dir selbst umgehst. Deswegen bist du ihm hilflos ausgeliefert und hast seiner Peitsche nicht entgegenzusetzen.

3) Im Widerstreit mit dem Leben:

Du spürst viel inneren Widerstand gegen dein Leben, wie es im Moment ist.

Dein Schwellentroll motzt, wenn du zur Arbeit gehst, aber keine Lust hast. Er motzt aber erst recht, wenn du nicht hingehst, denn das Leben ist ja schließlich kein Zuckerschlecken, nicht wahr?

Irgendwie fühlt es sich so an, als würdest du das Leben eines anderen leben und dabei noch ständig dafür kritisiert werden, dass du es nicht gut genug machst.

Es gibt da zwar auch eine nette Stimme in deinem Inneren, die wüsste, was du brauchst (siehe innere Stimme). Sie ist aber im Vergleich zum Schwellentroll sehr leise. Und wenn sie sich zu Wort meldet, setzt dein Schwellentroll sich auf sie drauf und drückt so lange, bis sie keine Luft mehr bekommt und verstummt.

Dein Schwellentroll möchte nämlich keinesfalls, dass du Klarheit in dein Leben bringst, denn er profitiert von deinem inneren Widerstreit. Er liebt Bauchweh, Kreuz- und Schulterschmerzen (bei dir, nicht bei ihm…). Denn solange du mit dir selbst uneins bist, wirst du nicht auf den Gedanken kommen, ihn von seiner Schwelle zu kicken.

4) Mangelnder Selbstwert:

Du bist hart zu dir selbst.

Genau genommen ist es der Schwellentroll, der hart zu dir ist. Aber er hat bereits so lange auf dich eingeredet, dass du ihm innerlich dabei hilfst, dich fertig zu machen.

Denn der Schwellentroll hat es geschafft, dir zu vermitteln, dass du grundsätzlich falsch bist, so wie du bist. Seiner Meinung nach machst du zu viel Fehler, du siehst nicht gut genug aus und bist auch irgendwie unsympathisch. Kurz, du bist jemand, den man nicht gerne im Spiegel sehen möchte.

Gerne nutzt er zur Unterstreichung seiner eigenen Meinung auch die Kommentare anderer Menschen.

Boshaft wie er ist, hat er dir aber auch gleich einen Ausweg aus dem Dilemma der Wertlosigkeit gezeigt: Arbeite hart und lange, dann kannst du vielleicht ein bisschen was von deinem fehlenden Wert gutmachen. Schade, dass wir da alle drauf hereinfallen!

5) Drama – warum du nicht aufhören kannst, zu leiden:

Jammerst du gerne? Hast du manchmal das Bedürfnis, damit anzugeben, wie hart dein Leben ist?

Dies ist eine besonders perfide Methode des Schwellentrolls, dich in seinen Fängen festzuhalten. Er genießt es, allen zu zeigen, wie schlecht es dir geht. Er ist der Meinung, wenn du schon hart arbeitest und total krank bist, dann sollte es auch die ganze Menschheit wissen. Damit hält er dich beschäftigt und sorgt dafür, dass du nicht entkommst.

Außerdem unterstützt er damit seine Schwellentroll-Kollegen: Ihre Menschen sind schließlich leichter zu lenken, wenn sie den Eindruck haben, dass es dir genauso schlecht geht wie ihnen. Wenn du glücklich wirst, würden dich diese Menschen am Ende noch fragen, wie du das anstellst – welch existenzielle Bedrohung für die Gattung Schwellentroll! Kein Wunder, dass unsere Schwellentrolle zusammenarbeiten – sie möchten verhindern, dass wir sie loswerden wollen!

6) Hartnäckige Glaubenssätze:

Etwas hindert dich daran, die Dinge zu ändern.

Du wolltest schon häufiger alles anders machen. Mit großem Enthusiasmus hast du dich in die Veränderungen gestürzt, hast sehr viel dafür getan und lange durchgehalten. Vielleicht hast du es sogar geschafft, in deinem äußeren Leben etwas Entscheidendes zu verändern. Und trotzdem fühlt sich dein Leben noch genauso an.

Der ersehnte neue Job hat keine Erleichterung gebracht.

Mit dem neuen Partner erlebst du die gleichen Dramen wie mit dem alten.

Obwohl du zwanzig Kilo abgenommen hast, fühlst du dich kein bisschen attraktiv.

Alles fühlt sich wieder genauso schwer und verspannt an wie zuvor. Du bist frustriert, weil dir langsam die Ideen ausgehen, was du in deinem Leben noch verbessern könntest. Dein Problem: Du hast es nicht geschafft deine inneren Glaubenssätze zu ändern.

Du hast den Schwellentroll mit Schwung hinausgeworfen, aber die Tür aufgelassen. Deswegen konnte er es sich schon nach kurzer Zeit wieder auf deiner Schwelle gemütlich machen.

Erkennst du dich wieder?

Wenn nur einer dieser Punkte für dich zutrifft, bist du hier an der richtigen Adresse. Natürlich wäre die Liste der Dinge, die den Schwellentroll ausmachen noch weiter fortsetzbar. Doch dieser Artikel soll dir ja schließlich erst einmal einen Eindruck von dem vermitteln, was der Schwellentroll ist.

Und keine Sorge: Es gibt für jeden einen Weg in die Leichtigkeit. Kein Schwellentroll ist unbesiegbar, auch wenn diese Wesen gerne so tun, als wären sie es. Ich weiß, was du durchmachst, denn mein dicker roter Schwellentroll hat mich bereits einmal in ein Burnout geschickt und es war die schlimmste Erfahrung meines Lebens.

Ich freue mich, dass du bis hierhin gelesen hast und hoffe, dich auch in Zukunft auf meinem Blog begrüßen zu dürfen.

Wie geht es dir mit deinem Schwellentroll?

Hast du deinen eigenen Schwellentroll entdeckt? Welche Eigenheiten hat er und welche Schwierigkeiten bereitet er dir?

Gerne kannst du die Kommentarfunktion nutzen, um deine eigenen Erfahrungen mitzuteilen oder Fragen zu stellen.

Willkommen auf dem Weg in die Leichtigkeit!

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie

PS: Wenn dich der Artikel anspricht, vergiss nicht, dich in meinen kostenlosen Newsletter einzutragen. Dort erwarten dich wöchentliche Artikel zum Thema Leichtigkeit und wie man den Schwellentroll loswird. Ich würde mich freuen, dich in unserer Gemeinschaft begrüßen zu dürfen!