Anfangen: Wie du es schaffst, loszulegen, obwohl dir dein Schwellentroll an den Fersen hängt.

Was ist die liebste Aktivität deines Schwellentrolls, wenn er dich davon abhält, kreativ zu sein?

Mein Schwellentroll checkt dann zwanzigmal die Mails, fünfmal das Wetter und zu guter Letzt noch das Fernsehprogramm. Wenn ich dann immer noch wild entschlossen bin, kreativ zu sein, macht er mich darauf aufmerksam, dass die Wohnung wirklich dringend geputzt werden muss.

Und schwupps – ist der Tag vorbei. Und ich ärgere mich wieder einmal, dass ich auf diesen billigen Trick hereingefallen bin…Anfangen

Anfangen ist nicht leicht…

Wenn du bereits bis zu den Ohren in deinen kreativen Aktivitäten steckst, ist meist recht einfach, den Schwellentroll im Zaum zu halten. Es gibt einfach zu viele gute Argumente gegen ihn: Du hast Spaß, du hast erste Ergebnisse, was will er dagegen schon sagen?

Ganz anders sieht es aber aus, BEVOR du den Stift, den Pinsel, die Schere oder was auch immer in die Hand genommen hast. Anfangen ist nicht leicht…

Plötzlich erscheint es sinnlos, anzufangen. Alle Zweifel, die du je gehabt hast, schießen dir durch den Kopf. Du hast Wichtigeres zu tun. Dir wird ohnehin nichts Gutes einfallen…

Allein der Gedanke, du könntest kreativ sein, hat bei deinem Schwellentroll panische Kraftreserven mobilisiert.

Er wird nun ein Sit-In auf der kreativen Schwelle veranstalten und durch nichts dazu zu bewegen sein, aus dem Weg zu gehen.

Du wirst es also machen müssen wie Bilbo Beutlin in den Höhlen der Orks – SPRING! Spring über deinen Schwellentroll hinaus in die Freiheit!

Ein kleiner Leitfaden fürs Anfangen:

Schritt 1) Höre auf mit was immer du gerade tust.

Egal, was du gerade tust, um deiner Kreativität aus dem Weg zu gehen, höre sofort damit auf! Sofort, hörst du? Und wehe, du machst das jetzt gerade noch fertig…

Und jetzt atme tief durch!

Setze dich einen Moment lang hin, achte auf deinen Atem und tue bewusst nichts. Wenn deine Gedanken Purzelbäume machen, sieh ihnen einfach dabei zu. Und ganz gleich, ob dir dein Schwellentroll in die Waden beißt – bleib sitzen, bis du das Gefühl hast, ein bisschen mehr ‘bei dir’ zu sein.

Schritt 2) Sorge dafür, dass du nicht wieder damit anfangen kannst.

Schaffe alles aus deinem Blickfeld, was dich dazu verführen könnte, wieder mit dem Unsinn anzufangen. Stell den Putzeimer weg, schließe dir Tür, packe deine To-Do-Liste irgendwohin, wo du sie nicht sehen kannst…

Wenn irgendetwas liegen bleiben muss, weil du mittendrin aufgehört hast, sage dir, dass dir die Arbeit nicht wegläuft. Du kannst nachher daran weitermachen, versprochen.

Schritt 3) Sorge dafür, dass du nicht gestört wirst

Schließe alle Fenster an deinem PC, die nichts mit deiner kreativen Aktivität zu tun haben. Kein Facebook, kein Postfach, auch kein Schwellentroll-Blog. ;-)

Wenn du Mitbewohner hast, sage ihnen, dass du eine Stunde lang nicht gestört werden willst. Schalte Telefon und Handy ab oder zumindest auf lautlos. Und wenn du zur Generation Smartphone gehörst, schaff dieses Ding außer Reichweite!

Keine Unterbrechung mehr! Keine Ausreden! Wenn du nicht gerade in einer Notruf-Hotline arbeitest oder einen Säugling zu versorgen hast, gibt es NICHTS, was nicht eine Stunde warten könnte!

Schritt 4) Der Wecker

Ein Wecker? Oooh wie unkreativ! Vielleicht ist er das. Aber er ist auch äußerst hilfreich, wenn der Schwellentroll mal wieder an deinen Nerven knabbert.

Besorge dir also einen Wecker. Am Besten ein Gerät, dass nichts anderes kann, als wecken (also KEIN Smartphone, da ist die Ablenkungs-Gefahr wieder zu groß).

Diesen Wecker stellst du nun auf eine Stunde. Das ist deine Zeit! Egal wie produktiv du in dieser Zeit auch sein magst, du fasst nichts anderes an als die Sachen, die du für deine kreativen Projekte benötigst.

Schritt 5) Der Vertrag mit dem Schwellentroll

Teile deinem Schwellentroll deine Entscheidung, eine Stunde lang kreativ zu sein, mit. Mach ihm klar, dass diese Entscheidung endgültig ist. Zeige ihm den Wecker und sage ihm, dass du ihm in einer Stunde wieder voll und ganz zur Verfügung stehst.

Schritt 6) Der Vertrag mit dir selbst

Ich möchte dir vorschlagen, für diese eine Stunde einen Vertrag mir dir selbst zu schließen.

Dieser Vertrag könnte etwa so aussehen:

Ich, …. , schließe folgenden Vertrag mit mir. Innerhalb der nächsten Stunde werde ich:

Mich nicht ablenken lassen

Nichts anfassen, was nichts mit meinem Projekt zu tun hat

Mich dem Fluss der Kreativität überlassen

Mir erlauben, kreativ zu sein, auch wenn mir eigentlich nichts einfällt

Mir erlauben, etwas Schlechtes zu produzieren, nur weil ich Spaß daran habe

Die Freude in den Vordergrund stellen, ganz gleich, was dabei herauskommt.

Wenn ich diese Stunde durchgehalten habe, werde ich mich loben, ganz gleich wie das Ergebnis aussieht.

Schritt 7) Und jetzt spring!

Du bist soweit! Nun musst du nur noch anfangen. Ich hoffe, dir sind die Ausreden ausgegangen.

Anfangen: Fällt es dir leicht oder schwer? Was tust du, um deinen Schwellentroll zu überlisten und endlich anzufangen? Ich freue mich auf deinen Kommentar! :-)

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie