10 Tipps für mehr kreative Produktivität

Es ist ganz schön schwer, produktiv an deinen kreativen Projekten zu arbeiten, wenn dir so ein Schwellentroll im Genick sitzt…

Er hindert dich daran, überhaupt anzufangen.

Er unterbricht dich ständig mit ‘wichtigeren’ Dingen.

Und er sorgt dafür, dass du nie soweit kommst, dass du vollkommen zufrieden mit dir sein kannst.

Heute habe ich daher zehn Tipps für dich, wie du es schaffst, dauerhaft deine kreative Produktivität zu steigern und deinem Schwellentroll einen Schnuller zu verpassen. :-)

1) Warte nicht darauf, dass du Zeit hast – nimm sie dir

Ich weiß, ich weiß: Du hast wirklich keine Zeit. Du musst arbeiten, dich um die Familie kümmern, den Hund ausführen, Sport machen, Fernsehen…

Und egal, wie sehr du es dir vornimmst: Immer, wenn du Zeit für dich und deine kreativen Tätigkeiten eingeplant hast, kommt etwas dazwischen. Immer. Es ist wie ein Fluch.

Lieber werdender Künstler, der Tag hat genau 24 Stunden. Wahrscheinlich auch bei dir. Und ein Großteil davon ist mit Schlafen, Essen und Arbeiten verplant. Die Zeit, die verbleibt, ist begrenzt, da hast du recht. Die bittere Realität: Wenn du keinen Zeitumkehrer wie Hermine in ‘Harry Potter’ besitzt, wirst du nicht alles machen können.

Deshalb geht es hier und jetzt um die Frage, wie wichtig du dich und deine Kreativität nimmst. Wenn du sie immer hinten anstellst und darauf wartest, eine ganze freie Woche zur Verfügung zu haben, wirst du wohl nie anfangen.

Beginne damit, dir deinen Tagesablauf anzuschauen und dir ein kleines Zeitfenster für deine kreativen Aktivitäten zu erkämpfen. Sorge dafür, dass du diesen Termin einhältst und dabei nicht gestört wirst.

Hab keine Angst, künstlerische Aktivitäten lassen sich wunderbar in den Alltag integrieren. Du brauchst kein Sabbatjahr, keine Rente, um Künstler zu sein.

Beginne einfach – JETZT!

2) Lerne, nein zu sagen

Wenn du Punkt eins konsequent durchführst, wirst du damit dem einen oder anderen auf die Füße treten. Gewöhne dich dran. Es ist normal.

Du kannst es entweder allen recht machen oder kreativ sein. Beides zusammen geht nicht.

Du hast Schwierigkeiten damit, nein zu sagen? Du kannst es üben. Birgit Geistbeck hat einen Artikel dazu geschrieben. Hier gehts zum Artikel.

3) Setze dir realistische Ziele

Nehmen wir einfach mal an, du würdest nicht im luftleeren Raum agieren… wenn du noch andere Dinge neben deinen kreativen Projekten zu erledigen hast, zügle deinen Perfektionismus und deine Arbeitswut. Du spielst deinem Schwellentroll nur in die Hände, wenn du dir Ziele setzt, die unter deinen aktuellen Lebensbedingungen einfach unrealistisch sind.

Also: ‘Ich nehme mir diese Woche eine Stunde Zeit zum Malen’ ist okay.

‘Ich stelle in dieser Woche ein Portfolio von 30 herausragenden Bildern fertig’, eher nicht.

Zeige deinem Schwellentroll mit kleineren Zielen, dass du es schaffst, dranzubleiben.kreative Produktivität

4) Warte nicht, bis du dich gut genug fühlst

Du hast das sicherlich schon einmal erlebt. Die ganze Woche hast du geschuftet und dich darauf gefreut, dass du dir am Samstagmorgen drei ganze Stunden Kreativitäts-Zeit eingerichtet hast.

Der Samstagmorgen kommt, du erwachst mit Kopfschmerzen. Eigentlich wolltest du ja eine neue Bastel-Idee ausprobieren, aber wie soll das funktionieren, wo es dir doch heute gar nicht gut geht? Und so bleibt die Bastelkiste zu, dafür aber die Flimmerkiste an. Dein Unzufriedenheits-Pegel steigt gemeinsam mit der Angst, dass es dir vielleicht nächsten Samstag genauso geht.

Warte nicht, bis du dich gut fühlst! Der Schwellentroll wird das ausnutzen und dir einreden, dass es dir NIEMALS gut genug geht, um kreativ zu sein. In einer guten Stimmung zu sein, ist vielleicht ‘nice-to-have’, aber KEIN MUSS. Ich habe meine besten Texte an Tagen geschrieben, an denen ich selbst mit dem Kaffeekochen überfordert war.

Probiere es einfach aus. Ich verspreche dir, du wirst alleine durch das Erlauben deiner Kreativität in eine viel bessere Stimmung kommen!

5) Achte niemals auf Qualität

Ooh, ich hören es schon durch die Gehirnwindungen quellen: Wie jetzt? Wie soll ich denn jemals mit meiner Arbeit zufrieden sein, wenn ich nicht auf Qualität achte?

Meine Antwort darauf: Wenn du auf Qualität achtest, wirst du niemals anfangen. Oder aufhören, sobald du für zehn Sekunden nicht in Genialität schwimmst.

Korrigiere und kritisiere NIEMALS deine Arbeit, während du noch in der Phase des Entwurfs steckst. Eine Korrekturphase ist natürlich legitim, aber sie folgt NACH dem kreativen Prozess.

Sage deinem Schwellentroll, dass er seine Meinung zu deinem kreativen Werk sagen darf – nachdem du es geschaffen hast. Das wird ihn etwas beruhigen.

6) Bitte um Unterstützung – und sie wird dir gegeben

Aus den letzten Punkten ergeben sich ein paar Fragen:

Wenn du nicht selbst auf deine Qualität achtest, wer tut es dann? Wer sorgt dafür, dass du auch kreativ sein kannst, wenn du nicht in der perfekten Stimmung dafür bist? Und warum in aller Welt wurdest du überhaupt mit einem Drang, Künstler sein zu wollen, geboren?

Ich persönlich glaube an eine höhere Macht, die allen schöpferisch tätigen Menschen wohlgesonnen ist. Wenn ich nicht weiter weiß, bitte ich sie um Unterstützung. Und bis jetzt habe ich noch immer eine Antwort erhalten.

Ich möchte dich hiermit dazu einladen, deine ganz persönliche Antwort auf die Frage zu finden, warum es Kreativität in dieser Welt gibt und welche Kraft dich dabei unterstützt, kreativ zu sein. Die Vorstellung, dass eine höhere Macht dich aktiv in deinem kreativen Schaffen unterstützt, könnte deine kreative Produktivität enorm fördern.

Lass dir jedoch keinen Glauben aufzwingen! Deine persönliche höhere Macht sollte in dein ureigenes Glaubenssystem passen. Es darf auch das Universum, das Unterbewusstsein, deine Seele, der Genius der Menschheit oder ein Baum im Garten sein ;-)

7) Überprüfe deine Glaubenssätze

Was denkst du über deine Kreativität? Ist es legitim, sich an einem Wochenende für drei Stunden in einen Raum zurückzuziehen und die Familie ‘sitzenzulassen’? Schämst du dich vielleicht sogar dafür, so etwas Unvernünftiges wie Künstler sein zu wollen?

Kaum etwas blockiert deine kreative Produktivität mehr als nicht dienliche Glaubenssätze über Kreativität und Künstler-Sein. Und hier kannst du deinen ‘Draht’ zu deinem Schwellentroll einmal gewinnbringend einsetzen:

Lausche deinem Schwellentroll sehr aufmerksam, wenn er sich über deine kreativen Bestrebungen lustig macht. Oder, wenn er über andere, erfolgreichere Künstler herzieht.

Wenn deine Mitmenschen sich über dieses ‘seltsame Hobby von dir’ mokieren, welche Aussagen verletzen dich am meisten?

Schreibe eine Liste der negativen Glaubenssätze, die noch in dir schlummern. Indem du dir bewusst machst, was du glaubst, machst du bereits den ersten Schritt hin zu einer gesünderen Einstellung.

8) Feiere deine Erfolge und lobe dich selbst

Lobst du dich regelmäßig, wenn du eine Seite deines Buches geschrieben hast, oder schielst du nur darauf, dass das Kapitel noch nicht fertig ist?

Gerade kreative Menschen vergessen häufig vor lauter Enthusiasmus, innezuhalten und sich selbst zu loben. Es gibt da ja noch soo viel zu tun und du willst ja endlich vorwärts kommen. Wie jetzt, innehalten? Das ist doch Zeitverschwendung!

Wenn du aber regelmäßig vergisst, dich zu loben und dein inneres Kind zu belohnen, wird es irgendwann bockig. Und dann sitzt es in der Ecke, heult, und du wirst ganz bestimmt dein Buch nicht fertig schreiben.

9) Zeige dein Baby nicht herum

Mütter sind in der Regel stolz auf ihre Babys. Sie wünschen sich nichts sehnlicher als von anderen Menschen zu hören, was sie doch für ein wunderbares, immer lächelndes Bündel Glück da haben.

Unsere Kunst ist unser Baby. Sobald es die Augen öffnet und lächelt, möchten wir seine wunderbare Energie mit der ganzen Welt teilen. Aber wir sind auch sehr verletzlich.

Sei ehrlich:

Wenn du zum ersten Mal vor anderen Menschen singst, möchtest du nicht hören, dass deine Stimme ja so ganz okay ist, aber die hohen Töne sich anhören als wärst du einer Katze auf den Schwanz getreten. (auch dann nicht, wenn es tatsächlich so sein sollte)

In diesem Moment bist du, egal wie abgeklärt du sonst sein magst, verletzlich wie ein kleines Kind.

Du möchtest gelobt werden. Du möchtest hören, dass du eine wunderbare Stimme und eine große Zukunft als Sänger hast.

Jedes kreative Projekt hat eine sehr sensible Phase. Es ist der Moment, in dem du als Künstler bereits Mut schöpfst, etwas wirklich Wunderbares vollbringen zu können. Du hast große Hoffnungen, bist dir aber zugleich nicht sicher, ob dein wunderschönes Baby nicht in Wirklichkeit ein Wechselbalg und du als Mutter dafür blind bist.

Wenn du dich in dieser Phase befindest, zeige dein Projekt nur den Menschen, bei denen du dir hundertprozentig sicher bist, ein überschwängliches positives Feedback zu bekommen. Wenn es so jemanden nicht gibt, behalte dein Projekt vorerst für dich.

10) Halte durch! – Schwierigkeiten und Zweifel gehören dazu

Um bei dem Bild mit dem Baby zu bleiben:

Wir alle wissen, dass Babys nicht nur angenehm sind: Sie schreien, machen die Windeln voll, werden krank, halten uns nächtelang wach…

Aber gibst du deswegen gleich dein Kind zur Adoption frei? Nein?

Natürlich nicht. Weil du das nächste Mal, wenn es lächelt, für alles tausendfach entschädigt wirst.

Wenn du dich ganz und gar deiner eigenen Kreativität stellst, kann das am Anfang dazu führen, dass dein Schwellentroll in Höchstform durch deine Gehirnwindungen paddelt. Lass dich davon nicht entmutigen, das ist normal. Jeder kreative Mensch kennt diese Phasen.

Sei einfach mutig. Es geht nicht darum, keine Angst und keine Zweifel zu haben. Das Geheimnis ist, zu gehen, wohin dein Herz dich führt OBWOHL du einen Schwellentroll hast.

Welcher Tipp war für dich besonders wertvoll? Hast du noch weitere Ratschläge, die die kreative Produktivität fördern? Ich bin gespannt auf deine Meinung!

Lass uns gemeinsam Schwellentrolle jagen!

Liebe Grüße,

Marie