»Na so was, das gibt’s ja nicht!«, ertönte plötzlich hinter ihnen eine kratzige Stimme.

Willy drehte sich schlagartig um, erleichtert, endlich mit einem normalen Menschen sprechen zu können. Die ausufernde Diskussion auf dem Brunnen war einfach zu irritierend für einen nekromantischen Neuling.

Die Menschen hasteten am Brunnen vorbei in alle Richtungen. Sie schienen weder ihn noch den Brunnenstreit wahrzunehmen. Doch wer hatte dann gesprochen?

»Halloo!« Es klang ungeduldig.

Etwas kribbelte an seinem Bein und der Nekromant senkte langsam den Blick.

Vor ihm stand ein Pferd.

Eigentlich war es eher ein Pony. Es ging ihm nur bis zum Oberschenkel und hatte wohl über die Jahre ein bisschen zu viel gefressen. Sein Bauch wölbte sich weit aus und der Hals war so kräftig, dass es unmöglich nur Muskeln sein konnten.

Das Pony starrte ihn an.

»So, du kannst mich also hören. Das ist erfreulich.«

Willy schüttelte kurz den Kopf und versuchte, wieder zu Verstand zu kommen. Dass die Figuren am Brunnen sprachen, war eine Sache. Doch wenn die Pferde zu reden begannen, wurde es ganz sicher kritisch.

»Das kannst du sein lassen. Das hilft nichts«, wies ihn das Pferdchen freundlich hin.

Es sprach tatsächlich. Jetzt, da Willy es genauer betrachtete, stellte er fest, dass es sich gar nicht um ein gewöhnliches Pferd handelte. Seine Substanz schien zwar fester zu sein als die von Helene, doch es flirrte ein wenig in der Luft. Außerdem hatte es eine grau-verwitterte Färbung, die der Nekromant wirklich noch bei keinem Pferd gesehen hatte.

»Bist du tot?«, fragte er vorsichtig.

Das Pferdchen legte den Kopf schräg.

»Du bist unhöflich«, bemerkte es. »Von allen Dingen, die man einen neuen Bekannten fragen kann, ist das wohl die schlechteste Möglichkeit, meinst du nicht auch?«